02.08.2017 – Saarland & Trier.

Lange Wanderungen durch tiefe sommerliche Wälder im nördlichen Saarland, zusammen mit Partner Georg, die Zeit vergessen.

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Sooo schön, einfach stundenlang hier durch die Wälder zu streifen....

Was ist schon Zeit?

Ich habe sie, kann mir kaum irgendwas da Draußen in den Städten der Menschen leisten, fühle mich eben hier so wohl, brauche nur Essen und Trinken, was ja auch ganz wenig kostet.

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Deutscher Wald: Eher - oder komplett eine Plantagenlandschaft in Monokultur. Vor 500-600 Jahren hat es solche aufgeräumten Fichtenwälder sicher nicht gegeben. Dennoch, wir kennen mittlerweile nichts anderes, sofern überhaupt dieser menschenleere Ort von der Gesellschaft wahrgenommen, in seiner komerziellen Form als Wirtschaftswald, ja lediglich zur Holzgewinnung (Vermarktung) existiert.

Den ganzen Tag steigen wir über moosige Wege und Felsen die Anstiege durchs Waldland, wundere mich wie weit und vor allem menschenleer das kleine Saarland hier in seiner nördlichsten Ecke ist; mit 2500 Quadratkilometer nicht mal 10% so groß wie NRW, und 1 Mio Einwohner stark sogar dicht besiedelt, stelle ich fest wie viel Platz dennoch hier ist. So groß, so weit das ruhige, stille Land.

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Kein Auto von den fernen Straßen zu hören. Echte Stille, nur die Stimmen des Waldes tun so gut.... weitab von den 50 Millionen PKWs unseres Landes. Weitab, dort wo's am gesündesten ist.

Da kommt schonwieder ganz große Lust auf das zelten in freier Natur auf. Hier ganz weit in den westlichsten Ecken Deutschlands, in und um die uralte Römerstadt Trier, eine Zuhause, eines von drei …

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Hier bin ich: Auf einer der "Traumschleifen" jenen Rundwanderwegen hier in den hügeligen Ländereien.

Die 2075 Jahre alte Römerstadt ist schon lange eine meiner Heimaten, dort wo Jakobsweg-Freund Georg mich mitten in der wunderbaren Stadt so gut beherbergt, dass es mir fast schon zu komfortabel vorkommt; ein weiches, großes Himmelbett, ein eigenes Zimmer hinter dicken, 115 Jahren alten Wänden einer zentralen Stadtwohnung.
Auch hier nehme ich mir alle Zeit, schlafe immer an die 10 Stunden, gehe meine vier Kilometer durch die Stadtmitte, dehne die Zeit noch zusätzlich bei einem täglichen Espresso im Stammcafe Christies, mitten zwischen Hauptmarkt und alter Domkirche, denke nach über das gute Leben, … ich bin ein Minimalist, habe Zeit, erkenne das es genau darauf ankommt.

Mittags erledige ich einige Jobs im Internet, schreibe an Dingen die mich sehr bewegen: Demografische Arbeiten von migrationsbewegungen in Afghanistan oder China, bis zu Bevölkerungsprognosen deutscher Städte, australischer Bundesstaaten oder indischer Provinzen.
Mein Wanderleben eben, jetzt in Trier, bald wieder bei der Familie im Ruhrgebiet. Dazwischen sonstwo, wo es mich hintreibt wenn ich am Freitag den Daumen an der Auffahrt zur Moselautobahn in den Wind halte …. wer nimmt mich mit Richtung Norden. Endziel: Ruhrgebiet, eine Woche bei der Familie.

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Mit Blick auf den historischen Kornmarkt in Trier, lese ich reichlich Bücher auf den Sofas des großen Thalia-Buchkaufhauses, wo die Bücher viel zu teuer sind, diese aber hier gut überfliegen kann um zu sehen, was es so neues gibt.
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Na, so ganz schlecht geht es mir als Minimalist nun doch nicht: Gutes Essen, das Einzige was ich kir wirklich leisten will, kann ich aufgrund meiner Gelegenheitsarbeiten leisten. Die 15€ für dieses Luxusfrühstück bei "Delikat" in Trier, halten mich bis Abends satt, dann ist wieder Grillparty bei Georg und kann Wein und gutes Fleisch schlemmen.

Berlin – Trier – Recklinghausen

… 29. Juli und immernoch im HEIMATLEBEN, – momentan bei Partner Georg in Trier.

Sorry dass ich so lange mal nichts geschrieben habe hier, – Zuhause in vielen Städten, mal Draußen im Zelt, mal bei guten Freunden gehts mir einfach gut, auch ohne großes Geld.

Ich will zurück nach RUSSLAND, nach Asien…. aber dann per Anhalter mit dem Rucksack.

Suche noch Arbeit, Geld und Visa 🙂

Bleibe drann …

Zeltnächte im Ruhrgebiet

Ob hier in Recklinghausen, oder im indonesischen Regenwald, zuhause bin ich in meinem Zelt. Egal wo.

Wobei mein Feldbett bei der Familie im Haus immer frei ist, ruft mein minimalistisches Verlangen nach Natur, Nächte im Freien, ob bei Regen oder Hitze; SOMMER, wo zelten am schönsten ist, auch hier hinter dem „Heinrichwald“ tief hinter Brennesseln auf meiner geheimen Lichtung, versteckt im Busch, ein Kilometer vom Familienhaus entfernt in Recklinghausen, im Ruhrgebiet, in Deutschlands größten Stadtgebiet ist noch ganz viel Platz.

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Kleine Jobs hier und da, viele Absagen oder Zusagen die nicht eingehalten werden. Freiheit hat seinen Preis der unzuverlässigkeit, zumindest bei denen die mir was versprechen, anschließend in Luft auflösen ….

Kein Geld aber ZEIT, der wohl wahre Luxus.

39 Jahre Jens – 6 Jahre Wanderleben.

Thüringer Mett und Erfurter Eindrücke, statt trampen dann doch der Flixbus, so billig komme ich selbst per Anhalter nicht weg, würde ja die acht Euro nach Fulda unterwegs doppelt und dreifach verfressen… bei meinem Hunger.

Mac Donalds, der weltbeherschende, böse Superkonzern, tut mir auch im linksliberalen Erfurt gut, kann Bistikets buchen, und meinen neuen Job fröhnen; eine Bevölkerungsanalyse im Internet zur migration von und nach Thailand für die nächsten 35 Jahre beschäftigen mich sehr, baue einen größeren Artikel und versende ihn zum Empfänger, dürfte ein gutes Tschengeld geben.

Mit dem Fernziel Trier, halte ich dann in Fulda, kann dort Couchsurfen, übernachte also bei fremden Leuten die ich ebenfalls im Internet fand, Weißwein floss in Strömen, ich fand neue Freunde.

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Ich war noch nie in Rio, ich war noch nie in Fulda. Letzteres kann ich mir jetzt erfüllen; Der riesige, barocke Dom neben der 1195 Jahre alten Michaelskirche (rechts) sind das kulturelle Herz dieser tollen Stadt mitten in den Weiten von Deutschlands Mitte.
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Irgendwo finde ich immer eine Wildnis, auch in Fulda, in diesem sumpfigen Wald voller Mücken mitten in der Stadt.
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Die heißen Sommertage in totaler Freiheit, immer richtung Westen von Fulda über Gießen bis hier nach Limburg. Pause machen wo ich noch nie war; Fachwerk wie im Märchen im historischen Limburg.

Danke für all die lieben Glückwünsche zum Geburtstag.

Hoffentlich kriege ich bald genug Geld zusammen um irgendwie wieder weit raus zu kommen. Momentan träume ich davon, einfach nach Bangkok zu jetten, weit, weit vorbei an Russland wo jetzt der kurze Sommer verstreicht, und ich pleite nur auf der Landkarte die Straße nach Vladivostock bewundern darf…
Den Winter somit in Thailand, Malaysia, Phillipinen und Indonesien als Backpacker zu entfliehen, wäre eigentlich eine tolle Fortsetzung im Wanderleben, oder?

Noch im eigenen Land unterwegs.

Zuhause ist für mich unterwegs sein. In mir selbst Zuhaus sein.

Heute, mal wieder bei McDoof im WiFi, Espresso für 1,69€ und wenn nötig, ein halbwegs sauberes Klo (in der Natur ist es immer sauberer) erledige ich meine Hausaufgaben, jaja, schreibe auch endlich hier mal wieder was, arbeite aber auch ein wenig, wenn ma es so nennen kann.

Mittlerweile macht meine „Forschungswebsite www.metropolen-der-zukunft.com“ Furore; erstelle für verschiedene „Kunden“ Prognosen (Vohersagen) über Einwohnerzahlen von Städten in der ganzen Welt.
Momentan bastel ich an einer Arbeit über die Zukunft der Bevölkerung der Megastadt Bangkok (Thailand), sozusagen ein größerer Artikel über die Zukunft der Metropole für den ich 80€ bekomme.

Nicht viel, aber immerhin zum Leben on the Road reichts.

Bombay, und mehrere indische Großstädte habe ich auch schon, kenne mich damit eben sehr gut aus, recherchiere im unendlichen www zu allen Daten, Fakten und Zahlen, baue daraus eine Vision und zak, die Welt interessiert sich dafür.

Somit verbringe ich viel Zeit vor meinem Tablet in den Cafes, trinke unmengen Espresso und bin -zumindest im Internet in der weiten Welt unterwegs…. eine Anfrage zur Einschätzung zukünftiger Migration aus und nach Thailand habe ich schon in Arbeit, wobei ich hier höchstens ein Honorar für lumpige 20-30€ erwarten darf, sagt mein Gefühl. Studentenworkshops zahlen bekanntlich ohnehin nie. Da zählt eher ein Name unter den Publikationen.

Jaja, Berlin; bin vor zwei Wochen in die Metropole gekommen und hatte so viele Kontakte geknüpft, als begeisterter (Human)geograph finde ich dort die meisten Gleichgesinnten, ja sogar eben Geldgeber meiner Visionen zur Welt im Jahr 2050….. verrückt, was?

Gestern noch Berlin, heute Erfurt in der tiefsten Provinz.
Bis zum 22 Juni, meinem Geburtstag, muss ich in Trier sein bei Freund Georg der schon kalten Champagner bereit hat. Dort bleibe ich nur zwei Tage, da ich anschließend einen Vortrag über’s Wanderleben in Russland bei Freundin Kerstin in Bochum halten werde.
Weitere Vorträge sind noch in Berlin in Planung, wo ich bald wieder länger sein will.

Zugleich aber bin ich nach wie vor mitten im Wanderleben, trampe durch das „beste Land der Welt“ (wenn auch das graue Juniwetter den Titel „schönstes Land der Welt“ momentan schwer macht) und zelte in Wäldern oder sonstwo.

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Von Berlin (Rasthof Michendorf) komme ich per Anhalter recht schnell durchs platte Land nach Süden, nach Tühringen, wo ich noch nie war… in Erfurt kann ich meine Online-Recherchen zu all den Einwohnerzahlen in Cafes erledigen, freue mich über weitere Aufträge, handel Klekerbeträge aus die irgendwann aufs Konto flattern.

Nach reichlich Essen aus dem Kaufladen, mache ich mich auf zum Nachtquartier, suche mir entweder auf einer großen Brache, ca zwei km außerhalb der City einen schönen Fleck, sichtgeschützt im lockeren Gebüsch fürs Zelt, oder campiere auf einem Dach einer alten Ruine direkt am Bahnhof.

Wobei einige Stellen bloß beim rüberlaufen einzustürzen drohen, (das Dach schwingt unter meinen Schritten) baue ich das Zelt an der scheinbar stabilsten Stelle auf. Genieße eine tolle Nacht hier oben, garantiert ohne Wildschweine oder sonstigen Viecher, wie noch kürzlich in den Stadtwäldern Berlins der Fall.

Wenn nicht China, dann der Wald.

Hier bin ich glücklich (natürlich auch anderswo) und eben auch nur möglich wenn ich in fremden Städten umherziehe.

Diesmal per Anhalter mal wieder nach Berlin, war aber sehr langsam, machte länger Halt in Bielefeld, Hannover und Hildesheim.
Zeit spielt keine Rolle, die Welt vor mir, wenn auch als Tageschau-App, Süddeutsche oder TAZ, Weltspiegel oder alles was ich zu lesen kriege.

Kontakte gibts genug, eigentlich alles perfekt, wenn auch zu langweilig um gleich einen ganzen Blog hier täglich zu füllen.

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Wieder in den Wäldern zu Gast, mit vollen Taschen aus dem Kaufladen das letzte Geld ausgeben. Diesmal im Stadtwald in Göttingen.

Arbeit soll es ja angeblich mehr den je geben, heißt es so schön. Nur finde ich nirgends was um wenigstens davon was ansparen zu können um im Wanderleben auch wieder jenseits der heimischen Grenzen zu kommen. Für Deutschland reichts, Essen, Kaffe, Zeitung und Bier kostet nicht viel und so muss ich auch schön hierbleiben.
Das Russenvisum kann ich noch nicht einmal bezahlen, die 175€ für weitere drei Monate als auch die ca 250€ Flugkosten bis Kazan (wo ich vor mittlerweile einem Jahr angekommen war) sind mittlerweile unerreichbarer Luxus, auch weil ich seitdem die Krankenkasse selbst aufbringe, sozusagen jeden Monat meine 200 Euro Spareinlage der Zwangsversicherung abführe.
Die Sponsoren von einst, sind offenbar weitergezogen zur trendigen Konkurrenz die mit Go-Pro und High Tech auf Titan-Mountainbikes durch Afrika radeln.

Ich ziehe mich seidem zimlich ins Private zurück, hoffe natürlich noch auf einen Treffer, einen Job, einem Helfer, was auch immer.

Peking oder Tokyo. Da wäre ich jetzt genau gern, Sommer in Japan… doch jetzt bin ich erstmal in Göttingen angekommen, hier war ich noch nie.
Hildesheim war sogar noch spannender mit seinen großen Gildenhäusern am Hauptmarkt. Hab nichts davon gezeigt.

Ja, ein Freund schrieb (mal wieder) dass es zu ruhig um mich geworden sei. Gehört wohl dazu und irgendwann gehts wieder weiter. Ich warte, mache, tue ja selbst. Vielleicht auch nicht alles.

Aber muss immer alles – alles sein?

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Gemütlich trampen sogar im sitzen. Wieder nach Berlin mit ganz viel Zwischenstops.

Eine eigene Stadt: Neukölln in Berlin.

Früher hieß das Ding mal Rixdorf, wurde vor 105 Jahren dann in Neukölln unbenannt; zu schlimm war schon damals der Ruf der verlotterten Vorstadt, dem kriminellen Rixdorf der Jarhunderwende.
Cölln war mal eine andere historische Siedlung aus der sich Berlin einst zusammensetzte; Neukölln ließ auf einen neuen Anfang hoffen.
Heute, ein ganzes Jarhundert später, laufe ich durch den Bezirk, dem Stadtteil mit seinen 363.000 Einwohnern mal so eben groß wie Wuppertal, 35.000 Einwohner sind hier noch nicht mit eingerechnet; Araber aus Syrien, oder Palästinenser die sich gern als Libanesen bezeichnen, lassen sich hier massenhaft nieder; eine zuvor etablierte Sozialstuktur, vor allem entlang der fantastischen Sonnenallee die mich so sehr an die Talab Harb in Kairo erinnert, gibt es hier schon; Moscheen, Kulturvereine und überall, ja überall Falafel, Schawarma und Shischabars…. Neukölln wächst, zwar informell aber stetig.

Im Gelsenkirchen von Berlin konnte ich sogar ein Hostel finden für 14 Euro die Nacht, Neukölln fasziniert mich, erinnert mich sogar etwas an Recklinghausen Süd, wo ich herkomme, wenn auch alles hier viel größer ist.

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Die Karl Marx Allee zieht sich einmal quer durch den großen Bezirk Neukölln, hier wo der Döner noch 2,50€ kostet, aber Vorsicht auch hier, die Gier der Vermieter hat auch das Berlin-Fieber gepackt, und schon kostet der Q-Meter um die 5000 Euro....

Knallhart auf schmalen Schultern.

Das tut weh, den ganzen Tag gefühlte drei Tonnen auf die ohnehin kleinen Schultern lässt mir den Tunnelblick aufzwingen. Kilometer um Kilometer vermisse ich den Wanderwagen nun doch, kann aber immer wieder in enge Cafes rein, oder klettere durch Bauzaunlöcher, was ohne den fahrbaren Gepäckwagen wiederum viel besser läuft.

Schlafen im Zelt, ob auf urbane, wilde Grünflächen, Park-Wildnis zwischen zugewucherten Gleisen, oder hop, hop, über den hohen Metallgitterzaun auf dunklen Efeu in der Grünanlage des Sportplatzes in Britz-Süd.

Schöneberg, Neukölln… Welten liegen dazwischen, Tage vergehen und ich sehe zu meine Zeit, – wie lang oder kurz auch immer, in Berlin zu genießen.
Bin total frei, esse gut und billig, habe übermorgen wieder einen Job im Ruhrgebiet. Der Flixbus für neun Euro ist schon gebucht.

Danach kehre ich wieder zurück in die Stadt meiner Träume, wo man so viel erlebt, warte oder ersinne neue Ideen um weit ins Ausland katapultiert, das Wanderleben fortzusetzen.

Urban-Wild-Camping in der Metropole…

Heißt mein großes Comeback jetzt … wenn überhaupt, nach vielen Monaten Heimat war ich eigentlich nie wirklich aus dem Wanderleben raus. War immer frei, hatte viel Zeit, war mal hier mal da, Zuhause im Ruhrgebiet, nur eben nicht weit weg.

Ach mann, hatte einfach nirgends genug Moneten zusammenkriegen können um wieder zurück auf die Russische Piste zu kommen; Flugtiket, Visum, Krankenkasse (…) und so weiter, sind und waren finanziell einfach eine zu große Hürde.

Jetzt, und wie immer hoffe ich weiter auf Wunder und schlage mich mal mit Rucksack und Zelt durch Berlin, dort wo ich eigentlich mehrere Freunde habe, wo ich mal wohnte und nun ganz allein, total frei, ja wenn auch mit permanent 15 kg auf den schmerzenden Schultern durch die riesige Stadt treibe.

Habe einen Plan, wandere langsam aber stetig quer durch die Bezirke, wovon Berlin insgesamt 12 hat, alle an sich selbst riesengroß wie Großstädte, voller eigener Zentren von weiter Ausdehnung mit hunderttausenden von Einwohnern.
Berlin kenne ich ja schon recht gut, und versuche jetzt in dieser Zeit wo ich noch in Deutschland etwas festhänge, diese Stadt weiter von innen, von unten, ja von ihrer wilden Seite her zu erkunden. Inmitten des Häusermeeres in urbaner Wildnis aus Brachflächen, in Stadtwälder oder Parks, – wo auch immer, zu Campen. Nur kein Geld darf es kosten, Campingplätze gibts ja auch, sind aber eben nicht umsonst und dazu noch fürchterlich langweilig.

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Erstmal im Grunewald das Zelt aufschlagen. Die erste wilde Camping-Nacht in Berlin startet im bürgerlichen Stegiltz-Zehlendorf wo der große Stadtwald mal eine einfache Übung ist.

Steglitz-Zehlendorf ist Berlins bürgerlichster Stadtteil (eigentlich Bezirk) mit 320.000 Bewohner auf weiten 103 Quadratkilometern. Da ist viel Platz, da schon der Grunewald ein riesiges Areal dort einnimmt. Lange, breite Straßen und niedrige Eigentumshäuser, immer wieder Geschossbauten in schwerer, manchmal verzierter, manchmal schlichter Bauweise ihrer jeweiligen Epoche wirken erstmal ein wenig langweilig. Zumindest wenn man hier stundenlang zu Fuß umherzieht.

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Die 141 jährige Friedenseiche ist für mich Baumfreund sofort DAS Wahrzeichen von Zehlendorf, der wohlhabenden Bürgervorstadt Berlins, beim Grunewald und Wannsee gelegen.

Hier ziehe ich umher, pausiere viel da das Gepäck schwer wiegt.
Den Wanderwagen nehme ich hier nicht gern mit, zu umständlich wirds wenn ich in vollen Cafes (fürs Internet) oder Kaufläden & Shoppingcenter will. Freies WiFi oder kostenlose, saubere Toiletten, sowie billigen Espresso finde ich in den Glaspalästen des bösen Kapitalismus eben ganz einfach.

Bezierk Nr. 1 durchwandere ich also vom Unterzentrum Zehlendorf bis Steglitz, ca fünf km weiter entlang der großen Berliner Straße, esse im großstätdtischen Steglitz im „China House“ für 6,50 gebratenden Reis mit Huhn & eine Fassbrause dabei, plaudere mit einer alten, sehr gepflegten Dame über meinen sperrigen Rucksack, erweiche sie offenbar so sehr mit meinen Lebensweg, dass sie 10€ springen lässt.

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Steglitz City mit seinem 125 Meter hohen Fluch der (bau)wilden 60er Jahre: Dem Steglitzer Kreisel, Berlins größter Asbestruine, die entweder und entgültig abgerissen oder (luxus)saniert als Wohnturm werden soll.

Was sind schon Stunden?
Nur sehr langsam kann ich gehen mit all den Kilos auf den ohnehin schmalen Schultern, treffe wieder auf Bekannte (erst im Internet) die ich Zuhause in Tempelhof-Schöneberg besuche, bekomme dort eine Dusche, lade die Geräte sowie den Kalorienbedarf meines Bauches.
Gezahlt wird üppig: Mit Geschichten aus 5 Jahren Wanderleben ….
Eine Einladung zur Übernachtung, ein Viertel weiter, lehne ich dankend ab; im Zelt und Wild will ich diese Stadt erleben…..

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Neuer Stadtteil (Bezirk): Tempelhof-Schöneberg ist viel dichter als Steglitz-Zehlendorf, und suche lang nach einen einigermaßen sicheren Platz fürs Zelt. Endlich gefunden: Hier am Südkreuz-Bahnhof gibt es noch ein wildes Stück Berlin für mich 🙂

Unterwegs in Berlin.

Der reinste Luxus: Zeit haben.
Jetzt und heute (22.02, Mittwoch) in meinem geliebten Berlin, wo ich die regenreichen Tage gemütlich auf dem Sofa bei Freund Jürgen Drensek verbringe.
Einige wenige Jobs als Gartenhilfe sowie Baumfällungen (was ich ja handwerklich eben kann) erlauben mir den Espresso bei „Romeo & Romeo“ in meinem geliebten Schöneberger Kiez; ein paar Euro reichen, essen mit Jürgen der mir immer aktuell von seinen Weltreisen zu berichten weiß; momentan das einzige was mir bleibt, zuhören, träumen…..

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Mit Marcel in unserem "Wohnzimmer" dem Kiez-Cafe Romeo & Romeo an der legendären Motzstr. Marcel ist in meinem Alter und will auch hinaus in die Welt. Somit überlegen wir schonmal zu zweit wie wir ans Kleingeld kommen um spätestens zum Sommer ins Wanderleben zu wechseln.

Eigentlich bin ich ja sowas von zufrieden; täglich ziehe ich ca 15 – 20 Kilometer durch die große Stadt und lasse mich treiben, lese viel und telefoniere mit Mama und Freund Georg der gerade in Thailand über die touristische Monotonie von Phatong klagt.
Ich ärgere mich über lose Zusagen einiger Heckenschnitte sowie Gartenarbeiten die mal übermorgen, mal irgendwann in drei Wochen anliegen…. in drei Tagen will ich ja wieder zurück ins Ruhrgebiet zur Familie, habe dort auch genug Aufträge für die Reisekasse, fürs Stammlokal „Nicos Taverne“ in Recklinghausen Süd, stundenlanges lesen, Google Maps, neue Statistiken von Einwohnerzahlen afrikanischer Städte, mein Zukunftsforschungsprojekt (www.metropolen-der-zukunft.com) füllt mich dermaßen aus, dass ich fast nur noch davon (mental) leben könnte.

Tapentenwechsel aber ist manchmal wichtig; für unglaubliche neun Euro (9 €) brachte mich der Flixbus vom Ruhrgebiet nach Berlin. Sechs Stunden fahrzeit.

Es regnet tagelang, der dritte Espresso regt mich wild, will laufen durch die riesige Stadt, des fiese Wetter sprüht pausenlos Niederschlag vor die Schaufenster des Romeo.
Zeit haben.
Klingt wohl alles eher nach Langeweile.
Nein, ganz und garnicht. Lediglich die strammen Muskeln meines drahtigen Leibes rufen nach Auslastung, wärend die Seele zwar voller Träume und Visionen sich inmitten des Glücks wähnt, gegenwärtig „angekommen“ im Himmelreich jenseits jeder materieller Verantwortung ihrer kompletten Selbstverwirklichung bewusst ist.
„Besser“ ginge es ja immer. Es ist völlig normal das Menschen permanent zum maximalen streben; jetzt in Peking oder Novosibirsk sein wäre so ein Maximum für mich.
Meine Kaffe-Nachbarn lassen in ihren Denkblasen Träume lesen wie höhere Gehälter, eine eigene, größere Wohnung im angesagtesten Kiez hier in Berlin, ein besseres Auto, mehr Urlaub, weitere Fernreisen bitte.
Aber man will ja nicht klagen.

Somit nutze ich die Freiheit der eigenen Unbeschwertheit, besitze nur das was ich angezogen habe, laufe schon monatelang mit so zimlich den gleichen Klamotten herum, verschiebe ständig den immer dringender werdeneden Neukauf meiner zerfläddernen Meindl-Wanderschuhe.
Berlin ist um mich, 3.866.000 Menschen um mich, davon 230.000 „ortsansässige nicht-registrierte“ meist Syrer oder Osteuropäer die hier in die Metropole drängen.
Ja, sowas interessiert mich ungemein; 45.000 Berliner mehr dürften es dieses Jahr schonwieder werden. Die Wohnungspreise schießen im Wahn hinauf, die ganze Stadt floriert entgegen aller Prognosen der 90er Jahre. Heute lasse ich mich treiben in diesem Riesenlabor urbaner Kultur die es nur hier gibt. Auch wenn die Hauseigentümer hier meinen, die Mieten möglichst bald (und völlig grundlos) auf’s Niveau von London oder Paris zu katapultieren. Eben in einer Stadt wo 2000 Euro Netto schon ein besserer Lohn sind.

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Hier hatte ich 2009 mal gewohnt, im gelben Haus (Bildmitte) in Top-Lage mitten zwischen dem Zentrum West und Ost in Berlin. Noch heute gibts hier viele Sozialwohnungen, die allerdings extrem begehrt kaum noch zu bekommen sind. Noch begehrter die immernoch vielen Brachflächen hier, wo selbstverständlich komplett Luxus oder Hochpreis-Wohnungen entstehen sollen.

Ich war mal anderthalb Jahre hier in Berlin, wohnte hier und wollte nie mehr weg.
Damals war es noch möglich hier eine Bleibe zu finden, inmitten vom Nuttenkiez an der Kurfürstenstraße erkannte ich meine Chance ganz, ganz nah am angesagtesten Viertel in Schöneberg zu wohnen; die aufdringlichen Bordsteinschwalben vor der Haustür, sind nicht jedermanns Sache und ich bekam die 30 Quadratmeter für 330€ warm mitten in Berlin.
Wohnung gefunden, aber Jobmäßig lief garnichts.
Zu schlecht waren und sind die Löhne als Baumpfleger, wollte noch das Abi nachholen, dann studieren… aber nach anderthalb Jahren gewurschtel durch’s Billig-Handwerk (Sklaven-Zeitarbeitsfirmen, Möbelpacken für ein Appel & Ei, Callcenter zum Hungerlohn, usw..) war Feierabend, ich folgte dem Ruf der alten Firma im Ruhrgebiet, sparte soviel es ging und startete ins Wanderleben.

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Mein altes Berlin schwindet; jetzt kommen die Super-Immobilien, immer höher und teuerer verändern neue Hochhäuser das Stadtbild. Anderseits mag ich sie auch, Veränderungen, eine coole Scyline .... 116 Meter sind's erst hier am "Zoofenster" in der City West. Über 250 Meter sollen sie noch werden, neue Wolkenkratzer nahe dem Kudamm, oder am Alex. Berlin will höher werden als Frankfurt...

Ja, was schreibe ich überhaupt hier im Wanderleben?
Ich denke das gehört schon hierher, dürfte ja auch alles nicht uninteressant sein, oder?
Außerdem lebe ich hier und jetzt nahezu vogelfrei, eine Art Wanderleben im Ruhemodus.

Ich versuche jetzt einfach mal viel öfter hier zu schreiben was ich abseits des Welt-Wanderlebens hier so erlebe.
Die Welt aus der Sicht eines komplett Freien, – vielleicht eine neutralere Sicht der Dinge wenn man sich selbst kaum im Wege steht?