30 Grad ende November.

Wie die Zeit vergeht, breits in der vierten Woche komme ich allmählich hier auf der Insel an. Die brauche ich, könnte mir garnicht vorstellen die durchschnittlichen 11 Tage lediglich zu verbringen an diesem Ort, wo statistisch ein Urlauber diese Zeit verbringt.
Anfangs noch wild-campend am wilden Stadtrand in Wüstenhafter Umgebung, residiert mein Zelt jetzt wieder in Tonys Hof, mit Anschluss ans Haus gleich neben dem lagendären Yumbo Center, mitten in Playa del Ingles; das ist riskant, weil das Party-Epizentrum keine Gehminute entfernt liegt, jedoch in zweiter Reihe der Bungalow Anlage recht geschützt weniger laut nachts eine Top Lage.
Mittendrinn mein Zelt.

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Zu Gast bei einem alten Freund. Tony lässt mich hier campen so lang ich will ... im Haus selbst, sind die zahlenden Gäste, wärend ich meinen Gastgeber gern mal zum Essen einlade, ansonsten im "Couchsurfing Modus" hier gut unterkomme.

Vorher hat das alles noch ganz anders ausgesehen. Täglich einige Kilometer Gang, aus der Stadt raus, morgens wieder rein, immer so weiter. Manchmal wurde ich das schwere Gepäck nicht los, suchte nach irgend jemanden, der es behütet, wärend ich die 2,5 km zum Strand marschierte. Tiefer Sand, Hitze, aber die Schultern frei. Keine 21 kg die dort lasten.

Abends überrollt schon früh die Bettschwere mein Gemüt, muss immer einkaufen, viel Wasser, schwer die Fresstasche beladen und damit weit raus bis hinter San Fernando.
So heißt das hintere Wohnviertel der ansich künstlichen Retorten-Hotelstadt Playa del Ingles, wo 120.000 Urlauber momentan versorgt sein wollen.
Viele Angestellte leben hier, da wo die dröhnende Autobahn das ende der Semi-Tropischen Ferienwelt aus Bungalow-Balkonien begrenzt.
Noch weiter raus, schleppe ich mich übers Neubauviertel „El Lomo“ wo zwar alle Straßen fertig sind, aber seit der Wirtschaftskriese 2008 kein einziges Haus steht.

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Weitab vom Urlaubsparadies finde ich hier die nötige Abgeschiedenheit, um nachts möglichst unerkannt zu campen. Gruselig: Komische Gestalten in der Ferne machen die Sache nicht sicherer... wer weiß wer sich hier so rumtreibt...
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Gesundes Futter zum Abend: Kohlenhydratfrei, aber Nahhaft schlemmere ich Salami, Käse und Tomaten mit reichlich Wasser. Letztlich darf auch ein Bier meiner gesunden Ernährung nicht entgegegenstehen.

Ganz hinten, an einem Traffohaus, kommt der steile Abstieg ins trockene Fusstal. Dort unten ist immernoch genug Licht von all den Lampen die das verweiste Baugebiet nächtens komplett beleuchten.
Hier esse ich nach dem langen Weg aus der Stadt meine Ration, gönne mir noch ein Bier dazu und steige runter, baue das Zelt auf und ruhe solange ich will im Schutze wilder Kakteen.

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Hier soll irgendwann mal die Stadt weiter wachsen.... die Straßen sind schon da, und die Natur auch mittlerweile.
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Morgens steige ich wieder hinauf, laufe über das verlassene Neubau-Plateau zurück in die Stadt. So kann ich leben hier in Maspalomas, auf in einen neuen Tag.

…. Oder eben bei lieben Freunden wie Tony. Dem versprach ich nur einige Tage zu bleiben, bin aber schon über zwei Wochen jetzt schon da, kann gern so bleiben und das denkt der Gastgeber.
Ein großer Glücksfall, auch wenn ich die Tage wieder mal auf Ego-Trip hinunter ins Tal ziehe am Abend, bleibt mein Mittelpunkt bei Tony.
Geldmäßig hatte ach auch einige tolle Sachen erlebt; ein Freund sendete mir 50€ sowie ein Unbekannter Fan meiner Internetauftritte (insbesondere von Planet Romeo, einem Gay-Network) der mein Freileben/Wanderleben mit sagenhaften 300 € unterstützt.
Leider konnten wir uns nie treffen, er wollte mich noch sehen, reiste aber kurz nach meiner Ankunft ab.
Wie immer frisst die Krankenkasse mit der Zeit alle Erfolge wieder zuverlässig auf. Fluch und Segen zugleich; kann ja eben auch hier deshalb ganz normal zum Arzt, oder ins Krankenhaus, sollte was passieren.
Dennoch tut es immer weh, wenn die knappen Mittel an die noch einzige Sache die ich systemkonform beibehalte, – der freiwilligen, gesetzlichen Krankenversicherung – zerinnen.

Dennoch träume ich von der anderen Seite.
Da drüben, 200 km Luftlinie dahinten übers Meer. Da ist Afrika, Marokko wo ich unbedingt hin will.
Doch erstmal sparen, arbeiten und ja, ganz viel Zeit verbringen in diesem Paradies….. da wo Europa geologisch schon Afrika ist, kulturell/politisch aber Spanien, Gran Kanaria, meine liebste Insel.

Überleben im Paradies …

Also, weiter gehts … nach den nächtlichen Sandsturm muss unbedingt eine Alternative her, brauche nahezu den ganzen Tag  anschließend um die Gegend um Maspalomas zu erkunden, ohne 21 kg Gepäck auf den Schultern wenns geht.

An Kontakten hier in der Urlauber-Metropole im Mini-Format, mangelt es mir nicht, besuche noch einen Schweizer der ebenfalls vom ewigen Leben unter der Kanarischen Sonne träumt, lasse mich bei ihm auf einen üppigen Teller Nudeln einladen, lasse Sack und Pack bei ihm und wandere leichtfüßig in den Norden der Touristenstadt entlang der zentralen Via Tirajana, einer ca drei Kilometer langen Hauptstraße gesäumt von Hotelburgen, Saufbuden und Kalorientempeln von Deutsche über Norwegische bis „Gay Cuisine“ Küche, hinauf bis ins Wohngebiet „San Fernando“ dort wo eben auch die abertausenden Kellner und Hotelangestellten wohnen, mittlerweile aber auch immer mehr Residents aus Nordeuropa, die hier die weitaus billigeren Wohnungen gleich kaufen und hierbleiben.

Hier oben schwitze ich bei 29 Grad, telefoniere noch bei einer Kaffeepause (Espresso für 1,40€) mit Mama in Recklinghausen, wo’s lausige drei Grad Schmuddelwetter sind…. ich sende ihr Sonnengefühle.

Irgendwann wandere ich über eine laute Autobahnbrücke, wuchtige Palmen halten sich künstlich bewässert entlang des lärmenden Highways, der 2006 brandneu in den schroffen Fels der wüstentrockenen Südseite der Insel geschlagen, die ganze Region wirtschaftlich befruchten soll; mehr Autos satt mehr Wasser. Eine Formel die wohl weltweit gilt und bisher (leider) nur zu gut funktioniert.
Weiter rauf, stoße ich auf ein verwildertes Neubaugebiet, wo ein ganzes Stadtviertel neu entstehen sollte; „El Lomo“ klingt der letzte Versuch, die Siedlung noch tiefer in die letzten Winkel des schmaler werdenden Bergtals hineinzudrücken. Ganz hinten, wo noch Kakteen und vertroknete Dornenstreucher genug Wildnis bieten um dort abgeschieden zu zelten, finde ich mein alternatives Schlafzimmer; völlig windgeschützt umgeben von hohen Felsen.

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Schroff und extrem trocken. Wie in Mexiko sieht es hier aus, einige Kilometer vom Zentrum der Touristenmetropole zelte ich gut abgelegen hier in typisch kanarischer Wildnis.
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Bloß nicht barfuß hier laufen.... aber wild-schön ist es hier... so ruhig und dennoch nicht alzu weit weg vom totalen Trubel des Yumbocenters.
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Super-stachelige Feigenkakteen schützen mein Schlafgemach, versorgen mich noch mit Vitaminen, da ihre rot-rosanen Früchte essbar sind.
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Extreme Trockenheit, viele Monate kein Regen und doch übersteht das wiedersdansfähigste Wesen diese oft tödlich lange Durststrecke: Wenn man Kaktus heißt.... und vor allem mein Nachbar ist; die Erlösung ist nah, klares Wasser bleibt genug übrig und lasse ihn trinken ....

Wärend die Natur hier im Todeskampf um jeden Tropfen Wasser alle Register zieht, ziehe ich wieder weiter ins opulent humane Schlaraffenland, ein paar anstrengende Kilometer zurück, wo gute Freunde mich dazu einladen..
Roland und Rudi sind alte Bekannte von vergangenen Zeiten hier auf der Insel, als ich mich lautstark mit einem der marrokanischen Klamottenhändler im Yumbo Center zoffte, weil dieser mich beschimpfte, als ich nach der Anprobe einer recht minderwertigen Hose nicht kaufen wollte.
Das war vor vier Jahren, und der Tumult machte auf mich aufmerksam. Roland lud mich damals auf ein Bier ein, fand mein Temperamentsausbruch gut – eine Freundschaft die mal aus Streitkultur enstand, nicht umgekehrt.

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Auf Gran Kanaria vor Jahren kennengelernt: Rudi (links, 81 j.) und Roland (rechts 63 Jahre) laden mich zu einem Ausflug nach Puerto Mogan ein.

22 km fahren wir mit dem Bus weiter nach Westen, wo die Insel noch wenige Siedlungen, nahezu rein aus Touristenhotels bestehend im steilen Fels geschlagen bald ins schroffe, steile Bergland übergeht, so steil, dass keine Straße mehr weitergehet, die Berghänge scharf in den tiefblauen Atlantik abfallen.

Ganz hinten war vor genau 200 Jahren noch ein kleines Fischerdorf, Puerto Mogan (Hafen von Mogan) wärend einige Kilometer dem Flusstal landeinwärts folgend das Bauerndorf Mogan nahezu in tropischer Schutzathmosphäre zwischen den Berghängen, Mangos, Bananen und Papayas gedeien lässt. Am Hafen entdecke ich auch Kokospalmen.

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Puerto Mogan scheint wie eine reine Kulisse für den Tourismus zu wirken. Authentisch geht zwar anders, aber schön ist es hier einfach .... ein reale Bilderbuchidylle, die ihre unreale Authentitzität nicht zur Kritik fordert. Jedes dieser Häuser ist zu mieten, in allen Reisekatalogen zwischen Oslo und Milano.

Und dann das: Eingeladen zur Tradition.
Fischessen im Hafenort gehört zum festen Ritual meiner beiden Gastgeber, die hier seit vielen Jahren regelmäßig herkommen, somit in bester Gesellschaft sind wie ca 35% aller Urlauber hier, die nahezu jedes Jahr kommen.

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Heute Abend noch was vor? .... Dann besser Finger weg vom Tomatensalat nach "Kanarischer Art" ... Tomaten, Olivenöl und tonnenweise roher Knoblauch darüber. Fertig ist der Kanarische Tomatensalat also.
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Welch ein Kontras zu meinen Konserven-Buffets am Zelt: "Kanarischer Fisch" scheint ebenfalls dem Knoblauch verfallen. Schön aufgebacken aber natürlich mit kanarischen Kartoffeln und dem kanarischsten aller Leckereien, dem Mojo, jeweils einem würzigen Dip in rot und grün.

Somit komme ich also mit meinen Freunden hier ganz gut über die Runden, und träume davon dass die nächsten paar Monate doch eigentlich so bleiben mögen.
Zumindest ist warmes Sonnenwetter garantiert. Das ist schonmal sicher.

Erstmal ankommen…

Gran Kanaria soll ja nicht wirklich das Abenteuerland als weißer Fleck auf der Landkarte sein; 1560 Quadratkilometer Berginsel, flächenmäßig fast zweimal die Stadt Berlin, mit 850.000 Einwohner so viel wie Mallorca hat, drei Millionen Touristen im Jahr, davon die meisten ganz unten im sandigen Süden wo auch ich jetzt bleibe.

05.November und 28 Grad…. windig und sandig; ich ahne nicht dass die Nacht höllisch werden mag… wieder in meiner Sänke inmitten der hohen Sanddünen, versteckt aber alles andere als windgeschützt, verbringe ich eine dramatische Nacht die mir das Zelt pausenlos durchpustet, laut schlagen die Planen im sandigen Wind, der gnadenlos vom Atlantik nicht mal im Ansatz auf Ablass keine Ruhe lässt.
Ich schlafe immer wieder ein, wache 1000 mal auf…. irgendwann aber ist es soweit, und Tageslicht erlöst mein Leid.

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In dieser Senke zwischen den Sanddünen glaubte ich vor dem Wind einigermaßen geschützt zu sein. Mitnichten.
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Noch am Abend genieße ich solche Panoramen auf dem Weg in mein "Schlafzimmer".
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Mein neues Zuhause: Der Süden von Gran Kanaria, mit seiner einzigartigen Sanddünenlandschaft auch ein guter Platz zum Wild-Campen. ....Wenns Windstill ist (!!!)
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Lange Wege gehören dazu; mit 20 kg Gepäck über hohe Sandberge sind nicht ganz so erholsam, doch die Mühe lohnt: Der Preis ist die vollendete FREIHEIT.
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Frühstück am Strand. Alles Essen schleppe ich mit zum Zeltcamp weit Draußen von allen Hotelburgen entfernt. Gut essen und trinken sind mein einziger Luxus.

Wanderleben wurde „Freileben“

Also was jetzt wieder an Zeit vergangen ist, schonwieder erdrückt ein Novembergrau die liebliche Heimat, dass es jetzt mit den noch so bescheidenen Mitteln erstmal für 4000 km Winterflucht reicht.
80€ konnte ich sparen, davon ein One-Way Ticket nach GRAN CANARIA gekauft, wo ich jetzt angekommen bin…

Kein Plan, nur ein paar Euros in der Tasche aber Sonne, Wärme, rauschende Fächerpalmen im südlichen Wind.

Zuhause war ich glücklich, doch jetzt bin ich es hier in der gewaltigen Touristenstadt Maspalomas/Playa del Ingles wo ich wieder davon lebe so dermaßen anders zu sein als nahezu alle anderen der gegenwärtig 120.000 Urlauber, die hier ihre zwei Wochen Buffet, Strand mit Sonnenbrand verleben.

Wieder mit fetten Ruckack – wie immer der gleiche schon seit all die vielen Länder, tingel ich hier bei Novembermilde 26 Grad  zwischen die Balkonierten Wohlfühlfabricken umher, ein betongegossener Traum vom Sonnenurlaub inklusive millionen von Kalorien in all den Fressbuden, dänischen, norwegischen, holländischen Restaurants, deutsche Bäckereien, englische Bierkneipen.
Hier kenne ich mich ja schon aus, war bereits viermal hier, damals im aktiven Wanderleben auf „Systemreise“ durch alle Regionen der Länder Europas, in jeder Region eines Landes jeweils, 17 davon allein in Spanien, eine davon eben das Kanarische Archipel 1200 km hinaus auf dem Atlantik entfernt vom spanischen Festland, fast in Sichtweite gegenüber Süd-Marokkos, und ja, Marokko liegt schon in Afrika.

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Wie in Afrika, .... die Sahara ist nah, 200 km weiter östlich ist die größte Wüste der Welt für all den Sand hier im Süden der Insel Gran Kanaria verantwortlich. Der wurde über tausende von Jahren mit den heißen "Calima Winden" rübergeblasen. Heute sind die "Dünen von Maspalomas" ein Touristen-Biotop, gleich in Sichtweite zu den Hotelburgen. Dennoch ist es hier sehr einsam. Den mühsamen Weg durch tiefen Sand scheuen die molligen Urlauber sodass ich hier, ganz weit drinn, sicher und ruhig mein Nachtlager aufschlagen kann.

Kaum einer weiß dass ich hier bin.
Toni, der Engländer, wo ich vier Jahren ganze sechs Wochen umsonst wohnen konnte, schreibe ich erst in eine paar Tagen auf Facebook an…. erstmal will ich hier ankommen, bin schon mit einigen Leuten von damals hier zugange, wurde schon endeckt mit der klobigen Tasche inmitten des hypertouristischen Yumbo Centers, meiner zentralen, multisexuellen Spielwiese voller Gaybars, Cafes, Chinalokalen und viel mehr Nippesläden. Abends stöckeln hier zwei-Meter Transen an senegalesischen Haschischdealern vorbei.
Meine guten Freinde Roland (63) und sein Freund Rudi (81) laden mich zum Bier ein in der Spartakus Bar.
Sehen und gesehen werden.

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Mann, was die Sonne blendet... irgendwie muss ich heute morgen passabel fürs Foto rüberkommen.

Wovon ich hier leben soll?
Mal sehen… ich habe erstmal einige Bekannte die hier ausgewandert sind, oder langzeit Touristen sind, wo hier und da mal ein Essen angesagt wäre.
Arbeit habe ich im Internet auch etwas, verkaufe Bevölkerungsprognosen die ich selbst berechne (siehe meine Website: www.metropolen-der-zukunft.com) und ja, wie immer im Wanderleben, erzähle ich den Leuten von Freiheit, Langsamkeit, Glück …. was mir einige honorieren. Spenden landen mal aufs Konto oder gleich auf die Hand.

Ich brauche kaum etwas; schlafen, waschen, leben… alles umsonst hier draußen in/mit meinem Zelt. Nur essen und trinken, sowie die Espressos für meine Internet-Sitzungen wie eben jetzt kosten.
Das muss ich mir erarbeiten, mal als Entertainer, mal (hoffentlich) in einem Garten beim Heckenschnitt, mal als Geograph die Einwohner ferner Metropolen prognostizieren.

Wie lange ich bleibe?

Keine Ahnung, ein Gefühl sagt mir heute erstmal, mindestens ein paar Monate.

Sollte alles klappen und ich komme zu Potte, spare sogar etwas, dann will ich rübermachen nach MAROKKO, was ja nicht weit da drüben hinter’m Meer liegt, dort mit dem 20 kg Backpack durchs ganze Land in voller Langsamkeit reisen.
Wanderleben durch Nordafrika über Algerien bis Tunesien…. dann wieder Heim ….oder doch runter durch ganz Afrika?

Naja, so die Visionen.
Wenn’s Geld ausgeht, bin ich genauso schnell auch wieder an der Bochumerstraße in Recklinghausen Süd, trinke Rotwein in meinem Stammlokal Nicos Taverne.

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Mein Schlafzimmer: Die Dünen von Maspalomas, die hier ganz hinten raus, fast menschenleer, mein eigen sind ....

02.08.2017 – Saarland & Trier.

Lange Wanderungen durch tiefe sommerliche Wälder im nördlichen Saarland, zusammen mit Partner Georg, die Zeit vergessen.

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Sooo schön, einfach stundenlang hier durch die Wälder zu streifen....

Was ist schon Zeit?

Ich habe sie, kann mir kaum irgendwas da Draußen in den Städten der Menschen leisten, fühle mich eben hier so wohl, brauche nur Essen und Trinken, was ja auch ganz wenig kostet.

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Deutscher Wald: Eher - oder komplett eine Plantagenlandschaft in Monokultur. Vor 500-600 Jahren hat es solche aufgeräumten Fichtenwälder sicher nicht gegeben. Dennoch, wir kennen mittlerweile nichts anderes, sofern überhaupt dieser menschenleere Ort von der Gesellschaft wahrgenommen, in seiner komerziellen Form als Wirtschaftswald, ja lediglich zur Holzgewinnung (Vermarktung) existiert.

Den ganzen Tag steigen wir über moosige Wege und Felsen die Anstiege durchs Waldland, wundere mich wie weit und vor allem menschenleer das kleine Saarland hier in seiner nördlichsten Ecke ist; mit 2500 Quadratkilometer nicht mal 10% so groß wie NRW, und 1 Mio Einwohner stark sogar dicht besiedelt, stelle ich fest wie viel Platz dennoch hier ist. So groß, so weit das ruhige, stille Land.

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Kein Auto von den fernen Straßen zu hören. Echte Stille, nur die Stimmen des Waldes tun so gut.... weitab von den 50 Millionen PKWs unseres Landes. Weitab, dort wo's am gesündesten ist.

Da kommt schonwieder ganz große Lust auf das zelten in freier Natur auf. Hier ganz weit in den westlichsten Ecken Deutschlands, in und um die uralte Römerstadt Trier, eine Zuhause, eines von drei …

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Hier bin ich: Auf einer der "Traumschleifen" jenen Rundwanderwegen hier in den hügeligen Ländereien.

Die 2075 Jahre alte Römerstadt ist schon lange eine meiner Heimaten, dort wo Jakobsweg-Freund Georg mich mitten in der wunderbaren Stadt so gut beherbergt, dass es mir fast schon zu komfortabel vorkommt; ein weiches, großes Himmelbett, ein eigenes Zimmer hinter dicken, 115 Jahren alten Wänden einer zentralen Stadtwohnung.
Auch hier nehme ich mir alle Zeit, schlafe immer an die 10 Stunden, gehe meine vier Kilometer durch die Stadtmitte, dehne die Zeit noch zusätzlich bei einem täglichen Espresso im Stammcafe Christies, mitten zwischen Hauptmarkt und alter Domkirche, denke nach über das gute Leben, … ich bin ein Minimalist, habe Zeit, erkenne das es genau darauf ankommt.

Mittags erledige ich einige Jobs im Internet, schreibe an Dingen die mich sehr bewegen: Demografische Arbeiten von migrationsbewegungen in Afghanistan oder China, bis zu Bevölkerungsprognosen deutscher Städte, australischer Bundesstaaten oder indischer Provinzen.
Mein Wanderleben eben, jetzt in Trier, bald wieder bei der Familie im Ruhrgebiet. Dazwischen sonstwo, wo es mich hintreibt wenn ich am Freitag den Daumen an der Auffahrt zur Moselautobahn in den Wind halte …. wer nimmt mich mit Richtung Norden. Endziel: Ruhrgebiet, eine Woche bei der Familie.

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Mit Blick auf den historischen Kornmarkt in Trier, lese ich reichlich Bücher auf den Sofas des großen Thalia-Buchkaufhauses, wo die Bücher viel zu teuer sind, diese aber hier gut überfliegen kann um zu sehen, was es so neues gibt.
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Na, so ganz schlecht geht es mir als Minimalist nun doch nicht: Gutes Essen, das Einzige was ich kir wirklich leisten will, kann ich aufgrund meiner Gelegenheitsarbeiten leisten. Die 15€ für dieses Luxusfrühstück bei "Delikat" in Trier, halten mich bis Abends satt, dann ist wieder Grillparty bei Georg und kann Wein und gutes Fleisch schlemmen.

Berlin – Trier – Recklinghausen

… 29. Juli und immernoch im HEIMATLEBEN, – momentan bei Partner Georg in Trier.

Sorry dass ich so lange mal nichts geschrieben habe hier, – Zuhause in vielen Städten, mal Draußen im Zelt, mal bei guten Freunden gehts mir einfach gut, auch ohne großes Geld.

Ich will zurück nach RUSSLAND, nach Asien…. aber dann per Anhalter mit dem Rucksack.

Suche noch Arbeit, Geld und Visa 🙂

Bleibe drann …

Zeltnächte im Ruhrgebiet

Ob hier in Recklinghausen, oder im indonesischen Regenwald, zuhause bin ich in meinem Zelt. Egal wo.

Wobei mein Feldbett bei der Familie im Haus immer frei ist, ruft mein minimalistisches Verlangen nach Natur, Nächte im Freien, ob bei Regen oder Hitze; SOMMER, wo zelten am schönsten ist, auch hier hinter dem „Heinrichwald“ tief hinter Brennesseln auf meiner geheimen Lichtung, versteckt im Busch, ein Kilometer vom Familienhaus entfernt in Recklinghausen, im Ruhrgebiet, in Deutschlands größten Stadtgebiet ist noch ganz viel Platz.

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Kleine Jobs hier und da, viele Absagen oder Zusagen die nicht eingehalten werden. Freiheit hat seinen Preis der unzuverlässigkeit, zumindest bei denen die mir was versprechen, anschließend in Luft auflösen ….

Kein Geld aber ZEIT, der wohl wahre Luxus.

39 Jahre Jens – 6 Jahre Wanderleben.

Thüringer Mett und Erfurter Eindrücke, statt trampen dann doch der Flixbus, so billig komme ich selbst per Anhalter nicht weg, würde ja die acht Euro nach Fulda unterwegs doppelt und dreifach verfressen… bei meinem Hunger.

Mac Donalds, der weltbeherschende, böse Superkonzern, tut mir auch im linksliberalen Erfurt gut, kann Bistikets buchen, und meinen neuen Job fröhnen; eine Bevölkerungsanalyse im Internet zur migration von und nach Thailand für die nächsten 35 Jahre beschäftigen mich sehr, baue einen größeren Artikel und versende ihn zum Empfänger, dürfte ein gutes Tschengeld geben.

Mit dem Fernziel Trier, halte ich dann in Fulda, kann dort Couchsurfen, übernachte also bei fremden Leuten die ich ebenfalls im Internet fand, Weißwein floss in Strömen, ich fand neue Freunde.

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Ich war noch nie in Rio, ich war noch nie in Fulda. Letzteres kann ich mir jetzt erfüllen; Der riesige, barocke Dom neben der 1195 Jahre alten Michaelskirche (rechts) sind das kulturelle Herz dieser tollen Stadt mitten in den Weiten von Deutschlands Mitte.
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Irgendwo finde ich immer eine Wildnis, auch in Fulda, in diesem sumpfigen Wald voller Mücken mitten in der Stadt.
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Die heißen Sommertage in totaler Freiheit, immer richtung Westen von Fulda über Gießen bis hier nach Limburg. Pause machen wo ich noch nie war; Fachwerk wie im Märchen im historischen Limburg.

Danke für all die lieben Glückwünsche zum Geburtstag.

Hoffentlich kriege ich bald genug Geld zusammen um irgendwie wieder weit raus zu kommen. Momentan träume ich davon, einfach nach Bangkok zu jetten, weit, weit vorbei an Russland wo jetzt der kurze Sommer verstreicht, und ich pleite nur auf der Landkarte die Straße nach Vladivostock bewundern darf…
Den Winter somit in Thailand, Malaysia, Phillipinen und Indonesien als Backpacker zu entfliehen, wäre eigentlich eine tolle Fortsetzung im Wanderleben, oder?

Noch im eigenen Land unterwegs.

Zuhause ist für mich unterwegs sein. In mir selbst Zuhaus sein.

Heute, mal wieder bei McDoof im WiFi, Espresso für 1,69€ und wenn nötig, ein halbwegs sauberes Klo (in der Natur ist es immer sauberer) erledige ich meine Hausaufgaben, jaja, schreibe auch endlich hier mal wieder was, arbeite aber auch ein wenig, wenn ma es so nennen kann.

Mittlerweile macht meine „Forschungswebsite www.metropolen-der-zukunft.com“ Furore; erstelle für verschiedene „Kunden“ Prognosen (Vohersagen) über Einwohnerzahlen von Städten in der ganzen Welt.
Momentan bastel ich an einer Arbeit über die Zukunft der Bevölkerung der Megastadt Bangkok (Thailand), sozusagen ein größerer Artikel über die Zukunft der Metropole für den ich 80€ bekomme.

Nicht viel, aber immerhin zum Leben on the Road reichts.

Bombay, und mehrere indische Großstädte habe ich auch schon, kenne mich damit eben sehr gut aus, recherchiere im unendlichen www zu allen Daten, Fakten und Zahlen, baue daraus eine Vision und zak, die Welt interessiert sich dafür.

Somit verbringe ich viel Zeit vor meinem Tablet in den Cafes, trinke unmengen Espresso und bin -zumindest im Internet in der weiten Welt unterwegs…. eine Anfrage zur Einschätzung zukünftiger Migration aus und nach Thailand habe ich schon in Arbeit, wobei ich hier höchstens ein Honorar für lumpige 20-30€ erwarten darf, sagt mein Gefühl. Studentenworkshops zahlen bekanntlich ohnehin nie. Da zählt eher ein Name unter den Publikationen.

Jaja, Berlin; bin vor zwei Wochen in die Metropole gekommen und hatte so viele Kontakte geknüpft, als begeisterter (Human)geograph finde ich dort die meisten Gleichgesinnten, ja sogar eben Geldgeber meiner Visionen zur Welt im Jahr 2050….. verrückt, was?

Gestern noch Berlin, heute Erfurt in der tiefsten Provinz.
Bis zum 22 Juni, meinem Geburtstag, muss ich in Trier sein bei Freund Georg der schon kalten Champagner bereit hat. Dort bleibe ich nur zwei Tage, da ich anschließend einen Vortrag über’s Wanderleben in Russland bei Freundin Kerstin in Bochum halten werde.
Weitere Vorträge sind noch in Berlin in Planung, wo ich bald wieder länger sein will.

Zugleich aber bin ich nach wie vor mitten im Wanderleben, trampe durch das „beste Land der Welt“ (wenn auch das graue Juniwetter den Titel „schönstes Land der Welt“ momentan schwer macht) und zelte in Wäldern oder sonstwo.

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Von Berlin (Rasthof Michendorf) komme ich per Anhalter recht schnell durchs platte Land nach Süden, nach Tühringen, wo ich noch nie war… in Erfurt kann ich meine Online-Recherchen zu all den Einwohnerzahlen in Cafes erledigen, freue mich über weitere Aufträge, handel Klekerbeträge aus die irgendwann aufs Konto flattern.

Nach reichlich Essen aus dem Kaufladen, mache ich mich auf zum Nachtquartier, suche mir entweder auf einer großen Brache, ca zwei km außerhalb der City einen schönen Fleck, sichtgeschützt im lockeren Gebüsch fürs Zelt, oder campiere auf einem Dach einer alten Ruine direkt am Bahnhof.

Wobei einige Stellen bloß beim rüberlaufen einzustürzen drohen, (das Dach schwingt unter meinen Schritten) baue ich das Zelt an der scheinbar stabilsten Stelle auf. Genieße eine tolle Nacht hier oben, garantiert ohne Wildschweine oder sonstigen Viecher, wie noch kürzlich in den Stadtwäldern Berlins der Fall.

Wenn nicht China, dann der Wald.

Hier bin ich glücklich (natürlich auch anderswo) und eben auch nur möglich wenn ich in fremden Städten umherziehe.

Diesmal per Anhalter mal wieder nach Berlin, war aber sehr langsam, machte länger Halt in Bielefeld, Hannover und Hildesheim.
Zeit spielt keine Rolle, die Welt vor mir, wenn auch als Tageschau-App, Süddeutsche oder TAZ, Weltspiegel oder alles was ich zu lesen kriege.

Kontakte gibts genug, eigentlich alles perfekt, wenn auch zu langweilig um gleich einen ganzen Blog hier täglich zu füllen.

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Wieder in den Wäldern zu Gast, mit vollen Taschen aus dem Kaufladen das letzte Geld ausgeben. Diesmal im Stadtwald in Göttingen.

Arbeit soll es ja angeblich mehr den je geben, heißt es so schön. Nur finde ich nirgends was um wenigstens davon was ansparen zu können um im Wanderleben auch wieder jenseits der heimischen Grenzen zu kommen. Für Deutschland reichts, Essen, Kaffe, Zeitung und Bier kostet nicht viel und so muss ich auch schön hierbleiben.
Das Russenvisum kann ich noch nicht einmal bezahlen, die 175€ für weitere drei Monate als auch die ca 250€ Flugkosten bis Kazan (wo ich vor mittlerweile einem Jahr angekommen war) sind mittlerweile unerreichbarer Luxus, auch weil ich seitdem die Krankenkasse selbst aufbringe, sozusagen jeden Monat meine 200 Euro Spareinlage der Zwangsversicherung abführe.
Die Sponsoren von einst, sind offenbar weitergezogen zur trendigen Konkurrenz die mit Go-Pro und High Tech auf Titan-Mountainbikes durch Afrika radeln.

Ich ziehe mich seidem zimlich ins Private zurück, hoffe natürlich noch auf einen Treffer, einen Job, einem Helfer, was auch immer.

Peking oder Tokyo. Da wäre ich jetzt genau gern, Sommer in Japan… doch jetzt bin ich erstmal in Göttingen angekommen, hier war ich noch nie.
Hildesheim war sogar noch spannender mit seinen großen Gildenhäusern am Hauptmarkt. Hab nichts davon gezeigt.

Ja, ein Freund schrieb (mal wieder) dass es zu ruhig um mich geworden sei. Gehört wohl dazu und irgendwann gehts wieder weiter. Ich warte, mache, tue ja selbst. Vielleicht auch nicht alles.

Aber muss immer alles – alles sein?

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Gemütlich trampen sogar im sitzen. Wieder nach Berlin mit ganz viel Zwischenstops.