Spanien ( Alicante )
Mit dem Wanderwagen über das glatte Buntpflaster in Alicantes einziger Fußgängerzone.  Hier spreche ich auch einige Touristen an. Vielleicht findet sich jemand wo ich unterkommen kann, oder vielleicht ein Essen spendiert.
Aber mitnichten, so muss ich jetzt zusehen aus der Stadt zu kommen um irgendwo wild zu  campen….

Spanien / Alicante

Hier bei Achim im OVNI, gefällt es mir so sehr,  dass ich noch einen Tag hierbleibe.  Zudem hatte ich mich dem Anemd zuvor mit zwei Engländern angelegt, meinen spendabelen Gastgebern, die ja meinten mach dem Essen dem Deutschen Wandersmann zu zeigen wo der Hammer hängt,  und soffen einen Pint nach dem anderen…
Ich hielt zwar stand, bin aber jetzt fürchterlich verkatert. Auch einer der Gründe warum ich noch hier bleibe.
Unterhalb der Straße liegt Campanillo, ein Vorort der hier ungefähr beginnt um anschließend nathlos im Häusermeer von Alicante übergeht.  Hier bade ich im Meer bei ungewöhnlich warmen Wetter, erfahren uber Skype, dass Mama mir wieder was überwiesen hatt. Jetzt kann ich mir wieder was leckeres bestellen in meinem Lieblingslokal hier an der Costa Blanca.

Zwei Tage die sich wie vier anfühlen;  hier mache ich Pause und lausche dem Erzählungen meines Gastgebers, der schon die ganze Welt vom Segelboot aus gesehen hat, da kommen Träume auf…

Doch am nächsten Tag löse ich mich und ziehe weiter, Alicante vor mir  …. ein Ort den ich schon immer mit Spanien,  Sonne, Meer und dem absoluten Mediterranen Feeling verbunden habe… doch zuerst latsche ich ohne Ende durch völlig langweiliges, Urbanes Niemandsland; Gewerbehallen, Asphalt und Betonwüsten, Autos…. nur noch Autos.
Irgendwann erscheint diese Innenstadt,  die sich lediglich mit ihrer echt wunderschönen  Esplanade in Erinnerung hält.
Ansonsten ragt aus dem recht Gesichtslosen Einerlei mehrstöckiger Wohnkasernen, dieser große Berg aus Sandfarbenen Fels mit der alten Burgfestung obendrauf. Doch der ist jetzt für den Wanderwagen viel zu steil und sicherlich nicht einmal umsonst. Eintritt für solche Sachen kann ich mir leider nie erlauben.
Stattdessen kaufe ich für drei Euro bei Aldi  (Der expandiert im Pleite-Spanien nebst Lidl überall) eine komplette Mahlzeit,  bestehend aus einer dicken Dose Ravioli und einem noch dickeren Brot.  Wasser ist ja immer umsonst,  diesmal vom Burger King und schmeckt heute sogar mal weniger nach Chlor als sonst.

Am  recht verlassenen Strand von Alicante setze ich mich in den Wind, ignoriere den Sand der mir ins Gesicht weht, und schaue übers Meer……

Spanien / Alicante / Elche / Oruhiela /

Bei Achim dem Deutschen, hatte ich noch bevor ich Alicante erreichen konnte, Unterschlupf finden können.
Zwar in meinem Zelt hinter seinem kleinen Straßenlokal, aber wieder mal in bester Gesellschaft;  jaja, zumindest  brauchte ich hier nicht im Spanisch – Englischem Kauderwelsch wie sonst üblich,  zu verkrampfen. Leider, leider bin ich nunmal nicht so sprachgewandt wie ich es gern hätte – und ich es eigentlich als so großer Weltreisender sein sollte… aaaaber was wir nicht alles sein sollen…
Die Stimmung hier irritierte mich so sehr wie sie mich auch anzieht; schnell weg, dachte ich im ersten Moment als dieser muffig gelaunte Griesgram mir am Kopf schmiss, ich sei zu blöd sein WiFi zu aktivieren.
Manchmal dauert es einfach bis der Empfang klappt… doch als alter Holzfäller macht mir sowas wenig aus. Die offensichtlich noch schlechter gelaunte Bardame konnte mit ihren finsteren Blicken ebenfalls nichts daran ändern,  ich merkte einfach das Achim, ein weitgereister und letztendlich hier gelandeter, grauer Typ, wirklich was Gutes hat. Er lud mich ein bei ihm zu zelten, und half mir einfach bei allem was ich so brauche.
Zudem muss ich sagen, dass auch das Essen hier anders ist; international, einfach aber mit wirklich viel Geschick gemacht, unterscheidet sich der Anspruch vom “Restaurante O.V.N.I, wie der Laden hier heißt,  deutlich.
Vielleicht ware es zu enthusiastisch wenn ich sahen würde "mit Liebe gekocht”, eher mit viel Gefühl und einem großen Fundus an Wissen.
Am Tresen ließ ich mich dann von spendabelen Engländern einladen und konnte so endlich wieder warme und dazu echt gute Küche schlemmen.

Spanien / Alicante / Elche / Oruhiela / Murcia

So viele Tage sind wieder vergangenen und so lange habe ich mich nicht gemeldet.  Jaja, zur Zeit bin ich schwer mit dem Alltag des Wanderlebens beschäftigt,  – wandern, billiges oder kostenloses Essen finden, online sein um bei Couchsurfing.com einen Schlafplatz zu finden & mit Familie und Edmond zu skypen, und noch vor 18 Uhr (!) irgendwo einen wilden Stellplatz fürs Zelt auftreiben,  sofern ich nicht in einer Stadt übernachte.
Bin jetzt in Murcia und heute zu Gast bei Dori. Der Wanderwagen ist wieder zusammengebrochen; muss morgen schauen wie ich dass in den Griff bekomme.
Ansonsten hoffe ich nebenbei etwas von Murcia zu sehen und auch hier etwas mehr reinzustellen.
Jetzt aber trinke ich erst mein “ Feierabendbier”, 22 Kilometer auf den Sohlen. … da ist sowas schon nötig 🙂

Außerdem kostet der halbe Liter frisch Gezapftes nur 1, 50 €….  Bierland Spanien….

Bis morgen…

Spanien / Benidorm / Vila Joiosa

Schon gleich zwei, drei Kilometer weiter sieht die Sache ganz anders aus; in La Vila Joiosa sehe ich plötzlich keinen einzigen Touristen mehr, auf einmal bin ich wieder in eimer echten, Spanischen Stadt,  ja, ich werde sogar begrüßt mit “Buen Camino” dem Gruß der Jakobspilger,  wohl wegen meines T-Shirts mit der Aufschrift “Camino Santiago”.
In Benidorm hingegen,  habe ich wie Luft die leeren Blicke der sich auf der Promenade dahinwälzenden Massen gestreift.

Der Abend kündigt sich mit länger werdende Schatten einer sich neigenden Sonne an, und es wird an der Zeit etwas einzukaufen. Wieder finde ich genug für fünf Euro, sogar noch inklusive einer Literflasche kalten Bieres, mache mich rasch auf dem Weg aus die Kleinstadt und finde wenig später,  kurz vor der Dämmerung,  einen herrlichen Platz für mein Lager, mitten in einer wilden aber überschaubaren Berglandschaft.
Hier in der schroffen Trokenheit robuster Sträucher,  staubigen Bodens und spitzer Steine, setze ich das Zelt auf einen Versprung, der wie eine Terrasse zur offenen Landschaft liegt.

Es ist warm und ich bin durstig.  Das Zelt steht schnell,  hier findet mich nimand. Sowas merke ich einfach am Frieden dieses Ortes… einfach so.

Das Bier ist noch kalt, das Land schenkt mir nun diesen Moment…

Wie wenig Geld ich doch brauche um solch großartigen Momente in diesem Land zu erleben…

Spanien ( Benidorm )
Die “leere Millionenstadt”, Benidorm, eines der größten Touristenorte der Welt, war wenig freundlich;  hier interessierte sich kaum jemand für mich, ich war wie unsichtbar zwischen all den Strandtouristen die so komisch unter sich bleiben wollen. Dennoch alle dicht an dicht gedrängt,  lebt jeder in seine Privatblase, kommt nur vorsichtig ins Gespräch und lässt ganz Anonym das Geld alles machen; deshalb bekam ich weder in der “Casa Alemania” noch im British Pup irgendwelche Hilfe, wie die Möglichkeit mein Tablet oder Handy aufzuladen. Auch Wasser aus der Leitung gab es nicht, in Benidorm ist rein garnichts kostenlos.
Zum Glück ist der Kapitalismus jenseits solcher Touristischen Epizentren nicht so extrem, und die Menschen helfen sich auch ohne Bezahlung.

Spanien / Benidorm

Eine ganze Millionenstadt,  nur ohne Bewohner.
Wo gibt es sowas?
Hier an der Costa Blanca, eines der touristischsten Gegenden dieser Welt, konzentrieren sich die internationalen Ströme in den Ort Benidorm, einer nahezu kompletten Hotelstadt, Riesengroß und garantiert ein Kulturfreies Erlebnis.
Ähnlich wie heute in China ganze Retortenstädte innerhalb weniger Jahre emporwachsen, wurde auch Benidorm, einst ein Fischerdorf zur Metropole gemacht. Das war in den Sechzigern als die ersten Mitteleuropär auf der Flucht vor dem nasskalten Winter hierher kamen.
Mittlerweile aber waren und sind es so viele, dass gewaltige Wolkenkratzer die Sonnesuchenden Massen aufnehmen müssen,  bis uber 180 Meter ragen sie in den blauen Himmel, die Straßen gleichen Schluchten,  in denen sich ein Souvenirladen an den nächsten reit.  Bierkneipen, Restaurants  und bunte, düdelnde Spielhallen Kilometerweit, besoffene Engländer (die Deutschen sind auf Mallorca) sowie der alltägliche Fressrausch, der vielen hier in ihrer physischen Opulenz, eher rot im Gesicht des Cholesterins wegen, als von der Sonne, sind hier auf Schritt und Tritt zu bewundern.
Naja, zwei, drei Tage würde ich es ja schon aushalten hier, aber länger würde es meine Leber sowie der gesamte Verdauungstrakt nicht schaffen; die täglich Maximierung der möglichen Kalorienzahl, sowie Hektoliterweise Bier (ein Pint für 1 Euro)  ist eigentlich die einzige Beschäftigung die hier so möglich ist, abgesehen vom Strand wo die Völlerei beim Dösen und Softeis-Naschen eine Unterbrechung findet.
Uff, was für ein Fest hier, was für eine “Homage an den Hedonismus”, …. oder in anderen Worten: “Welch ein großes Fressen”.
Benidorm schafft in den Sommermonaten gut 1 Million Gäste aufzunehmen,  lediglich 100.000 Einwohner leben hier, ausschließlich Servicekräfte die den Tourismus aufrechterhalten,  dem einzigen Wirtschaftsfaktor hierzulande;  Industrie gibt es hier keine, oder nur wenig,  Zement hatte Konjunktur,  da noch bis 2007 hier ein Bauboom sondergleichen stattfand, Benidorm sollte noch größer werden,  nicht genug waren den Unternehmern die ohnehin gewaltigen Menschenmassen in Schlapphüten und Sonnenbrand. Noch einige Kilometer vor und hinter Benidorm liegen ganze Straßenzüge brach, ohne Bebauung,  wild, teils vermüllt und schon komisch.  Die Wirtschaftskrise zwang den ewigen Expansionswahn in die Knie. Aber hier fühle aber ich mich wieder wohler,  da es viel Platz für das Zelt gibt, und es ist so schön ruhig….

Wie eine Fata Morgana liegt nun dieses Benidorm hinter mir,  ich ziehe durch trockene Steppenlandschaften und bin schon froh diesen wenig freundlichen Ort zu verlassen.

Spanien / Altea

Tja, so kann es auch gehen, Arbeit, Schweiß und viel Hoffnung, ja und dann: Ein warmer Händedruck und ein Apfel…. das war dann meine große Ausbeute für die Arbeit auf dem Gemüsefeld.
Somit verlasse ich den Hof bei Jabea zu Fuß,  wandere nun wieder auf Spanischem Boden, erinnere mich noch an den Jakobsweg kürzlich.  Doch nun bin ich zwar im selben Land, doch sehr viel weiter südlich;  Palmen und warmer Wind…. 
Wiedet schaffe ich es für fünf Euro soviel einzukaufen,  dass es reicht damit über den Tag zu kommen. Ja sogar einen kostenlosen Schlafplatz finde ich hier an der Übertouristisierten Costa Blanca, die dermaßen stark zersiedelt schon wie eine einzige Megastadt, bestehend aus Ferienhäusern,  Villen und Hotels aussieht.
Hier ist nahezu jeder Zentimeter mit mondän aussehenden Villen zugebaut, Gärten dazwischen machen die ganze Sache zumindest etwas Privater,  ansonsten ist von einer Naturbelassenen Küstenlanschaft rwin garnichts mehr zu finden hier.
Ich weiß nicht sorecht was ich davon halten soll,  einerseits fteue ich mich über dieses gelungene Phänomen eines flächendeckenden Wohlstandes, der sowas ermöglicht,  anderseits erschrecke ich wie übervoll diese begrenzte Welt geworden ist. Und es wird von Tag zu Tag schlimmer….

Zu meinem Glück gibt es hier fast nur Steinstrände oder Felsküsten, eigentlich ganz schön,  aber zum schwimmen gehen taugen die allerdings weniger, zumindest wenn man über 60 ist, so wie nahezu und offensichtlich 80% der hier ansässigen Urlauber.
Ich nutze das und klettere inklusive Wanderwagen eine der Klippen hinab und richte mir ein Himmelbett in einer sichtgeschützten Felsnische. Dort verbringe ich den wohl wunderbarsten Abend meiner Spanienreise; ganz allein bei Sonnenuntergang direkt am Meer, über mir die Villen, vor mir ein mediterraner Himmel in allen Farben, eine Literflasche San Miguel, Brot, jede Menge Salami und das sanfte Rauschen einer entspannten Brandung.
Auch die Nacht war überraschend warm und sternklar.

Gut gelaunt ziehe ich am nächsten Tag weiter, nun ich Richtung Calpe, einer reinen Touristenstadt mit Hochhäusern und so gut wie keine Einheimische.
Hier ziehe ich geschwind durch bis hinter Altea, was schon wesentlich authentischer rüberkommt; Spanier bewohmen die Häuser hier gleichermaßen wie Besucher, doch der Tag neigt sich wieder und ich suche wieder nach einen sichtgeschützten Platz fürs Zelt.

Diesmal finde ich auf einer der hier in Spanien häufigen Brachflächen, oft mit Wildwuchs und Müll überzogen,  eine Möglichkeit.
Ich bin frisch gewaschen, vom Meer das immer längs des Weges liegt, baue das Zelt in zweifelhafter Nachbarschaft zu einer komplett aus Müll gebauten Hütte auf; auch andere scheinen sich hier niedergelassen zu haben, in diesem Fall sind es Sinti, die “Zigeuner” Westeuropas. Ich glaube sie als solche erkannt zu haben. Leider bin ich aber zu feige ihnen ein Besuch abzustatten;  Unmengen an Müll und ein recht festgesetztes Klischeedenken hält mich davon ab.

Nach einer etwas unruhigen Nacht, ( jedes noch so kleine Geräusch nahe dem Zelt, ließ mich aufwachen ) starte ich den Marsch auf Benidorm… einem ganz speziellen Phänomen…..