Tja, so kann es auch gehen, Arbeit, Schweiß und viel Hoffnung, ja und dann: Ein warmer Händedruck und ein Apfel…. das war dann meine große Ausbeute für die Arbeit auf dem Gemüsefeld.
Somit verlasse ich den Hof bei Jabea zu Fuß, wandere nun wieder auf Spanischem Boden, erinnere mich noch an den Jakobsweg kürzlich. Doch nun bin ich zwar im selben Land, doch sehr viel weiter südlich; Palmen und warmer Wind….
Wiedet schaffe ich es für fünf Euro soviel einzukaufen, dass es reicht damit über den Tag zu kommen. Ja sogar einen kostenlosen Schlafplatz finde ich hier an der Übertouristisierten Costa Blanca, die dermaßen stark zersiedelt schon wie eine einzige Megastadt, bestehend aus Ferienhäusern, Villen und Hotels aussieht.
Hier ist nahezu jeder Zentimeter mit mondän aussehenden Villen zugebaut, Gärten dazwischen machen die ganze Sache zumindest etwas Privater, ansonsten ist von einer Naturbelassenen Küstenlanschaft rwin garnichts mehr zu finden hier.
Ich weiß nicht sorecht was ich davon halten soll, einerseits fteue ich mich über dieses gelungene Phänomen eines flächendeckenden Wohlstandes, der sowas ermöglicht, anderseits erschrecke ich wie übervoll diese begrenzte Welt geworden ist. Und es wird von Tag zu Tag schlimmer….
Zu meinem Glück gibt es hier fast nur Steinstrände oder Felsküsten, eigentlich ganz schön, aber zum schwimmen gehen taugen die allerdings weniger, zumindest wenn man über 60 ist, so wie nahezu und offensichtlich 80% der hier ansässigen Urlauber.
Ich nutze das und klettere inklusive Wanderwagen eine der Klippen hinab und richte mir ein Himmelbett in einer sichtgeschützten Felsnische. Dort verbringe ich den wohl wunderbarsten Abend meiner Spanienreise; ganz allein bei Sonnenuntergang direkt am Meer, über mir die Villen, vor mir ein mediterraner Himmel in allen Farben, eine Literflasche San Miguel, Brot, jede Menge Salami und das sanfte Rauschen einer entspannten Brandung.
Auch die Nacht war überraschend warm und sternklar.
Gut gelaunt ziehe ich am nächsten Tag weiter, nun ich Richtung Calpe, einer reinen Touristenstadt mit Hochhäusern und so gut wie keine Einheimische.
Hier ziehe ich geschwind durch bis hinter Altea, was schon wesentlich authentischer rüberkommt; Spanier bewohmen die Häuser hier gleichermaßen wie Besucher, doch der Tag neigt sich wieder und ich suche wieder nach einen sichtgeschützten Platz fürs Zelt.
Diesmal finde ich auf einer der hier in Spanien häufigen Brachflächen, oft mit Wildwuchs und Müll überzogen, eine Möglichkeit.
Ich bin frisch gewaschen, vom Meer das immer längs des Weges liegt, baue das Zelt in zweifelhafter Nachbarschaft zu einer komplett aus Müll gebauten Hütte auf; auch andere scheinen sich hier niedergelassen zu haben, in diesem Fall sind es Sinti, die “Zigeuner” Westeuropas. Ich glaube sie als solche erkannt zu haben. Leider bin ich aber zu feige ihnen ein Besuch abzustatten; Unmengen an Müll und ein recht festgesetztes Klischeedenken hält mich davon ab.
Nach einer etwas unruhigen Nacht, ( jedes noch so kleine Geräusch nahe dem Zelt, ließ mich aufwachen ) starte ich den Marsch auf Benidorm… einem ganz speziellen Phänomen…..