Spanien / Jabea

Jabea (oder Xabia) ist so ein typischer Ort am Meer mit dem üblichen Toiristenbetrieb; Hotels, Ferienhäuser und jede Menge Restaurants,  die ich mir alle nicht leisten kann (jammer…)

So verbringe ich nur kurze Zeit zum Erkundschaften, und suche ganz automatisch die Nähe zum Meer, dem Kieselsteinstrand nahe der Uferpromenade.
Hier kann ich mal faulenzen.  So ein durchschnittlicher Tag im Wanderleben ist nämlich alles andere als Bahaglich; viel laufen, unglaublich viel zu Fuß muss ich überall alles erledigen,  da Bustikets den engen Rahmen von fünf Euro am Tag sprengen, und die brauche ich ja fürs Essen.

Etliche Kilometer zurück,  treffe ich meinen Gastgeber,  wie immer sehr beschäftigt in seinem Betrieb,  (er baut nahezu alles selber aus, möchte zudem ein Restaurant eröffnen) und verbringe den Tag mit Arbeit auf seinen Gemüsefeldern, reiße alles raus was dort steht, denn jetzt im November macht auch hier vieles Grünzeug schlapp, wobei die Temperaturen wirklich nicht dazu veranlassen sollten…

Nachdem alles freigeräumt ist, (ich schwitze total) und der Rasen gemäht, baue ich das Zelt auf, da Kiku heute Nacht in Valencia weilt, und ich nicht unbedingt in seinem Haus samt Laden zurückbleiben muss.
Mal sehen, er hatte ja angedeutet mir sogar etwas zu zahlen für etwaige Aktivitäten,  morgen bleibe ich noch und schaue was so alles geht.
Am Sonntag reise ich dann nach Benidorm weiter. Wenigstens das Bustiket dorthin muss ich mir erarbeiten…

Spanien / Valencia / Jabea

Wieder übers Internet verabrede ich mich mit meinem nächsten Gastgeber,  berichte Benito darüber der sich total freut, dass sowas überhaupt möglich ist; ganz ohne Hotels und  Flugzeug im “Dauerurlaub” sein…  mitnichten, Urlaub sieht wahrlich anders aus. Aber ja, ich bin hier und heute Abend gehts weiter nach Süden.
Und wirklich, “Kiku”, so soll ich ihn nennen, liest mich mit Sack und Pack vom breiten Bürgersteig in Valencia auf, dank seines riesengroßen Autos ist es ein Kinderspiel den fetten Wanderwagen gleich reinzupacken.
Um 22:30 Uhr fahren wir 110 Kilometer weiter nach Jabea, (oder Xabia) zu dessen Anwesen, irgendwo entlang der ewig langen Küstenstraße mit ihren vielen Orten.
Dort staune ich nicht schlecht, “Ganesh Antiques” heißt sein kleines Reich hier,  also mal wieder Indien, und somit bin ich ganz in meinem Element; umgeben von uralten, schweren Holzmöbeln, allesamt aus Indien herbeigeschafft, träume ich wieder von meiner alten Liebe: Indien.
Zwei Experten haben sich also gefunden, und ich fühle mich hier ganz besonders wohl.

Kiku ist hier Zuhause, kommt aus Valencia und handelte zur Bauboomzeit eben mit dieser schweren Holzeinrichtung. Vornehmlich Türen mit ihren altindischen Verzierungen liefen damals wirklich gut; in Spanien zur Zeit des Imobilienhypes, kauften die Leute einfach alles. Die Stimmung war wie besoffen, so sprudelten die Kredite der völlig außer Kontrolle geratenen Banken.
Doch heute sieht es ganz anders aus, mein Gastgeber bietet mir Arbeit an, der Garten verwildert und Personal ist ganz besonders heute einfach unbezahlbar. (Selbst wenn diese für 5 Euro die Std arbeiten)
Doch erstmal machen wir einen Ausflug.  Es ist Freitag und wieder knallt die Sonne wie als gäbe es diesen November jetzt nicht.
Kiku fährt mit mir weit hinaus, hält nahe dem Meer auf einer hohen Klippe. Dort klettern wir einen wilden Abstieg hinunter, ich riche den Duft von Strandkiefern, vermischt mit dem Salz der Brandung.
Unten angekommen frage ich nochmals, wie wir ins Wasser kommen, lediglich scharfkantige Felsen überall,  soll ich hier einfach springen ?
Aber ja doch, so springe ich – natürlich völlig nackt, von der Felskante, drei Meter in die tefblauen Wogen. Zusammen schwimmen wir entlang der Felswand, die sich hundert Meter aus dem Meer erhebt in gebührenden Anstand; zu wild branden die Wellen des tiefen Wassers gegen das Gestein, mittendrin ich, folgend meinem lokalen Freund, dessen Haupt mal auf mal ab hinter den hohen Wogen des wuchtigen Rhythmus eines tiefen Meeres zu sehen ist.
Ich schaffe dem geübten Schwimmer zu folgen,  staune fast zum ertrinken als er links abdriftet und aufeinmal sich eine gewaltige Höhle mir auftut: 40 Meter breit, 20 Meter hoch prangt wie ein Riesenmaul dieses gewaltige Loch.
Ich folge dennoch meinem Vorschwimmer, unter mir im glasklaren Salzwasser lediglich mein nackter Leib, und viele, viele Meter Tiefe. Doch allmählich blitzen Steine daunten, es wird geheimnisvoll dunkel um mich, als ich tiefer hineinschwimme. Jetzt leuchtet das Wasser hellblau von unten her, das Licht hält hingegen wenig von den okerfarbenen Höhlenwänden, dennoch ist es hier nicht komplett dunkel, es ist einfach nur wunderschön – und umheimlich zugleich.

Wie gesagt, nackt, so wie mich einst Mama gebähr, steige ich am Rande der Innenwände auf einen Felsvorsprung, wie ein Fischotter aus dem Wasser. Endlich sowas wie Land.
Ich friere garnicht, ich sitze auf diesem Fels und staune ohne Ende.
Kiku muss mir natürlich jetzt erzählen,  dass er hier schon etliche Frauen vernascht habe.

Wir schwimmen den weiten Weg zurück,  die Wogen sind deutlich wilder geworden,  ich schwanke gut anderthalb Meter aus und ab, schaffe es so gerade noch den steilen, aber zum Glück kantigen Fels emporzuklettern,  immerwieder von einer Welle erfasst, aber dennoch ohne Blessuren zu guter Letzt.

Ein toller Tag, ein unvergessliches Erlebnis.
Schade dass sowas nur mit einer Spezialkamera zu fotografieren ist, aber so dermaßen nackt, so dermaßen der Natur ausgeliefert; da bin ich froh mal ganz ohne alles dort gewesen zu sein.
Sowas vergisst man nicht so schnell…

Spanien / Valencia

Weiter geht es jetzt nach Süden.  Ganz luxuriös kaufe ich mir ein Bustiket nach Valencia, schließlich möchte ich jetzt erstmal einen großen Schritt auf der Landkarte machen.
Leisten kann ich mir das eigentlich nicht; lediglich 150 Euro beträgt mein Gesamtvermögen und die schon deftigen 28 Euro (eigentlich ja nicht wirklich teuer für 300 Km ) sind noch nicht genug: Mein Wanderwagen, so entscheidet der schlechtgelaunte Busfahrer, geht jetzt mal als “Bici” durch, was so viel wie Fahrrad heißt.
Protest ist jetzt fehl am Platz, Eine Mädchenklasse mit einem wahren Gebirge an Koffern stresst den armen Mann so sehr, dass er nur noch schimpfend weitere 18 Euro für mein “Fahrrad” verlangt, der Laderaum des Busses gerät an seine Grenzen,  mittendrin der liebe Wanderwagen und oben ich, inmitten kreischender Teenis im Facebookfiber, samt jedweder erdenklicher Variante telekommunikativer Möglichkeiten.
Auf dem langen Weg nach Valencia schaffte ich es insgesamt über 30 verschiedene Klingeltöne zu identifizieren.  Unfreiwillig.

In Valencia bin ich verabredet mit Benito, der mich über Couchsurfing einlud. Inklusive Abholservice bringt mich der freundliche Valencianer zu seiner großen Wohnung im fünf Kilometer entfernten Vorort Alaquas.
Dort werde ich schon von Taika empfangen,  Taika, was Finnisch ist und soviel wie “Magic” bedeutet.
“Magic” aber bellt wie vom Affen gebissen den Gast ihres Herrchens an, beruhigt sich nur langsam, da eigentlich Hunde nie aggressiv auf mich reagieren.  Es ist spät und ich stoße meinem Gastgeber ein bisschen vor dem Kopf mit dem Wunsch um 10:30 ins Bett zu wollen.
Jaja, schließlich sind wir hier im Land der Nachtschwärmer schlechthin; Spanier neigen von ihrer Natur aus schon weit nach Mitternacht zu schlafen.  Wohlgemerkt innerhalb der Woche. An den Wochenenden ist die Katastrophe perfekt;  vor fünf Uhr morgens ist es nahezu schon Uncool in die Haia zu gehen….

Jetzt bin ich schon drei Tage hier bei Benito in Valencia, habe auch Sergio kennengelernt,  einem rundlichen Rastamann in meinem Alter und Benitos bester Freund, der natürlich auch lebendgern kochen mag.
So komme ich in die Gelegenheit die spanische Küche der Region zu entdecken: Salziges Schweinekottlett, Patatas (selbstgemachte Pommes) mit Knoblauch und Zwiebeln und dazu diese riesigen (nicht scharfen) Pfefferschoten aus dem Garten von Benitos Papa…. lecker, lecker…

Gleich ziehe ich wieder durch die Stadt,  Valencia ist Spaniens drittgrößte Stadt und hier tobt der Verkehr gewaltig,  doch die “Avenidas” sind breit, Palmen und Magnolien überall,  es ist ein wahrer Genuss hier stundenlang durch die Stadt zu schlendern.
Die Kehrseite: Ich darf nur fünf Euro pro Tag ausgeben,  da mein Budget mittlerweile sehr begrenzt ist. So sättige ich mich mit großen Mengen Brot, den einfachen Baguette vom Supermarkt für 70 Cent das Stück,  kaufe für ca 1, 50 Euro Obst, was hier wirklich billig ist, und leiste mir dazu einen der Fertigsalate, oft mit Nudeln, Tunfisch, oder schwerer Mayonnaise um etwas Geschmack zu spüren.
Auch Aufschnitt wie Billigsalami hilft dabei, über den Tag zu kommen.
So laufe ich mit meinem Baguette in der Hand durch die Sonnigen Avenidas, rieche immer den Duft frisch gebratener Köstlichkeiten aus den vielen Lokalen und Restaurants und sehe die frisch gezapften Biere der Touristen auf den Tischen wie sie in der Sonne glänzen.

Dafür bin ich jetzt aber hier und erlebe diese Stadt ganz untouristisch; spaziere, ja wandere stundenlang, ziehe viele Kilometer den Strand entlang, spare mir somit den Bus, komme aber auch deshalb gut in Wallung, bewege mich viel und besorge mir kostenlos frisches Leitungswasser aus den Lokalen vor Ort.
Wasser ist immer umsonst, mit einer Plastikflasche ausgestattet,  verdurste ich hier nie.

Aber solange ich hier in dieser Region bin, muss ich unbedingt noch das absolute Nationalgericht verköstigen: Die Paella, das bekannte Reisgericht ist hier in Valencia Zuhause.
Vor der Stadt liegen die einzigen echten Reisanbaugebiete Europas. Zudem ist das in Spanien ohnehin seltene Flachland eine Besonderheit; Zitrusfrüchte und alles was schmeckt wächst hier im Überfluss.

Ich schaue rüber aufs blaue Meer, gleich gegenüber hinter dem Horizont liegt Mallorca.
So weit bin ich schon, so sonnig warm ist es hier…

Ich “Scype” mit meiner Mama in Deutschland,  erfahre wie grau und kalt es dort ist…
Ja, ich vermisse mein Zuhause,  vermisse meinen Freund Edmond, doch lieber bin ich jetzt hier…
Ich glaube ich gehe jetzt schwimmen….

Spanien / Barcelona

Mann ist das eine Hitze heute…. wir haben November und ich schmore bei echten 30 Grad und vollem Sonnenschein vor einer Bibliothek hier in Alaquas – nicht irgendwo in Afrika, sondern in Spanien.
Noch auf dem heimatlichen Kontinent,  der mich ja so fesselt und fasziniert,  lediglich 1600 Kilometer vom kalten Deutschland entfernt,  erlebe ich ein Wetterphänomen der Extraklasse; so heiß ist es um diese Zeit selbst hier im Winter nie….

Scheint also ganz erfolgreich zu klappen meine Flucht in den Süden…

Schonwieder ist es länger her als ich das noch Herbstfrische Andorra verließ,  konnte sogar bis Barcelona trampen, packte den klobigen Wanderwagen in das kleine Auto und ließ mich dichtgepackt von den zwei Jungs aus Litauen in die Stadt bringen.
Andorra war auch deren Ausflugsziel gewesen, Barcelona liegt über zwei Autostunden weit und dort angekommen beeilte ich mich schon, um Tim’s Adresse zu erreichen, wo ein Bett auf mich wartet.

Tim kenne ich schon einige Tage länger,  er lebt in Barcelona und traf mich damals in einer Bar, angetan vom Wanderwagen der vollgeklebt mit Bildern und Landkarten ziemlich auffällt.
Vorbei an abentlichen Palmalleen, aus denen  dieses massenhafte Geschnatter der grünen Papageien ein nahezu tropisches Feeling vermittelt, ziehen wir durch die abendlichen Straßen dieser tollen Stadt.
Tim weiß zu erzählen,  dass einst entflogene Hausvögel, in diesem Fall kleine, grüne Papageien,  in Barcelona auswilderten und nun große Populationen bilden, die sich am liebsten in den großen Palmen einnisten.
Tim’s Stammkneipe, einer der unzähligen, meist kleinen, einfachen Bars hier, wird wie viele andere, von Chinesen geführt.
Seit einigen Jahren übernehmen Zuwanderer aus dem Reich der Mitte zahlreiche Barbetriebe in Barcelona,  führen aber ganz traditionell die typischen Besonderheiten wie Spanische Tapas weiter,  und die alten Stammgäste stören sich nicht daran.
Lediglich der eine oder andere Chinesische Snack findet sich bisweilen auf der Karte.

Solche Besonderheiten hinter den Kulissen finde ich auch nur über “Einheimische” vor, wie Tim, der einst aus Deutschland einwanderte und perfekt Spanisch, ja Katalonisch kann.

Spanien / Barcelona / Valencia

Jaaa, Sonnenschein, 25 Grad, blauer Himmel und immer nette Menschen die mich aufnehmen.
Leider ist es immer schwer nebenbei noch die Zeit zu finden (und ein gutes WiFi) um noch meinen Blog zu pflegen.
Bin jetzt in Valencia bei Benito gut aufgehoben,  schreibe und verwalte meine Anfragen für die nächsten Städte bei “Couchsurfing” und muss gleich schonwieder los; Benito holt mich ab und bringt mich heim in einem Vorort von Valencia.
Dort beschließen wie den Tag mit Bier und viel, viel Gesprächsstoff.
Morgen erzähle ich aber hier einiges mehr 🙂

Spanien / Andorra / Barcelona

Welch Schöne Tage im kleinen, teueren, mondänen Andorra, wo ich fast kein Geld ausgab, neigen sich dem Ende…
Jaja, wenn ich hier als Tourist in den fast ausnahmslos teuren Hotels eingeschekt hätte,  wären die Hunderter nur noch so aus dem Portemonnaie geflattert; Geldausgeben ist in diesem Konsumparadies wirklich sehr problemlos.
Aber mein Glück war es den Weg nach Manu zu finden, der es einfach liebt Gäste aus aller Welt bei sich Zuhause, zentral in Andorra City einzuladen.
Ein ganzes Bett für mich allein, Hektoliterweise Bier und Wein, sowie lecker Essen war mir vergönnt;  ganz klar, Manu sucht sich seine Gäste natürlich gut aus und da wunderts nicht das nur solch exotische Weltenbummler wie Rocky, Paula und meine Wenigkeit in die enge Auswahl kommen.

Gestern dann aber, war es an der Zeit nach ganzen vier Tagen “Good Bye” zu sagen, ein kleines Grillfest auf einem Berghang hoch über Andorra-Stadt krönte noch den Abschluss.

DANKE MEINE HELDEN VON ANDORRA, WELCH EINE SCHÖNE ZEIT MIT EUCH!