Mann ist das eine Hitze heute…. wir haben November und ich schmore bei echten 30 Grad und vollem Sonnenschein vor einer Bibliothek hier in Alaquas – nicht irgendwo in Afrika, sondern in Spanien.
Noch auf dem heimatlichen Kontinent, der mich ja so fesselt und fasziniert, lediglich 1600 Kilometer vom kalten Deutschland entfernt, erlebe ich ein Wetterphänomen der Extraklasse; so heiß ist es um diese Zeit selbst hier im Winter nie….
Scheint also ganz erfolgreich zu klappen meine Flucht in den Süden…
Schonwieder ist es länger her als ich das noch Herbstfrische Andorra verließ, konnte sogar bis Barcelona trampen, packte den klobigen Wanderwagen in das kleine Auto und ließ mich dichtgepackt von den zwei Jungs aus Litauen in die Stadt bringen.
Andorra war auch deren Ausflugsziel gewesen, Barcelona liegt über zwei Autostunden weit und dort angekommen beeilte ich mich schon, um Tim’s Adresse zu erreichen, wo ein Bett auf mich wartet.
Tim kenne ich schon einige Tage länger, er lebt in Barcelona und traf mich damals in einer Bar, angetan vom Wanderwagen der vollgeklebt mit Bildern und Landkarten ziemlich auffällt.
Vorbei an abentlichen Palmalleen, aus denen dieses massenhafte Geschnatter der grünen Papageien ein nahezu tropisches Feeling vermittelt, ziehen wir durch die abendlichen Straßen dieser tollen Stadt.
Tim weiß zu erzählen, dass einst entflogene Hausvögel, in diesem Fall kleine, grüne Papageien, in Barcelona auswilderten und nun große Populationen bilden, die sich am liebsten in den großen Palmen einnisten.
Tim’s Stammkneipe, einer der unzähligen, meist kleinen, einfachen Bars hier, wird wie viele andere, von Chinesen geführt.
Seit einigen Jahren übernehmen Zuwanderer aus dem Reich der Mitte zahlreiche Barbetriebe in Barcelona, führen aber ganz traditionell die typischen Besonderheiten wie Spanische Tapas weiter, und die alten Stammgäste stören sich nicht daran.
Lediglich der eine oder andere Chinesische Snack findet sich bisweilen auf der Karte.
Solche Besonderheiten hinter den Kulissen finde ich auch nur über “Einheimische” vor, wie Tim, der einst aus Deutschland einwanderte und perfekt Spanisch, ja Katalonisch kann.