…. Jens in Porto, der Stadt des Portweines der mir über die Tage ganz schön zu schaffen machte…. Sozialleben gab’s reichlich, da so ein Hostel einem internationalen Taubenschlag gleicht; Abends ging ich aus mit Lily aus Wien, Josè aus Buenos Aires, Maria & Maria, jeweils aus Rio de Janeiro und Guatemala City…. da kommen Geschichten zusammen, -sowie auch reichlich Promille…
Porto liegt wie Lissabon am Meer, ist aber im Vergleich zur Hauptstadt noch wesentlich entspannter, etwas provinzieller, überrascht allerdings mit einem starken, eigenen Charakter, der sich einem schnell erschließt; Porto ist anders als Lissabon, noch günstiger und somit einfach freundlich. Wo sonst gibt’s einen Mac Donalds mit Kronleuchtern in einer prunkvollen Halle eines alten Herrschaftshauses, mitten im Stadtzentrum ? Wo ein dickes, fettes Hostel direkt neben dem Wahrzeichen (der Kathedrale von Porto, dessen schlanker Granitturm die Altstadt überragt) wo ein Bett acht Euro kostet?
Allerdings hat sowas auch seine Gründe, Porto darbt, Porto ist einfach schrecklich arm; mehr als noch in Lissabon, klaffen im Stadtbild Bauruinen, und Brachflächen. Leerstand und graue Tristesse sind keine Seltenheit; doch irgendwie hat sowas Charme, Porto wirkt nicht wirklich krank (wobei die Arbeitslosigkeit hier Rekorde bricht…) sondern eher wie stehengeblieben aus Zeiten der 50er bis 70er Jahre.
Also wer noch den alten Zeiten klapperiger Straßenbahnen und holperigen Bürgersteigen hinterhertrauert, Tante Emmaläden und ein fast Neonlichtfreies Stadtbild vermisst, der reise schnell nach Porto….





