Die Nacht im Dickicht, kurz hinter Fuguera ist eine Katastrophe, ganz im Wortsinn. Wahnsinnige Sturmböen lassen Äste brechen und den Regen nahezu waagerecht peitschen, der nahe Ozean flippt nun total aus und mittendrin ich in meiner kleinen Blase aus grüner Plane, einemummelt im warmen und vor allem trockenen Decken, sich (mittlerweile) garnicht mehr störend an solchen Weltuntergängen, schlafe sogar einigermaßen.
Ich verlasse mich auf das Zelt, was bisher nie seinen Geist aufgab.
Von innen baue ich das Nachtlager ab, packe all die Schlafsäcke ein, rolle die Luftmatratze zusammen, kleide mich und putze mir noch die Zähne. Draußen hört und hört es nicht auf zu plästern, bis nur noch das Außenzelt steht, eine Regenpause und schnell den Wanderwagen packen, für Minuten ist jetzt alles offen und ich bin Schutzlos, doch meine Nase weiß wann der Regen Pause macht.
Ich ziehe von dannen, gehe noch 5 Kilometer zurück durch Figueras, wickel mir sogar noch den Schal um…. soooo lausig ist die Kälte hier.
Also auf nach Porto, hier bleibe ich nun doch keinen Tag länger und nehme den Zug nach Coimbra, der sich wie eine lahme Ente von Nest zu Nest quält. Satte 60 Minuten für die 40 Kilometer braucht der.
Weitere vier Stunden (inklusive Umstiege) sind noch für die nächsten 120 Kilometern angesagt. Der Vorteil an der Sache: Nur 11, 20€ kostet die Ochsentour durch ein Land welches so anders wie Spanien rüberkommt; eher an Polen oder eben Ex-Jugoslavien (da ab und zu mal ein paar Palmen zu sehen sind) erinnert Portugal, da es im Gegensatz zu Spanien, noch völlig altbacken und im Charme der 70er Jahre überrascht.
Die Bahnhöfe sowie Gehsteige, Ampeln und manchmal auch die Züge sind Jahrzehnte alt, der Putz blättert hier und da, und mehr als oft sehe ich Ruinen, ob als riesige Fabrickkomplexe in der zersiedelten Landschaft, oder als verfallene Wohnhäuser, Villen, und nicht definierbarer Baumasse in den Städten.
Portugal ist schon anders als Spanien, auch Sprachlich, was wirklich ganz anders klingt als ich dachte; hier verstehe ich jetzt garnichts mehr… aber mittlerweile habe ich es drauf: Obrigado, das Portugiesische “Danke”, musste ich ganz schön lang üben, bis es ohne weiteres so im Alltag klappt..
So, der Zug schiebt sich schwerfällig in Porto ein, der zweitgrößten Stadt Portugals, auch bekannt als “Hauptstadt des Nordens”, wegen seiner Lage im Land. Hier suche ich jetzt erstmal dieses Yes Hostel was mir in Lissabon so gefallen hatte. In Porto soll das Bett dort nur acht Euro kosten…. wieder eine neue Stadt, juhuuu, auf geht’s……