So, bin jetzt schon zwei Tage in neuen Gefilden, seit Monaten mal wieder außerhalb Spaniens, dem Schwerpunktland auf meinem Weg durch die Welt mit all ihren Nationen, und weile nun in Portugal, wo es allerdings nur noch grau, trüb und vor allem klatschnass ist.
Dank Jens, meinem edlen Sponsor aus Marbella, leiste ich mir schon seit langem die Bustikets, die mich problemlos über all die endlosen Kilometer der Iberischen Halbinsel katapultieren, mit PS starken Überlandbussen, die auch ohne Weiteres den klobigen Wanderwagen aufnehmen.
Teuer sind die Fahrten nicht wirklich; mit ca 70 Cent pro 10 Kilometer, liegen die Preise noch deutlich unter Deutsche Bahn Niveau.
So brause ich nun durch alle Regionen Spaniens, nehme Potugal in 10 Tagen und freue mich mal auf diese Erfrischung eines anderen Landes; jedoch ein grausiges Wetter, sowie die E-Mail vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) nicht über meinen baldigen Weg nach Jerusalem berichten zu wollen, lässt mich jetzt blöd aus der Wäsche gucken. Viel Hoffnung hatte ich mir, zumindest von Regionalen Medien gemacht, doch egal, es ist mein Ding und ih schaffe es auch so.
Jedenfalls sitze ich jetzt hier in Lissabon und es läuft alles ganz gut, hauptsächlich auch wegen meiner momentanen Unabhängigkeit nicht gleich jedem hinterherrennen zu müssen, dank einer phänomenalen Begegnung in Marbella einst….
Gestern landete ich noch ganz spießig auf einem Campingplatz im Ort Evora, der nur acht Euro kostete, konnte noch heute Morgen nach völlig durchregneten Nacht etwas die Stadt angucken und sah zu nach Lissabon zu kommen; 12 Euro und auf gehts durch eine grüne, von Steineichen durchsetzte Weidelandschaft, weit und sanft gewellt, allerdings immer vom Grau schwerer Regenwolken bedroht, die mir in Lissabon dann ordentlich zu schaffen machten; völlig diesig und trüb begrüßte mich eine der schönsten Städte, der Bus flog nahezu über diese fürchterlich hohe Brücke in die Innenstadt ein, allerdings ohne jeglichen Ausblick, der von hier einfach der Hammer wäre. .. doch es sollte ein Vorzeichen sein auf weiteres Trübsal. Nach Jerusalem gehe ich wohl nur für mich, ohne dem Fernsehen, wie ich gerade noch im Antwortschreiben auf dem Tablet sehen durfte.
Außerdem bin ich jetzt gerade in einem Hostel gelandet. Völlig durchnässt irrte ich lang durch Lissabon, fand kein WiFi, kein Couchsurfing, zahlte also, -ich kann’s ja momentan, wenn auch nur im sparsamsten Sinne, und freue mich dennoch über faire 11 Euro die Nacht im Vier-Bett Zimmer.
Für Samstag aber gehe ich noch eine Nacht Couchsurfen hier in Lissabon, eine Einladung steht bereits und für die nächsten Städte muss ich mich noch ordentlich ins Zeug legen, mich “bewerben” als Gast, stundenlang vorm Tablet hängen und Profile durchstöbern….
Och mann…. ich habe dennoch schlechte Laune, habe mir echt einiges auf die Medien eingebildet und dachte die Nummer mit Jerusalem kracht jetzt voll durch….
Naja, noch kann ja alles passieren und ich sollte mich eigentlich freuen; ich bin jetzt in Lissabon, in einem der genialsten Hostels mit tollen Leuten aus aller Welt und höre die spannensten Geschichten, spare aber auch selbst nicht vom größten Abenteuer meinerseits zu berichten, dem Wanderleben….