Italien -Region Sardinien- (18.11.2014)
Uuuufff, was war los?
Super verkatert wache ich in meinem Zelt auf, nach lediglich zwei Stunden Schlaf im Garten von Rainer… der nimmt mich heute morgen mit zu seinem Arbeitsplatz, rein zufällig ein Krankenhaus wo er als Handwerker schafft….
Jajajaj…. wilde, krampfhafte Schmerzen plagten meine Nachtruhe, unter dem rechten Rippenbogen dröhnt ein völlig überfordertes Organ: Die Leber, angeschwollen und auf irgendwelche Nerven drückend, macht (zurecht) ganz schön Ärger… zudem fühle ich mich matt und platt, einfach echt krank.
Im Ospidale allerdings finde ich eine hervorragende Versorgung vor; eine ganze Schar reizender Damen, inclusive Frau Doktorin, in grünen Kitteln empfängt den armen Wandersmann nach ca anderthalb Stunden Wartezeit, bekomme eine Kanüle gelegt, Moralpredigten gehalten über Alkoholkonsum, und ab ins nächste Wartezimmer.
Zwei Stunden später: Schiefe Leberwerte, ….war ja zu erwarten… allerdings nicht so schlimm wie es sich anfühlt. – ab in die Radiologie…
Wieder eine Std später streite ich mit dem Radiologen über mein Halskettchen, dass ich ununterbrochen seit vorletzten Sommer trage, als Andenken an die Hare Krishna Farm in Schottland, und das abmachen soll.
Ich gewinne die Debatte und ziehe wenig später ins nächste Wartezimmer.
Wieder anderthalb Stunden später dann der Befund: Leber zu fett. Die drückt auf umgebendes Gewebe und erzeugt Spannungsschmerz. Die Leber selbst kann nicht weh tun.
Therapie: Eine Infusion aus Paracetamol am Tropf. Dauer: 20 min…. aaaaber erst zwei Std (!) später “befreit” mich die muffige Schwester endlich von der Kanüle.
Dennoch, ich bin begeistert von der Qualität der Untersuchung(en) die entgegen der Deutschen Medienerstattung in Italien doch so schlecht sein soll….. keinesfalls richtig, da ich hier in diesem staatlichen Krankenhaus selbst völlig ohne Krankenversicherung behandelt werden würde.
Da sind die insgesamt ACHT STUNDEN (eine Std Behandlung, sieben Std Warten…) Aufenthalt in den Mühlen des Italienischen Gesundheitssystems lediglich als Schönheitsfehler zu deuten.
Wofür nehmen wir uns alles so viel Zeit…?
Auch wenns eben fürchterlich langweilig ist, sollte es die Gesundheit wert sein! EXTREME Geduld zahlt sich allerdings aus, mann muss die Kunst des Wartens nur beherrschen.
Jetzt gehts mir einigermaßen besser, kann wieder schlafen und nehme mir vor nicht auf jedes feuchte Angebot meiner Gastgeber einzugehen; vob Stadt zu Stadt ist es nunmal auf diesem versoffenen Kontinent immer das selbe: Ich treffe Menschen die mich aufnehmen und bekomme promt erstmal Wein, Bier oder Schnaps…. (oder auch alles zusammen)
Auch am Zelt, da schalte ich mal gleich einige Gänge runter; die übliche Tüte voller Bierflaschen wiegt ohnehin schwer, – vom Gewicht zum tragen als auch gesundheitlich. Ein Bier ok, aber immer drei, vier ?
Ich trinke gern, auschließlich aus Genuss, nicht weil ich irgendwo “traurig” bin oder die Wirklichkeit mit Alkohol verzerren will (wie es viele tun) …aber in einem Land wie Italien ist es ein Teil der Kultur; die Leute saufen das dreifache täglich als es eigentlich gut wäre…. und es ist alles verdammt lecker !!!!
So, soviel dazu.