Italien  -Region Kampanien-  (21.11.2014)

Da Napoli keine Strände hat, nehme ich mit einem glatten Fels im Hafen Vorlieb. Hier baden auch einige im immernoch warmen Wasser. Mit der Pizza im Bauch und dem Vesuv im Blick, schalte ich nun komplett ab.
Erst zum Abend habe ich wieder zwei Stunden Online Sitzung, da suche ich auf Couchsurfing nach Gastgebern für die nächsten Orte, es gibt noch viel zu organisieren….

Italien  -Region Kampanien-  (21.11.2014)

Schlammschlacht mit viel Öl und Käse; die echte Neapolitanische Pizza, hauchdünn in der Mitte und superlecker. Der kleine Wein entspricht meinem Ansinnen dem Alkohol zu entsagen als Mittelweg, den ich auch sehr gut vertragen habe, mmmmmhhhhh….

Für nur sechs Euro die große Pizza, drei Euro dem Wein und ein Euro für’s Wasser, kann man sich freuen endlich aus der Teuer-Sphäre entkommen zu sein; deutlich billiger ist das Leben hier im Süden Italiens und dennoch, ich muss gut achten auf alle Ausgaben, die ich eben nur mittels Spenden einiger lieber Mitmenschen die meinen Blog verfolgen, begleichen kann.

Danke dir lieber Hans aus Mannheim. (Wir lernten uns auf Gran Kanaria kennen) Deine 25 Euro investiere ich genau dafür wie du es vorgeschlagen hast; Pizza und Wein…. nicht immer nur Dosenfutter 🙂

Besten Dank lieber Sker aus Hamburg: Du hast mir die Fähren nach und von Sardinien möglich gemacht, die waren insgesamt mit exakt 100 Euro die teuerste Sache der letzten Zeit.

Auch Beat aus der Schweiz hat mir sehr geholfen, deine Spende hebe ich noch auf, da ich noch spare für die dringend benötigten, neuen Schuhe…. meine alten lösen sich total auf…  (Bitte melde dich nochmal bei mir, habe deine Mailadresse verschlunzt… )

Danke auch an jede Kleinspende. Nur so schaffe ich es überhaupt. 🙂

Ja, zwar hält sich die Unterstützung in Grenzen, aber es geht, irgendwie reicht es zum leben…sogar etwas jenseits zum “Überleben”.

Bin mal gespannt: Wenn ich bald Europa verlasse, wird alles ja viel spannender, viel exotischer…. dann hoffe ich auch das Fernsehen ins Boot zu holen und der Laden läuft so gut, dass ich dann völlig davon leben kann. So der Plan.

So, die Pizza wird kalt…. jamjam.

Italien  -Region Kampanien-  (21.11.2014)

Alles gut, noch immer etwas Bauchweh als Souvenier aus Sardinien, aber es geht besser Tag für Tag.

Sooo, auch in Sachen Gastgeber hat sich was getan, war ja bei Silvio wunderbar aufgehoben; den hatte ich ja (mal wieder) bei Planet Romeo gefunden (einem Gay-Dating Network) wo es alles viel schneller geht als bei Couchsurfing. – Bei letzterem verpufften ganze 17 Anfragen für Napoli, wie schonmal erwähnt dem neuen Extrem-Massen-Tourismus sei dank…

Aber dann: Silvio und ich hatten jede Menge Spaß, und zak, ich kann einfach bleiben so lang ich will; mitten in der Stadt, auch allein in seiner Wohnung während er arbeitet. Traumkonditionen für jeden “Couchsurfer”.

Doch ich will erstmal nicht….. ja, ich habe etwas vor was mir wichtig ist…

Vor 15 Jahren, als ich meine Reiselust allmählich anfing zu leben, zu entdecken, unternahm ich mit ein paar hundert Mark in der Tasche, die erste Italienreise, natürlich mit Rucksack durch die Hostels der Nation.
In Napoli war ich damals auch, und erinnere mich noch heute so stark und intensiv an diese eigentlich schrullige Absteige nahe der Piazza Piedigrotta. Dort lernte ich als Backpacker laufen, das kleine Einmaleins des Budget-Travelers; einmal Milano-Florenz-Rom und Napoli…. mit süßen 21 Jahren…. hach…

Und da will ich heute wieder hin, wandele auf den Spuren der ersten Ausflüge meiner jungen Anfänge, erinnere mich an viele Sachen die teils so intensiv sind, dass ich mich nun wieder in diese Herberge, ganz versteckt hinter fürchterlich lauten Brücken, einfinde.

Ja, da bin ich nun wieder, und schwelge mit meinen immer noch jungen 36 Jahren in Resümees als währen es schon gut 60 ….. fühlt sich halt so an…

Ja, ich weiß noch: Meine erste Flasche Wein die ich im Leben selbst bestellt habe, dass war hier, an der Piazza Sannazaro, unweit des Hostels, da bin ich mit diesem Mädel gewesen, haben uns so viel unterhalten…. bei Da Paspuale dem Lokal mit Tischen draußen, was es heute noch gibt….

Da setze ich mich hin, bestelle eine Pizza mit Wein, und schmelze dahin….. schade dass ich jetzt allein bin, kein Mädel bei mir….

Wie lang sich 15 Jahre anfühlen können…. mein Gott…

Italien  -Region Kampanien-  (20.11.2014)

Verloren bin ich aber noch nicht; Silvio lebt mitten im Zentrum dieser unglaublichen Stadt, lädt mich ein in seine Wohnung die durch einen typischen Flur, mit verwitterten Marmor ausgekleidet, zu erreichen ist.
Die hohen, oft sechsstöckigen Wohnhäuser wirken allesamt sehr verwittert, überall blättert es, der Marmor hat Sprünge und es richt süßlich nach faulen Putz.
Doch in Silvios Wohnung komme ich erstmal an, falle in die große, weiche Couch die hier für eine Nacht mein Bett sein soll und freue mich nun über meinen ersten Kampanischen Gastgeber.

Der muss aber gleich wieder arbeiten als Chemielehrer, ich dusche mich und wir verlassen gemeinsam die Wohnung; so ganz allein will er mich dan  doch nicht hier zurücklassen…. noch sind wir uns zu neu..

Nun ohne schweres Gepäck, streife ich durch diese Stadt, die so normal wie wie eben anders ist; gleich in einer tosenden Demo gelange ich, es knallt und Musik lässt laut alles erzittern, ganze Legionen von schwerst bewaffneten Polizisten mischen sich in der wütenden Menge. Keine Ahnung worum es hier schonwieder geht…
Ich fliehe in einer der engen Seitengassen und verschwinde zwischen all den Läden und Ständen, fühle mich eher wie in Casablanca oder Bombay….

Italien  -Region Kampanien-  (20.11.2014)

Wieder fühle ich mich verloren; aus der Fähre reihe ich mich im Trott der vielen Leute die sich den Weg durch die Gänge des großen Schiffes bahnen, weiß wie immer nicht wo es langgeht, die Durchsagen aus Italienisch verstehen aber alle, und die strömen schon in die richtige Richtung….

NAPOLI  (ich sage lieber den Italienischen Namen der Stadt, weil der besser gefällt:) frißt mich jetzt, ergebe mich dem Chaos wie ich es in ganz Italien noch nie erlebt hatte.
Rom, Milano und wie sie alle heißen, sind alle -wenn auch nur ein wenig- entspannter als dieses Napoli. Hier tobt das Leben nochmal etwas wilder, nochmal etwas orientalischer in den engen Gassen, und überhaupt weht hier ein irgendwie anderer Wind; durch die Straßen, teils tatsächlich voller Müll, kaputten Pflaster, besiedelt von fliegenden Händlern aus Afrika, Bettler die zerlumpt umherstolpern, ziehe ich einigermaßen mich orientierend zum Informationsbüro, erreiche die Piazza Gesu Nuovo, mit ihren wichtigen Kirchbauten ein Zentrum der Touristen, die Napoli nicht in solcher Anzahl überschwemmen wie noch Rom.
Hier finde ich Stadtplan und Infos, mache WiFi nebenan in einer Bar, zahle nur zwei Euro für die Cola dort und wühle mich durch die Messages meiner Kontaktforen im Internet.

Wühl….wühl…wühl… endlich: Silvio von der Via Sedile di Porto, gleich um die Ecke will mich aufnehmen…. nach langem hin und her lenkt er ein, nimmt sich Zeit für den Reisenden…

(Bild: Gelandet in Napoli, ohne wirkliche Zusage eines Gastgebers, hole ich mir erstmal den Segen in der berühmten Gesu Nuovo Kirche, die mit ihrer Diamantquader-Fassade eines der Wahrzeichen Napolis sein soll. – Soviel schonmal dazu)

Italien -Region Kampanien-  (20.11.2014)

Klar zu erkennen ist er schon, der Vesuv and der Bucht von Neapel aus ca 40 km Entfernung.
Früher, vor einigen Jahrtausenden war er mal deutlich größer; mit heute 1280 Metern dominiert er zwar die ganze Gegend, war aber mal mit über 2000 m viel größer, was logischerweise als bekannter Vulkanberg ganz normal ist; vor 1933 Jahren, also 79 nach Chr. ereigente sich der letzte große Ausbruch, überraschte in seiner Explosivität dermaßen die Einwohner der Römischen Stadt Pompeji, dass diese teils wie Skulpturen unter der extrem heißen Asche erstarrten.
Die Stadt selbst wurde völlig vernichtet, und ist heute als Necropole als eines der markanstesten Beispiele Vulkanischer Katastrophenszenarien weltweit, zu besichtigen.

Groß Eindruck aber, schien die Sache historisch allerdings nicht zu machen; gleich fahre ich ein in den Hafen des größten Ballungsraumes Italiens; 3,1 Mio Einwohner drängeln sich hier vom Vesuv (der noch heute aktiv ist) bis zum anderen Ende der Neapolitanischen Bucht, in einem dichten Geflecht aus über 40 Städten, in deren Mitte Napoli liegt.

Italien -Region Kampanien-  (20.11.2014)

Wieder tolle Aussichten: Tagelang gutes Wetter sagt die Vohersage und der Blick über’s Mittelmeer auf die Insel Capri, lässt daran kaum zweifeln.
Die Fähre von Cagliari nach Napoli braucht 13 Stunden für die 500 km auf ruhiger See.
Zum ersten mal überhaupt hatte ich ein Schiff mal ganz ohne den obligatorischen Biervorrat betreten, mit der Folge dass ich fast die komplette Zeit dort verpennt habe, – bin es ja vom Zelten aus schon gewöhnt extrem lang zu schlafen, und zudem gab es ja Nahts nichts zu sehen vom Meer…

Mir gehts aber gut, habe kein besonders dramatisches Verlangen nach einen “Belohnungstrunk”, ….ändern muss ich mich eh, sonst wird das alles nix mit einer Fettleber….

Es ist frisch hier draußen auf Deck, vielleicht 16 Grad aber viel Wind.

Süditalien, da kann es doch nie wirklich kalt werden, oder?

Italien  -Region Sardinien-  (19.11.2014)

Da ziehe ich heute Nacht hinüber: Das Meer, südlich von Sardinien….
Hier am Stadtstrand von Cagliari schaue ich gen Horizont, dort ungefähr 250 km weiter liegt Afrika, genauer gesagt: Tunesien. Somit bin ich hier der Haupstadt Tunis dort näher als Rom…
Warm und ruhig ist das Wasser, bald treffe ich dann Rainer wieder, der mein ganzes Gepäck im Auto zwischenlagert, das steht bei ihm am Krankenhaus, wo er bis fünf arbeitet. Dann kommt er zum Hafen und bringt mir den ganzen Schlamassel, bin dan wieder schwerst bepackt und muss dann direkt auf die Fähre.
Dann heißt es wie immer: Abschied nehmen von einem Freund, von einem lieben Helfer der dieses Wanderleben möglich macht…

Ich ziehe weiter …..

Italien  -Region Sardinien-  (19.11.2014)

Urbaner Wildwuchs; Cagliari erscheint wie ein wildes Gewächs aus einfachsten Hochhäusern etwas wie eine spanische Stadt, deren Aussehen ganz ähnlich daherkommt.
Reich ist die Gegend zudem auch nicht; die Mieten sind recht billig, doch gute Jobs sind alles andere als leicht zu finden… eine Mischung die das Leben hier möglich macht, in einer Stadt, umgeben von sagenhaften Stränden und Küsten auf einen der sonnigsten Inseln des Kontinents.

Doch auf der Via Roma, der zentralen Hafenpromenade mit ihren Bogengängen, wurde ich gleich vier mal angebettelt; alle 30 Meter sitzen sie hier, Bettler aus der ganzen Welt in einer Stadt vom kleinen Geld… 

Italien  -Region Sardinien-  (19.11.2014)

Auf der Piazza Matteotti fühle ich mich am wohlsten.
Nur geduldet, aber für italienische Städte mittlerweile schon ein Markenzeichen; die mobilen Kleinhändler aus Bangladesch oder Afrika mit ihrem chinesischen Billigramsch, (über)leben von ihrem Handel damit.
Hier sitze ich inmitten dem Treiben und gucke dem neuen Italien einfach zu, den Leuten von weit her die schon seit Jahrtausende auf die Insel kommen: Zuerst die Griechen, dann die Römer, später die Katalanen (oder Spanier) dann Italien, unter denen die alten Sarden nie wirklich ihre eigene Identität verloren hatten.
Heute kommen andere: Bengalen und Afrikaner prägen das ganze zentrale Hafenvirtel mit seinen kleinen, billigen, bunten Geschäften. Hier kann man für fünf Euro eine ordentliche Reisplatte mit Hühnchen verspeisen…  das tut mal wieder richtig gut.