Italien -Region Kalabrien- (30.11.2014)
Jaaaa, endlich gehts mir wieder besser; baden gehen am Strand von Paola. Warmes Wasser, 22 Grad und wieder gut in Form kann ich garnicht glauben dass wir fast schon Winter haben….
Jens auf dem Weg um die Welt
Italien -Region Kalabrien- (30.11.2014)
Jaaaa, endlich gehts mir wieder besser; baden gehen am Strand von Paola. Warmes Wasser, 22 Grad und wieder gut in Form kann ich garnicht glauben dass wir fast schon Winter haben….
Italien -Region Kalabrien- (30.11.2014)
Eine tolle Nacht auf dem Felsen im Meer sollte es werden, war es ja auch, zumindest bei dieser fantastischen Lage bleibt sowas unvergessen. Ich schlief allerdings schlecht, bin oft aufgewacht, verschwitzt und hatte unangenehme Blähungen.
Morgens, es scheint diffus die Sonne durch den sich lichtenden Hochnebel, baue ich ab und schreite wieder durchs Wasser, trockne mich ab, ziehe die Schuhe über und klettere hinauf, zurück zur Küstenstraße nach Agropoli, lasse einen nassen Furz und darf erstmal wieder zurück, runter ans Wasser….
Meiiiin Gott, was ist den nur los?
Wieder eine Unterhose kaputt, ich versuche die noch im Meerwasser zu waschen, aber es klappt nicht, zu heftig ist der Siff drinn….unglaublich.
Das Meer nimmt mein verlorenes Kleidungsstück auf und ich reinige zumindest mich perfekt nachdem eine vollständige entleerung auf ein finales Ende meiner andauernden Verdauungsstörungen hoffen lässt.
Sorry, aber ich muss das einfach schreiben, da sowas nun mal passiert und echt krass ist…. uuufff..
Ich fahre weiter, für kleines Geld ganze 100 km bis nach Paola in Kalabrien, einer neuen Region auf meiner “Systemreise”, einem neuen “Länderpunkt”.
(Bild: Typisch für Kalabrien, die einfache Bauweise der Wohnhäuser, planlos durchmischt mit Gärten und wildem Brachland. )
Italien – Region Kampanien – (29.11.2014)
Agropoli hat zwar noch eine Alststadt die ganz oben auf der Klippenanhöhe seit Menschengedenken liegt, doch muss die leider links liegen lassen, wieder bin ich in eile, da es bereits 15:00 Uhr ist, also kurz vor “Nachtbeginn” für mich.
Zwei Kilometer außerhalb werde ich dann fündig mit dieser Insel (Bild) die unbewohnt als Felsen im klaren Meer darauf wartet ihren einzigen Bewohner für diese Nacht zu begrüßen.
Fünf Meter schreite ich knietief durchs glasklare, warme Wasser welches den Felsen vom Festland trennt, wanke ängstlich da schwer beladen mit Sack und Pack barfuss über die glatten Steine, klettere dann hinauf, rutsche ab und verliere einen Schuh der mir aus einer Tüte entkommt. Der rollt gnadenlos hinab ins Wasser.
Ich warte bis es dunkel wird und das dauert ja nicht mehr lang, baue dann das Zelt auf so dass mich keiner sieht. Endlich hat diese ständige Dunkelheit auch mal Vorteile: Sie schützt mich in exponiertesten Lagen, ist dermaßen beständig dieser Tage, dass ich ruhig und lang über 13 Stunden ausschlafen kann. Im Sommer wäre sowas schwieriger, da wären nur sechs Stunden Dunkelheit mein Schutz vor Sicht für den “wilden, illegalen, Camper”.
Italien -Region Kampanien- (29.11.2014)
Mann, ich mach es jetzt einfach, wobei ich eigentlich kein Geld dafür habe; Essen gehen in Agropoli, natürlich was? PIZZA selbstverständlich, immernoch das billigste, aber wenn dann ganz professionell mit dem richtigen Bier dazu: Das längliche Glas mit dem reinen Blonden passt also laut Fachanleitung am besten zu meiner Pizza Siziliana, mit Sardellen, Kapern und Oliven mittlerweile mein Favorit.
Uuuiiii, das tut mal gut…..
Italien -Region Kampanien- (29.11.2014)
Auuuuuaaa, beim Abstieg in die Alststadt von Salerno schmerzt er wieder, der rechte Fuß, Innenseite, mittig.
Scharf und stechend, als wäre eine Scherbe im Schuh, immer wenn ich absetze nach einem Schritt. Das habe ich allerdings schon lang, ca zwei Wochen doch heute nervt es dermaßen, dass ich darüber schreiben muss, sorry…
Außerdem ist es heute Dunkelgrau, trüb und meine Laune eine Katastrophe.
Humpelnd schleppe ich mich mit insgesamt 86 Kilo auf den Fußgelenken, die ja ansonsten 62 gewohnt sind, die Stufengassen von Salerno hinunter, bis zum Hauptbahnhof zwei Kilometer weiter… es bleibt immernoch diesig grau, aber warm.
Ausgemergelt fühle ich mich auch noch; gestern die zwei Pizzakanten waren einfach zu wenig. Seit ich in Süditalien bin, zwingen mich die krassen mittaglichen Schließzeiten der Geschäfte hier zur Abstinenz, ja zur Askese. Die ganze Zeit nur dieses fettige, schlechte Knabberzeug in den Auslagen der Bars zu essen, macht mi zusätlich zu schaffen. Außerdem sind diese Sandwiches neben ihrer schlechtmöglichsten Qualität, maximal teuer.
In Agropoli wollte ich eigentlich im Meer baden gehen. Doch bei dem Wetter klappt das mal nicht und ich hänge lang in der “Bar Düsseldorf” ab, arbeite mich durch meine Mails, und stelle fest auch diesmal von einem Gastgeber entweder vergessen oder verarscht worden zu sein; hier für Agropoli wurde ich schon vor zwei Wochen groß eingeladen, kann so lange bleiben wie ich will hieß es noch…. doch schon vor zwei Tagen als ich den Kontakt weiterhin bestätigen wollte, brach dieser einfach ab.
Das ich jetzt hier auf der Straße stehe, ist ja schon fast was normales, habe ja mein Zelt dabei.
Oh je, ich mache das beste aus dem Tag und leiste mir mal was warmes. Tut der Laune gut ….
(Bild: Agropoli, eine 22.000 Einwohner-Kleinstadt ca 100 km südlich von Napoli war schon vor 13 Jahren mal mein Reiseziel, seitdem hat sich viel verändert, und auch das Wetter ist heute fürchterlich grau. So kenne ich das garnicht hier…)
Italien -Region Kampanien- (28.11.2014)
ZWEI WOCHEN PIZZA.
So sieht also der Speiseplan eines Wandergesellen durch den Süden Italiens aus, wem überraschts?
Naja, erstens ist Pizza überall und billig zu bekommen. Zweitens bekomme ich eben NUR Pizza in diesem Land, da sonst die für mich wichtigen Supermärkte nur morgens und eben abends offen haben. Dazwischen sind die für krasse vier Stunden in der “Mittagspause”, keine Chance für mich also dort um ca 15:00, sich einzudecken mit dem nötigsten, was so meine Zeit wäre, da ich anschließend ja schon auf Schlafplatzsuche gehen muss, fast immer weit abseits jeglicher Einkaufsmöglichkeiten.
Um fünf, wenn alles wieder öffnet, bin ich schon in tiefste Finsterniss in meinem Zelt, esse wie immer kalte Pizzaecken aus den Bars oder Snackbuden, trinke Mineralwasser aus kleinen, völlig überteuerten Flaschen….
Morgens einkaufen wäre eine Lösung, doch dann muss ich die schweren Sachen den ganzen Tag zusätzlich rumschleppen; dicke Wasserflaschen, Bier, Essen und so weiter…. da kommen schnell mal eben 4-5 Kilo mehr zusammen… was ich dann eben lasse.
Verdammter Winter, die ständige Dunkelheit macht mich wirklich fertig….
Italien -Region Kampanien- (28.11.2014)
Kaum zu glauben, wieder liegt mir eine Stadt zu Füßen; Salerno von meinem Berg aus gesehen, wo ich unter duftenden Pinien mein Zelt, sicher versteckt auf deren weichen Nadelpolster aufstellen kann.
Schwer trug ich wieder all die Last, viele, viele Treppen, Stufengassen und steilen Wegen aus der Alststadt empor, verlief mich und holperte unter Lebensgefahr über den schmalen Seitenstreifen eines Straßentunnels mit schlimmsten LKW-Wahnsinns……. doch fand den versteckten, mittlerweile gesperrten Treppenaufstieg zum Castello de Arechi.
Bis dorthin habe ich garnicht gebraucht, fand schon auf dem Weg dieses Loch in der Mauer, die längs die steile alte, baufällige Treppe begleitet, kletterte durch, riss mir noch ein Loch in den Schlafsack und sehe auf einen total geschützten, friedlichen Berghang, bewachsen mit dichten, dunklen Strandkiefern. Perfekt.
Ja, wirklich perfekt. Oder doch nicht?
Es dunkelt bereits, eine herrliche “ blaue Stunde” tönt für wesentlich kürzere Zeit den Himmel über Salerno in rosa-blaue Kontraste, wenig später die ganze Stadt in ein friedliches Dämmerlicht.
Doch für mich ist nun wieder schluss: 17:00 Uhr und ich sehe die Hand vor Augen nicht mehr.
14 Stunden bleibt es jetzt dunkel und wieder steht mir eine elend lange Nacht bevor…. Nächte wie sie ohne “Feierabend” ja eben ganz ohne Abende sind.
Italien -Region Kampanien- (28.11.2014)
Wie sehen die Campanier eigentlich aus?
Eher dunkler als im Norden Italiens, teils mit Grichischen Vorfahren die einst hier vor über 3000 Jahren an der Küste siedelten.
Kampanier sind offener und kontaktleichter als Norditaliener, wobei es deren ausufernde Gastfreundschaft schwer macht sich zu überwinden Gäste einzuladen: Die Tradition will es den Gast wirklich wie ein König zu behandeln, deshalb überlegen sie sich es dreimal ob z.B. bei einer Couchsurfing Anfrage im Internet eine Zusage kommt….
Mit der Folge dass ich hier nun auf der Straße stehe; entweder alles plus mehr, oder nix….
Mit fast sechs Millionen Einwohnern ist Kampanien auch sehr dicht besiedelt, wobei davon die Hälfte schon in Napoli wohnen, sind die Küsten und das flache Hinterland fast durchgehend bebaut. – volles Italien, kaum noch Luft zum atmen, kaum noch Platz….
Lediglich in den Bergen die Kampanien zu 70% ausmachen, finde ich die stillen Orte für mein Zelt….
(Bild: Schnappschuss bei der Pommes-Pause)
Italien -Region Kampanien- (28.11.2014)
Seltsames Mischwesen zum Portal der Kathedrale zu Salerno; seit wohl über 800 Jahre bewacht es hier den Eingang und weiß bis heute noch nicht genau was es eigentlich sein soll: Löwe, Uhu oder Opossum…
Italien -Region Kampanien- (28.11.2014)
Nachdem ich einen ganzen Tag zusätlich im Hostel verbrachte, weil unbedingt noch mehrere dutzend Couchsurfing-Anfragen raus mussten, was ja Stunden dauert, bin ich am Freitag dann morgens wieder los in Richtung Süden weiter.
Einen ganzen “Online Tag” musste ich einrichten, habe die nächsten Städte bis tief nach Sizilien bearbeitet und dort in den Tiefen des www nach Leuten recherchiert. Ist halt der Job Wanderleben.
Salerno heißt der neue Ort, ca 50 km weiter runter von Napoli aus gesehen.
Hier in der 135.000 Einwohnerstadt gelang es mir auch wieder nicht, zuvor jemanden zu finden der mich hier aufnimmt. Egal, hab ja mein Zelt dabei was aber heißt, heute den ganzen (kurzen) Tag mit 22 Kilo Gepäck am Leib den Ort zu erkunden und gegen vier schon außerhalb was zum schlafen zu finden; immer die selbe Leier….
Doch Salerno ist trotz seiner Größe recht schnell überschaut; entlang vom Hauptbahnhof (Ticket von Napoli nach Salerno: 3,90€) ziehe ich die Haupteinkaufstraße Corso Vittorio Emanuele gen Altstadt die mit ihren engen, sauberen Gassen das typische Italienbild zeigt.
Doch diesmal ünerrascht mich die Kathedrale von Salerno, die mit ihrem als eine Art Kreuzgang gestalteten Vorhof beeindruckt; vier verschiedene Stile weisen die Säulen auf, die seit 800 Jahren die kunstvollen Bogengänge stützen. Zudem macht der schöne Campanile (Kirchturm im Bild) die geschlossenen Pforten ins Innere der Kathedrale weider wett.
Hier ruhe ich mich erstmal aus und genieße die Ruhe; keine Touristen hier…. ich bin allein.