Griechenland (21.06.2015) Stadt: Athen ( 3.628.000 Einwohner )

Neben dem gewaltigen Parthenon wäre noch der Erechtheion Tempel ganz gut erhalten. Der ist allerdings gleich 13 Gottheiten geweiht, vornehmlich natürlich der Athene, deren berühmter Olivenbaum symbolisch hier vor den 2420 Jahre alten Mauern zu bewundern ist. – Auch wenn er nicht original aus dieser Zeit stammt, (Olivenbäume ereichen ein Höchstalter von über 2500 Jahren) … Ganz bekannt sind hier diese Mädchensäulen “Karyatiden” genannt, die über die Jahrtausende überraschend gut durchgekommen sind. Auf dem geröllartigen Gelände sind noch die Überreste von zwei weiteren Tempeln, einer längst vergangenen Religion zu finden. Der Hellenismus war damals in antiker Zeit ein Glaube mit vielen Göttern, Halbgöttern und Helden die miteinander in unüberschaubaren vielen Geschichten zur griechischen Mythologie, nahezu eine umfangreiche Wissenschaft bilden. Selbst das alte Rom übernahm den griechischen Götterkult vorerst, wandelte ihn dann aber in einem eigenen um. Mit der chritianisierung des Römischen Reiches fand auch im alten Griechenland nach und nach der alte Heldenepos ein Ende, und das griechisch orthodoxe Christentum entwickelte sich zum Anfang des Mittelalters bis hinauf nach Russland.

Griechenland (21.06.2015) Stadt: Athen ( 3.628.000 Einwohner )

Die Restaurierungsarbeiten am Parthenon Tempel sind ernorm. Nahezu Flickenteppichhaft wird jede Macke, jedes Loch gefüllt, und trotz der wahnsinnigen Millioneneinhamen der Touristen, weiß man natürlich wieder mal nicht hier in Griechenland, wie das alles noch weiterhin bezahlbar bleibt….. komisch: Was verlangen wohl die Restauratoren Firmen wohl für Unsummen (die letztlich ganz bestimmt schön am Fiskus vorbei geschleußt) für ihre Arbeit? Griechenland: Von der Akropolis bis zum Sozialstaat…. ein Fass ohne Boden.

Griechenland (21.06.2015) Stadt: Athen ( 3.628.000 Einwohner )

Gleich zum Eingang steht schon der größte und bekannteste Tempelbau der Akroplis, und muss natürlich wieder fast vollständig im Baugerüst stehen….. der touristische Rummel hier ist gewaltig, doch wer nicht auf der Akropolis war, war auch nicht in Athen. -Sage sogar ich …

Der “Parthenon Tempel” ist der größte hier oben und zugleich der markanteste. Vor 2450 Jahren erbaut, stand er für die Göttin Palla Athena Parthenos“ also jener Göttin der Athen sein Name verdankt.

Griechenland (21.06.2015) Stadt: Athen ( 3.628.000 Einwohner )

Dank meinem Freund Georg, kann ich jetzt hier sein, auf der Akroplis hoch über Athen. Der Eintritt kostet nämlich 12 Euro und dient hoffentlich ausschließlich der aufwändigen Erhaltung und Restaurierung. Georg spendet mir die Eintritte für die wichtigsten antiken Stätten hier in Griechenland. Dir dafür hier und jetzt einen ganz lieben Dank dafür *freu*

Griechenland (20.06.2015) Stadt: Athen

“Rom war unglaublich, dort gab es auf Schritt und Tritt irgendein historisches Highlight, ob Antik oder Mittelalter. 66 Basiliken und nach zwei Wochen Rom hatte man das Gefühl immernoch so viel nicht gesehen zu haben…. ”

Das sagte mal mein Freund Edmond über Rom, und wir waren gemeinsam dort.

Jetzt bin ich wieder in so einem “historischem Hotspot” und voll mit entsprechenden Erwartungen.
Doch Athen ist anders, kaum “schön” und wenn, dann in antiker Hinsicht natürlich Bärenstark: bereits vor 5000 Jahre siedelten hier im attischen Becken die ersten Bewohner in Dorf oder bereits Stadtähnlichen Verbänden.
Die erste Hochkultur (Hochkultur = Schriftkundig) zog vor 3300 Jahren in die Stadt, mit der errichtung einer Burgfestung oberhalb auf dem Felsberg. Die Akropolis war geboren, und erst wesentlich später wich das militärische dem geistlichen, mit dem Tempelbau, der bis heute noch das Wahrzeichen Athens ist, hoch über der Stadt.

Zu dieser Zeit, Sokrates, Platon und Aristoteles, die drei großen Philosophen, wirkten hier, begann mit der “attischen Demokratie” die ersten Anläufe zur Einbindung des Volkes in politischen Entscheidungen.
Das war vor 2500 Jahren, als Athen zur “Polis” wurde (Polis = Stadt) – sozusagen die ersten kommunalen Gehversuche der Menscheit.

Schon damals fragten sich die Leute, wie hier alles anfing, immerhin als Aristoteles mit seinem Rauschelbart auf dem Hauptmarkt Athens es so liebte, “jeden Beliebigen dort zum philosophieren zu bewegen”, war Athen schon 2500 Jahre alt. Schon damals erzählte man sich den Gründungsmythos vom Wettbewerb der Göttin Athene und dem Meeresgott Poseidon.
Beide buhlten um die Gunst der Bewohner um jeweils ihren Namen der Stadt zu verleien; Athene spendete der Stadt einen Olivenbaum, der mit seinen Früchten Öl liefert und später gutes Holz zum brennen.
Poseidon dachte mit der Spende eines Brunnens das Rennen zu machen, der aber nur Salzwasser gab.
Somit dankten die Bewohner der Göttin Athene, und benannten ihrer Stadt nun nach ihr.

Gesichert ist andernfalls, dass Athen vor Jahrtausenden mal Kekropia hieß, ebenfalls einem göttlichen Grpndungsmythos geschuldet, da die entgültige Entstehung der Stadt in grauer Vorzeit mal einem Fabelwesen-König namens Kekrops zugesprochen wird.

Athen war somit einer der ersten, großen Zentren der ersten Hochkultur Europas. Damals mit Sparta in Konkurrenz, erlebten beide Städte ein auf und ab in den Wirren der langen Geschichte.
Sparta verlor langfristig gegen Athen. Athen wuchs und behauptete sich weiterhin, wurde zwar 86 v.Chr. ins Römische Reich einverleibt, verlor aber nie an Bedeutung. Im Gegenteil; 300 Jahre später erlangte das nun Römische Athen, seinen antiken Höhepunkt urbaner Entwicklung. Philosophenschulen, Universitäten und Medizin, sowie Sport und Spiel machten Athen zu einem Kulturzentrum im Reich.

Erst viel später, im ausgehenden 6. Jahrhundert endete mit dem Einfällen der Slavenvölker die goldene Zeit. Historisch entsprechend mit der anschließenden “dunklen Zeit” der Bildungsferne, Barbarei und Lethargie, schritt Athen (wie Rom) ins finstere Mittelalter ein und die Grausamkeiten der Kirchenfürsten waren am Zug….

Somit, ….und das muss ich deshalb mal loswerden, kommt der (pseudo-hellenistische) Prunk & Gloria in Mazedoniens Haupstadt Skopje, recht satieremäßig, ja albern daher; Mazedonien, ein neuer Staat am Norden Griechenlands angrenzend, sucht zwar nach kultureller Identität, schießt aber ziemlich ans Ziel vorbei mit seinem Heldenepos makedonischer (Nord-griechischer) Hochkultur. Schließlich ist Mazedonien slavisch, und die waren damals alles andere als Kulturfreundlich. Besonders nach ihren Sturm auf Athen…..

Griechenland (20.06.2015) Stadt: Athen ( 3.628.000 Einwohner )

Was für ein dickes Ding, dieses Athen…. der Blick von der Akropolis zeigt die Ausdehnung der Stadt, die wegen ihrer niedriger, gleichbleibender Bebauung zwar weniger markant, aber um so weitläufiger aussieht. Eigentlich hat Athen von der Fläche her die Ausdehnung Hamburgs, aber mit 3,6 Mio Einwohnern doppelt so viele Menschen.

Griechenland ( 20.06.2015 ) Stadt: Athen ( 3.628.000 Einwohner )

Ein Glück, dass ich bald Geburtstag habe, somit spenden mir die Familie ein paar Euros um in dieser Kostenfalle Griechenland zu überleben …
Selbst ganz Europa beißt sich momentan die Zähne aus an diesem schwarzen Loch, dessen Ansprüche tatsächlich dem astronomischen Dimensionen näher kommen mag als ihm selber lieb ist. – Nicht nur bei den Kaffe Preisen ….

Fast 17 Euro für die letzten Kilometer spende ich dem fiskalen Dilemma um heute nach Athen zu kommen, aber genug mal wieder über Geld und Gier gelästert….. darauf kommen wir notgedrungen ja noch oft genug …
Athen, das findet sich überall im Land auf den Straßenschildern und lässt erahnen, dass Griechenland ein zentralistisches System ist, mit einer Primaten-Hauptstadt, einem dominanten Über-Zentrum.

So sieht es auch aus; wie grober Brei kleben sich die allesamt Cremeweißen Häuser die Berghänge hinauf, die das “attische Becken” in der die Stadt gebettet ist, umgeben. Nur nach Süden bleibt das breite Feld, welches nur ansatzweise an ein Tal erinnert, offen. Somit hat Athen eine ganz spezielle Wetterlage, gut geschützt von allen Seiten durch die Berge, aber immer mit Südwind, wegen des offenen Meeres dort.
Das bedeutet 348 Sonnentage im Jahr, eines der besten Vorraussetzungen für eine tolle Lebensqualität, – sollte man meinen. Stimmt(e) ja auch, bis 1950 galt die Stadt seit je zuvor als Fluchtpunkt wintersensibeler Reisender. Athen war damals bekannt und beliebt bei Schriftstellern, Künstlern oder anderen Prominenten seines lieblichen, urbanen Klimas wegen.
Doch wie soll es anders gekommen sein, als das Auto einzug ins individuelle Leben eines jeden Bürgers hielt…?!
Seit 1960 gilt Athen dann auf einmal als “urbane Hölle”, wildes Wachstum, viel zu kleine Straßen und die Zahl der Einwohner stürmt ins Unermessliche hinauf, mit ihnen eine dramatische Automobilisierung, die heute der Stadt fast eine Million Karossen beschert.

Heute, nach seiner 5000 jährigen Geschichte, ist Athen größer und gewaltiger als es je war, wenn auch nicht mehr so mächtig wie einst.
Es ist eine schlichte Stadt mit immer den gleichen, sich unendlich wiederholenden Beton-zweckbauten aus der Zeit der 50er und 60er Jahre. Sowohl ganz altes, ja antike Bausubstanz ist entgegen jeder Erwartung genau so selten wie nagelneue, moderne Gebäude der jüngsten Zeit.
Vielleicht frisst auch die schiere größe der Stadt ihr Bild, kilometerlang diese fünf bis sechs stöckigen, oft unverputzten Beton-Wohnsilos erlauben kaum irgendeine Weitsicht.
Deshalb sehe ich nie diese Akropolis, der berühmte Felsberg mit Tempel obendrauf, inmitten der Millionenstadt.

Athen hat durchaus seine Reize, vor allem in historischer Hinsicht und einiges zu bieten. Aber man muss wissen wo was ist, um nicht im gesichtslosen Allerlei blätternden Betons verloren zu gehen.

Ein Vergleich mit Rom oder Paris wäre da nicht fair. Athen war und ist wohl bescheidener; huldigt der zentralen Rolle seiner Akropolis in einer eigentlich ehrenwerten, städtebaulichen Zurückhaltung.
So ist es seit langer Zeit verboten, markante oder zu hohe Gebäude in das weite Stadtbild zu setzen, keine zu gewaltigen Plätze sind erlaubt, um das Bild der zentralen Akropolis zu wahren. Und selbst der Regierungssitz wirkt schon fast provinziell im Vergleich zu anderen (siehe den pompösen Gigantismus von Skopje im kleinen Mazedonien) was irgendwie symphatisch, bodenständig wirkt.

Zumindest rein architektonisch betrachtet (!!!)

Griechenland (19.06.2015) Ort: Livanates ( 2.500 Einwohner )

Arkitsa ist zwar schön, aber den halben Tag hier verweilen, mag ich dann doch nicht. Zumindest treiben solche Zwänge wie essen und trinken immer in die Nähe eines Supermarktes. Der liegt im Nachbarort Livanates, vier Kilometer weiter entland des Meeres. So laufe ich wieder schwerst beladen wie ein Packesel durch die spannende, vielseitige Landschaft; links der Meeresarm, bregrenzt von der langen, großen Insel Evira auf der anderen Seite, ansonsten Olivenfelder, Villen und Ferienanlagen. Im wenig anschaulichen Livanates, dass ausschließlich von seiner reichen und vielseitigen Landwirtschaft drumherum lebt, bekomme ich im “Galaxia Supermarkt” für acht Euro genug um lang und ausgiebig zu schlemmen…. ich wundere mich über meine starken Schultern die mit der Zeit immer besser die Lasten vertragen. Der Schmerz allabendlich, ist fast nicht mehr da. Doch geblieben sind die Probleme mit den (zarten) Füßen; die laufen sich manchmal auf, bekomme entweder Blasen oder gleich ganze Wundmale die Tagelang sehr schmerzhaft sind und unbedingt oft gepflegt werden müssen. Der Grund ist klar: Plötzlich wiege ich über 85 Kilo, anstatt die üblichen 63. Dieser Unterschied macht sich bemerkbar, da meine ansonsten weichen Füße nun viel mehr Gewicht “drücken” müssen.

Nach längerer Suche, haue ich das Zeltlager einfach in einen Olivenhein, einigermaßen Sichtgeschützt.

Griechenland (19.06.2015) Ort: Arkitsa

Der nächste Tag wird besser. Über Umwege komme ich nur mit dem Bus weiter, da der beherzte Versuch zu trampen schon gleich an der nahen Autobahn scheitert; lediglich und ausschließlich gewaltige Touristenbomber halten gleich massenweise an der ansich schönen und gut gelegenen Raststätte, und überfluten restlos die große Anlage mit immer hungrigen und anschließend Toiletten suchenden Leuten. Privatautos gibt’s hier nicht. Lediglich die fünf Kilometer nach Lamia, der Provinzhauptstadt, schaffe ich zu trampen. Dort treibt’s mir wieder die Tränen ins Gesicht, als 14 Euro für die knappe Stunde Busfahrt zum nächsten Tagesziel fällig werden. Fahrpreise wie in Deutschland hier, wo der Durchschnittsverdiener über weniger als ein Drittel davon verfügt…..

Arkitsa, ein echtes griechisches Dorf am Meer, endlich ohne Massentourismus. Deshalb bin ich hier und mag noch am Meer bleiben bevor es in die Super-Metropole Athen geht. Hier treffe ich an der verschlafenen Promenade zwar wenige, aber komme ins Gespräch; ein Bier muss her jetzt, und während der junge möchtegern-Unternehmer mir schleimig sein schickes Lokal aufdrängt, dort aber dann freche 3,50€ für ein kleines 0,33l Bierchen verlangt, bekomme ich das gleiche nebenan völlig umsonst, auch wenn die Bude eher wie ein Verschlag aus Sperrholz aussieht, lohnt es sich allemal.

(Bilder: Der rote Boden Griechenlands, hier bei Arkitsa war schon vor Jahrtausenden fruchtbar und ließ die erste Hochkultur Europas gedeien. – Arkitsa, ein originelles Dorf wo die Griechen noch unter sich sind. – Meerwasser, so warm wie in der Badewanne…. hier bleibe ich bis meine letzten Kaktus-Splitter aus der aufgeweichten Haut schwinden….. )