Griechenland (26.06.2015) Ort: Akrata ( 5.000 Einwohner )

Huraaa, trampen geht wieder; bin gestern noch völlig entnervt und kompliziert mit den Bussen aus dem tiefen Niemandsland wo Mykene liegt erstmal zurück nach Korinth, und von von dort weit hinaus zu Fuß bis endlich ein geeigneter Platz an der Straße zum trampen sich fand. Dort stand ich zwar ganze zwei Stunden in der Affenhitze, bin aber dann doch noch viele Kilometer weiter gekommen. Ein Farmer mit zwei dicken, fetten Hunden auf der Hinterbank nahm mich mit, setzte mich in Akrata aus da er dort ins Innland weiter fuhr. Akragas, ein typischer Ferienort der ausschließlich von Griechen selbst besucht, heute allerdings ziemlich leer aussieht. Die fürchterlich teuren Cafes und Kneipen darben vor sich hin; zig leere Stühle und Tische, manchmal ein paar junge Leute hier und da, die Wasser trinken oder Kaffe auf Eis (sehr griechisch) weil’s am billigsten ist. Einmal sah ich sogar vier Leute die sich eine Flasche Heineken teilten, je in winzigen Gläschen….. Ich finde erstmal einen Supermarkt um mich einzudecken, nehme dann ein frisches Bad im Meer und finde etwas außerhalb an einem fast trockenen Flusslauf, beim Strand, genug Platz zwischen Schilf und Eukalyptus, auf weichem Sandboden, einen traumhaften Platz für die Nacht ….
(Bilder: Impressionen vom Flussbett bei Akrata zum Meer im Abendlicht, sowie Akrata als Ort mit Pinien-Promenade)

Griechenland (25.06.2015) Ort: Mykene

Gestern Mykene, heute wieder zurück nach Korinth… sofern irgendein Bus fährt. Jaja, was für eine Nacht: Auf historischem Boden, tief versteckt im Gestrüpp schaffte ich zwischen fetten Kreuzspinnen und giftigen schwarzen Witwen, großen Ameisen und schrecklichen Strafen beim erwischt werden im wild-campen auf historischen Boden, mein Zelt aufzustellen. Unglaublich, in der Nacht diese Mauern, angestrahlt von Scheinwerfern im Licht zu sehen, als wenn sie im Nachthimmel schweben…. Es war schon umwerfend am Fuße Mykenes als einziger hier zu übernachten…. die Anlage ist weit im Land abgelegen, kein Hotelin Sichtweite, alles Unesco Schutzgebiet (zu Recht) und nur ich da unten, aber ganz nah; fünf Sterne Camping mit Luxus-Ausblick zum Null-Tarif *freu*…. schlummern auf dem ältesten Boden Europas………
(Bild: Noch zu erkennen in der Dämmerung: Die Zeltplane und dahinter Mykenes Mauern in der Abendsonne)

Griechenland (24.06.2015) Ort: Mykene

Ich habe lange gesucht, und dieses bergilbte Bild von Mykene an einem Souvenierladen entdeckt: Mykene zur Blütezeit musste so ausgesehen haben. Allerdings noch umgeben von der Unterstadt etwas weiter Bergab. ….Wie war damals dort das Dorfleben? Was gab es zu essen und trinken? …. Wir sitzen auf einen riesigen Berg Geschichte, und wissen es nicht wirklich….

Griechenland (24.06.2015) Ort: Mykene

Dank meines Kultursponsors Georg, der mir Eintrittspreise erstattet, kann ich das hier alles bewundern: Das neue Museum am Hinterhang der Bergstadt zeigt all die Funde Mykenes, was übrigens seit unglaubliche 2300 Jahre lang verlassen ist, doch zwischendurch als einer der Orte zur Erfindung des Tourismus, bereits zur Römerzeit Besucher anzog. Die wussten schon damals den historisch so wichtigen Ort zu würdigen, hatten ihn aber selbst nie wieder aktiv belebt, oder besiedelt. Wärend des finsteren Mittelalters dann, dämmerten die uralten Ruinen fast 1000 Jahre vor sich hin, bis ca 1820 – Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ein neues Interesse den modernen Fremdenverkehr zu den Mauern Mykenes brachte. Heute sind die acht Euro für die Bergfestung und das kleine, aber sehr gelungene Museum ein angebrachter Preis. Im Museum lasse ich mir Zeit, genieße nicht nur die Klimaanlage, sondern auch Zeugnisse einer vorchristlichen Zeit mit der alles was wir in Europa sind, waren und denken, angefangen hat….
(Bild: Lustige Figuren aus Keramik, 3250 Jahre alt. Eine Amphore (?) aus der Anfangszeit (3600 Jahre) sowie Schrifttafeln des Altgriechischen, oder dessen Frühform – als “Brief” auf Stein geritzt.)

Griechenland (24.06.2015) Ort: Mykene

Wenn ich jetzt nur eine Zeitmaschiene hätte…. (erst aber schnell in die Zukunft um die Lottozahlen zu sehen) … …. … … wobei es völlig unklar ist, wie groß die Stadt mal gewesen sein muss, lebten hier recht eng die Menschen beieinander. Überhaupt, der Begriff “Stadt” ist hier nur im historischen Sinne korrekt; vor 3300 Jahren gab es ohnehin kaum Orte die wesentlich größer als Mykene waren. Möglicherweise noch Tiryns, was 40 km weite liegt, oder Harappa, damals Indien (heute Pakistan) wo ähnlich wie hier die Tore aus Steinblöcken bestehen. (Bild: “Hintereingang“von Mykene)

Griechenland (24.06.2015) Ort: Mykene

Recht übersichtlich liegt die Ruinenstadt hoch über die Felder voller Olivenbäume des Pelopones. Der Blick reicht bis nach Korinth am Meer. Heiß ist es jetzt zum frühen Abend, kaum Touristen, die überschwemmen die Anlage immer morgens bis Mittags wenn die Tourbusse die Zugangsstraße samt Parkfläche restlos verstopfen. Glück habe ich heute doch noch so spät hier zu sein, dem griechischen Klüngel sei Dank. Von dem Tempel ganz oben, sind nur noch Umrisse der Grundmauern zu sehen. Brände und kriegerische Zerstörungen, sowie überbauungen wärend der Jahrtausende ließen für heute nicht viel übrig. Etwas unterhalb aber, erkenne ich einen alten Grabring dessen Stelengänge noch heute recht gut erkennbar sind. Mir ist allerdings nicht ganz klar wie hier die sogenannten “Schachtgräber” eingebunden waren/sind. Zu wenig sind meine Kentnisse zur Sache, da es schwer ist Einzelheiten zu erkennen.

Griechenland (24.06.2015) Ort: Mykene

Für acht Euro Eintritt, komme ich auf die Anlage, kann mein Gepäck am Tiketschalter zurücklassen und bin jetzt frei und leicht ….. kann mich ganz auf das “Löwentor” konzentrieren, dem Eingang zur alten Stadt, errichtet vor 3250 Jahren noch in einer Bauweise einfacher Balkenkonstrucktionen. Erst die Römer entwickelten gut ein Jahrtausend später die so klassischen “romanischen Torbögen”, eine Bauweise die es zur mykenischen Zeit einfach noch nicht gab.

Griechenland (24.06.2015) Ort: Mykene

Jaaaaa, da ist er: Der Ort von Ewigkeit, hier so abgelegen hinter den Dörfern… Das antike Mykene; einst mal ein großes Zentrum von regionaler Macht, sowie die alte Hauptstadt der zweitältesten Hochkultur Griechenlands. Die Mauern rund um die Bergfestung sind sagenhafte 3400 Jahre alt, umschließen die mykenische Oberstadt die logischherweise über eine Unterstadt tronte, die ringsrum, womöglich aus Holzhäuser und leichteren Steinbauten bestand. Von dieser Unterstadt ist heute fast nichgs mehr übrig. Auch die Oberstadt weißt nur noch Fundamente größerer Gebäude auf. Mykene war dermaßen bedeutend, dass der gesamte historische Kulturbereich “mykenische Kultur” genannt wird. Begründet vor 3700 Jahren, entstand diese Form höherer Kultur durch die Anwendung von Schrift und Mathematik, sowie neuerer architecktonische Bauweisen, beeinflusst durch die minoische Kultur aus Kreta und teilweise dem alten Ägypten. Mykene war schon vorher besiedelt, an dieser Stelle, so belegen Fundstücke von Tonscherben, lebten schon vor 5500 Jahren Siedler, organisiert in einer stadtähnlichen Weise. Doch Gebäude aus dieser Zeit mussten zu leicht konstruiert worden sein, oder wurden überbaut/abgetragen.