Griechenland (28.06.2015) Ort: Olympia

Also hier am Rande der antiken Stadt auf diesem eher unscheinbaren Platz, befinde ich mich im ersten Stadion der Menschheitsgeschichte. Überhaupt, der allgegenwärtige Begriff “Stadion” kommt aus dem grichischen und fand eben genau hier seinen Anfang. Viele Jahrhunderte wurden hier die antiken, olympischen Spiele ausgetragen, damals natürlich nicht so international wie heute, aber aus dem ganzen Reich kamen sie, Athleten, Zuschauer und Könige, angereist in vielen Tagen aus Rom oder Pergamon (heute Türkei) oder eben aus dem umgebenen Land, sodass bis zu 45.000 Leute hier auf den Tribünen Platz hatten. Wahrscheinlich saßen die meisten Zuschauer direkt auf den Hängen ohne Sitzplätze, wärend Hochrangige auf Holztribünen residierten, und natürlich die Götter, welche ihren eigenen Steinaltar seitlich eingerichtet hatten. Mit etwas Vorstellungskraft kann ich es sehen: Völlig nackte Athleten im Wettlauf, im Diskuswurf, Speer werfend oder ringend im Staub, umgeben von jubelnden Volk. Ganz anders als im alten Rom (was später hier ebenfalls einzog) ließen die Griechen nie um Leben und Tod kämpfen, auch wenn die Disziplin “Faustkampf” sicherlich alles andere als sanft von statten ging, waren es erst die Römer, welche damit anfingen ordentlich Blut in die Sache zu bringen …. doch Gladiatorenkämpfe hat es auch unter den Römern, zumindest hier in Olympia nicht gegeben. Sowas hielt man damals in den “Arenen” den großen Amphitheatern ab. Olympia als gegenwärtiges Sport und vor allem Medienereignis hat mich nie interessiert, doch hier in Anbetracht socher historischer Größe, praktisch das alte Olympia zum Anfassen, hat mir echt imponiert. Außerdem bin ich hier recht allein, die große Anlage wirkt leer und ruhig da momentan und gottseidank, keine Touristenbusse vor Ort sind. (Bild: Tja, da ist es nun, das Ur-Stadion, ziemlich schlicht und wenig monumental, aber mit einer Luft voller Geschichte …….)

Griechenland (28.06.2015) Ort: Olympia

Interessant: Das Nebeneinander der Geschichte; im Vorfeld die alten, griechischen Mauern, im Hintergrund die typisch römische Plattziegel bauweise. Als Olympia vor 3050 Jahren gegründet wurde, war Rom noch nicht einmal im Plan…. erst als Kultstätte, vornemlich zur Verehrung des Göttervaters Zeus, später aber dann -aufgrund seiner Popularität als “Metropole” dieser Zeit in einem Reich namens “Elis” eben auch Treffpunkt des sportlichen Wettbewerbs; das sportliche Olympia war geboren, 2700 Jahre ist das jetzt her und auch die spätere übernahme des römischen Imperiums änderte daran nichts; in der roten Zigel-Villa (Bild) war sogar mal im Jahre 67 n. Chr. Kaiser Nero aus Rom angereist, um bei den olympischen Spielen dabei zu sein. …. (Bild: Ziegelfundamente deuten auf römische Bausubstanz hin, da die alten Griechen zuvor gebrochenen Naturstein verwendeten. Schautafeln -auch auf Deutsch, erklären dei einzelnen Bauten in Bild und Text.)

Griechenland (28.06.2015) Ort: Olympia

Im Jahr 1766 fingen die ersten Ausgrabungen an diesem, zuvor 1200 Jahre vergessenen und verlassen Ort an: Olympia, eine antike Kultstätte sowie Austragungsort der antiken, olympischen Spielen wurde wiederentdeckt. Schon 100 Jahre zuvor besann man sich solcher bedeutungsvollen Aktion, war aber noch nicht wirklich im Bewusstsein was es bedeutet die Geschichte zu wahren; Olympia, einst über ein ganzes Jahrtausend ein blühendes Zentrum der Kultur, verschwand typischerweise wie so viele hochentwickelte Orte dieser Welt zum Anfang des (zu recht genannten “finsteren” ) Mittelalters in die Vergessenheit und wurde mit der Zeit von Wind und Wetter unter einer meterdicken Sandschicht begraben. Heute sieht die Sache zum Glück anders aus: Für 6 € Eintritt komme ich auf ein riesiges Gebiet voller Trümmer und Mauerfundamente, wie sie interessanter nicht sein können. Ganze 2,5 Stunden verbringe ich auf der weitläufigen Anlage.
(Bild: Noch bis heute dauern die Ausgrabungen an, wie hier gleich zum Eingang des Geländes zu sehen ist)

Griechenland ( 28.06.2015 ) Ort: Olympia

Für 3,20 € fahre ich dann mal mit dem Bus die 20 km nach Olympia ins bergige Landesinnere. Schlau bin ich, und hatte schon im ramschigen Pyrgos billig einkaufen können…. somit erspare ich mir im wahrsten Wortsinne den Touristenwucher auf der Hotelmeile in Olympia, die sozusagen als Straßendorf fast nur aus Hotels und einfachen (aber teuren) Imbissen und Restaurants besteht. Jaja, ihr könnt mich mal ihr Abzocker: 4€ für 0,33l Bier aus der Flasche…. 6,50€ für ein Pinnchen Ouzo….( und noch 1000 weitere Beispiele ) bei allem Mitgefühl der momentanen Lage in Griechenland; geht zur Hölle mit euren verdammten Preisen !!!!!!

Griechenland (27.06.2015) Stadt: Pyrgos ( 35.000 Einwohner )

Zäh und mit insgesamt vier Fahrern, schaffe ich es an diesem Sonntag von Lechaina nach Pyrgos, einer größeren Stadt die momentan immense Probleme mit der Müllentsorgung zu haben scheint: Schon einige Kilometer zuvor fallen deutlich die riesigen Müllberge am Rande der Haupstraße auf, offenbar als Folge des nun beginnenden Zusammenbruchs öffentlicher Einrichtungen. Jedenfalls werden meine Fahrer ziemlich sauer wenn ich frage warum hier alles so vermüllt ist. Jaja, und überhaupt hat Pyrgos ganz besonders gelitten seit dem Platzen der Schuldenblase was die Banken bis zuletzt (und drüber hinaus) exezessiv betrieben hatten, leicht zu erkennen an den vielen Investitions-Ruinen in der Stadt. Von hier aus geht mein Weg nun nach Olympia ins Landesinnere weiter. Pyrgos, so dachte ich, liegt ebenfalls weit hinein. Einen Strand gkbt es hier nicht, und ich schwitze weiter… kann mich nicht erfrischen.

Griechenland (26.06.2015) Stadt: Patras ( 162.000 Einwohner )

In Patras will ich nicht wirklich bleiben. Eine Großstadt mit endlosen Hafen, wo ich noch nicht einmal im Meer baden kann, geschweige was zum schlafen finde, liegt mir jetzt mal garnicht. Zudem kann Patras -wie die meisten griechischen Großstädte ohnehin nicht punkten mit historischem Gewicht; lediglich eine mittelalterliche Stadtburg überschaut den Ort hoch oben auf dem Berg. Ich schaffe aber nur diese lange Treppe dorthin um ein bischen Panorama zu erleben. Schwitzen inklusive, da es um die 30 Grad sind. Ich verlasse die Stadt mit einem weiten Marsch nach Westen, immer weiter hinaus bis jemand meinen Daumen im Wind honoriert und mich mitnimmt hinaus….

Griechenland ( 26.06.2015) Ort: Lechaina ( 2.500 Einwohner )

Keine Ahnung, wie weit ich heute komme. Gegen Abend werde ich in Lechaina abgesetzt nach langer, zermürbender Tour an den Straßenrändern. Ein kleines Städchen, vielleicht eher ein großes Dorf, inmitten der intensivst besiedelten Gegend der Peloponnes, da sich hier kilometerweit fruchtbares Flachland erstreckt. Deshalb tue ich mich auch sehr schwer hier ein einigermaßen geschützetes Plätzchen aufzutreiben für’s Zelt. Doch nach langer, schweißtreibender Suche, weit außerhalb, finde ich zwischen Schilf am Rande eines Schotterweges was für die Nacht. Irgendwo inmitten einer weiten Ackerlandschaft.

Griechenland (27.06.2015) Ort: Egio ( 30.000 Einwohner )

Tagesziel Patras nicht erreicht, aber dafür in Egio eine tolle Zeit gehabt, mit viel frisch gezapften Bier umsonst in der zentralen Agora Bar, wo mein bunt-beflagter Rucksack Aufsehen erregte. Da gabs natürlich Bier und sogar warmes Essen reichlich spendiert, am meisten von einem deutlich offensichtlich schwulen Gast, der was weiß ich wohl dachte als er mich einlud… übernachtet habe ich natürlich allein, wie immer draußen, möglichst am Meer, abseits der Stadt. (Bilder)