Wo Irland am schönsten ist….
So, nun wieder eine Meldung von der Grünen Insel, und zwar von deren schönster Seite im tiefen Südwesten, wo wir (Ich und Edmond) ein supertolles Ferienhaus bezogen haben, dass anderthalb Kilometer vom Meer entfernt einfach genial inmitten der satten, grünen Landschaft gelegen ist.
Zwanzig Minuten gehe ich über die Felder um den wilden Atlantik an die scharfen Klippen branden zu sehen; dort habe ich bereits meinen Lieblingsplatz gefunden, auf den geschwungenen, schwarzen Felsen, ganz nahe an der tosenden Gischt des Ozeans. Was für ein Gefühl hier so nahe an den Urgewalten der Natur zu sein.
Karry ist nun meine letzte Station in Irland zusammen mit Edmond, der mir schon seit Wochen seine Lieblingsinsel von ihren verschiedensten Seiten zeigt.
Hier auf Valencia Island, einer kleinen, vorgelagerten Insel bleibe ich noch bis Samstag, also noch ein paar Tage, wo wir z.B. morgen noch die Skelligs Islands anfahren, die 15 Kilometer draußen im Atlantik liegen; ein spitzer, kantiger Berg der weit aus dem wilden Wasser ragt…
Momentan regnet es mal wieder, doch Irland wäre ja nicht Irland wenn täglich die Sonne schien….
Autor: Jens Kwass
Irland – Kylemore Abbey
Interessant ist, dass einige der Nonnen hier Deutsch sprechen, da sie hier einen Zwischenaufenthalt absolvieren und ursprünglich von der Abtei in Dinklage ( Niedersachsen ) stammen.
Das verschafft uns auch die Ehre hier als Gast diese schöne Zeit zu verbringen.
Selbst das Essen im angrenzenden Touristenzentrum steht uns frei, da wir Gutscheine bekommen haben.
Dennoch geht es morgen wieder weiter, stramm nach Süden ans wilde Meer in Kerry.
Dort soll Irland angeblich noch schöner sein….
Irland ( Kylemore Abbey )
Ursprünglich ein Schloss, erbaut von einer reichen Familie vor 140 Jahren, ist Kyleymore heute ein Kloster, das schon seit zwei Tagen unser Zuhause ist.
Einfach toll, am malerischen See gelegen verbringe ich hier mit Edmond eine wunderbare Zeit.
Irland – Kylemore Abbey
Ruhige Tage im Kloster halfen meinem Leiden schnell ein Ende zu setzen; die entzündete Sehne hat sich wieder bestens erholt, so sehr, dass ich sogar wieder einen Berg in der Nachbarschaft erstürmen konnte. Endlich wieder raus an die raue, frische Luft.
Ruppiger Wind und Regenfronten, die wie dunstiges Walzwerk aus der Ferne über’s grüne Land rollen, lassen mich das pure Irlandfeeling spüren. Es ist ja nie kalt, und wenn es wieder nass wird, schützen die dicken Mauern von Kylemore zuverlässig.
Hier in der Benediktinerinnen-Abtei dachte ich anfangs an einem verwunschenen Ort zu kommen, abgelegen und geheimnisvoll irgendwo zwischen den Bergen Connamoras gelegen, wo es ruhig und einsam ist…
Von wegen.
Touristenscharen schieben sich permament, teils sich aus riesigen Bussen entladend, die sich reihenweise hier anstellen, durch den großen Souveniershop, sowie dem Militärisch betriebsamen Restaurant nebenan. Zum Glück ist die Anlage dermaßen groß, dass sich die internationalen Massen einigermaßen zwischen alten Bäumen und englischen Garten verlieren.
Fluch aber auch Segen zugleich ist die Touristenschwemme: Millionen Euro kostete die Renovierung sowie der Wiederaufbau und Pflege des gewaltigen Parks drumherum, was auch noch heute die gesalzenen Eintrittspreise zur Anlage erklärt.
Doch mitten im Schwall der zahlenden Touristen, treibe ich in mein ganz persönliches Refugium, unserem eigenen Gästezimmer hier im Schloss.
Edmond kennt einige der Nonnen hier. Wir sind eingeladen und wohnen als Gäste an einem der besondersten Orte Irlands.
Vor fast 140 Jahren noch als Schloss erbaut, dient der pompöse Prachtbau heute als Abtei in der ungefähr 10 Schwestern wohnen.
Das meiste der feudalen Anlage ist allerdings für touristische Zweke im Betrieb, da die bescheidenen Nonnen nur wenig brauchen.
Doch hier hinter den dicken Mauern, ganz privat im großen Gästetrakt fühle ich mich fern vom Rummel der Tagestouristen, komme sogar mit den geschäftigen Nonnen ins Gespräch.
Ein Einblick vom feinsten, wobei wir hier völlig frei und unbefangen sind; der Alltag der Schwestern im Klosterleben bleibt uns dennoch verborgen, jeder hat seinen Platz und geht seinen Weg.
Lediglich zu den Gottesdiensten sind wir alle beisammen, abgesehen vom einem oder anderen Besuch einer Schwester im Gästehaus.
Irland ( Connemara )
In den Torfwiesen nahe der Straße, machte ich mich auf der Suche nach seltenen Pflanzen die ich hier irgendwie vermutete und wurde unglaublicherweise sogar fündig: Ein Sonnentau in einer nassen Torfmulde stehend, lachte mich an.
Der Sonnentau ist eine Fleischfressende Pflanze die mit ihren kleberigen Blättern kleine Fliegen fängt und diese anschließend verdaut. Das machen diese Pflanzen deshalb, weil es im Torfboden nur wenig Nährstoffe gibt.
Irland ( Connemara )
Hier sieht es wieder ganz anders aus. Torfwiesen und sanfte Berge, ganz anders als noch kürzlich in den Burren, die fast völlig eine Steinlandschaft waren.
Zwar ist es etwas trüb und verhangen, aber warm und mild ist der Wind welcher über’s weite Land weht…
Irland ( Connemara )
Wieder supertolle Landschaften, diesmal westlich von Galway. Hier kann man weit in die Berge schauen, Weidelandschaften ohne Zäune bewundern.
Doch die Ruhe währt nur kurz: Die beschaulichen Landstraßen können plötzlich auftretende Blechlawienen mobiler Touristen kaum fassen. Aufeinmal ist alles voller Autos, überall Autos….
Irland
Zum Glück geht es dem Fuß jetzt wieder besser. Zwar kann ich noch immer nicht wirklich gehen, aber der heftige Dauerschmerz ist weg und einige Meter umhergehen sind möglich.
Dennoch ist diese Pille unfassbar bitter. Nach all der Zeit des Erwartens dieser Reiseetappe mit täglichen Wanderungen durch die Hammerlandschaft des tiefen, irischen Westens, mit seinen Bergen, Seen und Steilküsten, macht es nun besonders Spaß hier seine Zeit im Auto oder In Kneipen abzusitzen…
Heute sind wir 160 Kilometer nach Norden gefahren, an die zerklüftete Küste nordwestlich von Galway, einer Landschaft voller Weite und erhabenen Bergen am Horizont.
Hier nähern wir uns bereits dem nächsten Ziel, dem Kloster Keylmore, mitten in den Bergen, wo wir morgen abend eingeladen sind und zwei Tage bleiben.
Bin mal gespannt ob es dort WIFI gibt. Das versüßt mir die Zeit des wartens, da ich ja nicht gehen kann.
Ansonsten stehen mir besinnliche Zeiten voller Einkehr bevor, – solange es hilft wieder flott zu werden.
Heute sind wir aber noch in Cliften einer Kleinstadt die vor Touristen aus allen Nähten platzt, so wie all die anderen Dörfer entlang der Küste.
Auch die berühmten Cliffs of Moher wollte ich mir anschauen, ergriff aber nach recht langer Anfahrt die Flucht.
Die weltberühmte Steilküste ist neulich zu einem Touristenkomplex verbaut worden wo die Massen voller Buntgekleideter Urlauber mich gründlich verschreckten. Zudem sollte ich noch zur Kasse gebeten werden um mir diese Grandiose Steilküste ansehen zu dürfen.
Schnell weg, leider.
Irland ( Burren )
Klettern auf den Felsen der Burren.
Nach langer Zeit der Faulheit endlich mal wieder aktiv werden. Doch alles ohne Aufwärmphase, was ich später bitter bereue…
Allerdings werde ich diese einzigartige Landschaft nie vergessen. Glatte Felsen, immer wieder Blumen dazwischen, das unendliche Meer in der Ferne und der atlantische Wind….
Hier wollen wir bleiben…
Irland ( Burren )
Hier in der sagenhaften Felslandschaft die hier “Burren” heißt, wanderten ich und Edmond dermaßen emsig, dass ich nun tagelang eine Sehnenentzündung im Fuß als Souvenir ertragen darf.
Auch Edmond kam nicht ungeschoren davon: Er stürzte krachend zwischen den Felsen danieder, hat Blessuren vom Knie bis zum Gesicht… aber wundersamerweise nur solche; die Knochen bleiben unversehrt.





