Schottland. ( Lesmahagow )
Pompöse Tempel gibt es leider nicht zu bewundern, wohl aber einen Tempelraum als zentrales Heiligtum dieser außergewöhnlichen Farm.
Neben den vielen Besuchern die hier für etwas Arbeit jeglicher Art, in Hostelähnlichen Unterkünften übernachten,  leben hier auch einige feste Bewohner,  teils im anschließenden Lesmahagow, oder direkt auf der Farm.
Oft wird hier im Tempel gesungen, was mich ja so an Indien erinnert ( schließlich ist Hare Krishna ein Teil des Hinduismus ) weshalb ich mich hier auch wohlfühle.

Schottland.

So, nun habe ich mich aber ganz schön lange nicht mehr gemeldet,  eine ganze Woche, die ich durchgehend – und alles andere als geplant, hier auf der Krishna-Farm verbrachte.
Eigentlich wollte ich nur um wenige Tage hier verlängern;  viele Bäume mussten beschnitten oder gefällt werden.
Doch als ich endgültig Abschied nehmen wollte, überredete mich der Farmchef noch weitere Unmengen an Grünschnittarbeiten zu verrichten.
-Wer sollte sowas denn sonst machen ?
Freiwillige Helfer (Wwoofer), die für Essen und ein Bett,  meist leichte Arbeiten fur nur wenige Stündchen am Tag verrichten,  gibt es zwar genug, aber die wollen oder können nur meistens Hausarbeiten, Putzdienste, Blumenpflege, oder Rasenmäharbeiten erledigen.
Ein Holzfäller findet sich da wohl äußerst selten…

Somit gerät zwar mein Reiseplan nun völlig aus den Fugen, erlebe aber hier etwas ganz Wunderbares; Teil einer ganz besonderen Gesellschaft zu sein, dessen Lebensweisen ich zwar nicht übernehmen mag, aber in einigen Ansichten durchaus sympathisiere; so esse ich jeden Tag dreimal riesige Mengen bestes vegetarisches Essen und vermisse noch immer kein Fleisch, wie ich es zuvor mit Edmond in Irland täglich aß.
Außerdem wollen meine Gastgeber niemanden konvertieren,  zumindest werde ich bezüglich meiner freien Lebenseinstellung in Ruhe gelassen; Alkohol und jegliche sexuelle Handlungen sind den Gläubigen Hare Krishnas untersagt, letzteres lediglich zum zeugen von Kindern. Natürlich nur innerhalb einer Ehe.
Jaja, man findet hier sogar Freunde, und schnell schlägt sich sowas selbstverständlich auf Facebook nieder,  was hier noch mehr verbreitet zu sein scheint als bei uns.
Dennoch bin ich gerade, nachdem die Arbeit für heute erledigt war, aus dem nahegelegenden Dorf zurückgekehrt,  wo ich mir ein herrlich frisches Bier zapfen ließ.
Sowas brauche ich dann schon…

Ach so, das Dorf heißt übrigens Lesmahagow, liegt 20 Kilometer südlich von Glasgow, einer Millionenstadt hier oben im Britischen Norden, der jetzt Tag für Tag immer frischer, kälter,  und nasser zu werden droht. Hier in dieser leicht hügeligen Gegend mit ihren Dörfern und grauen Landhäusern, möchte ich spätestens in drei Tagen weiter auf Wanderschaft sein….

Schottland.

Mann bin ich jetzt müde.
Heute habe ich Ayr wieder verlassen, wo ich noch bei Martin zu Gast war, trampte dann ins Landesinnere bis südlich von Glasgow, wo ich nahe dem Ort Lasmanogow eine Hare Krishna-Farm aufindig machen konnte.
Hier kann ich ohne weiteres mein Zelt auf die Wiese stellen und siehe da, ganz nebenbei den halben Baumbestand Fällen. …
Ja, ich bin somit wieder in meinem alten Element als Baumfäller, versuche mit einer schrabbeligen Elektrosäge irgendwie in Kletterarbeit die Stämme vieler Buchen zu bezwingen.
Immerhin löst mein Einsatz hier dermaßen Aufsehen aus, dass ich schnell mein Zelt wieder abbauen soll und ins Ashram einziehe, dem Gästehaus mit weichem Bett und Dusche. Alles was man sich nur wünschen kann.

Natürlich ist auch die Verköstigung prächtig; feines vegetarisches Essen, selbstverständlich indisch,  gibt es reichlich.
Das Alkohol und Fleisch hier Tabu sind, macht mir irgendwie kaum was aus.

Hier bleibe ich erstmal.  Morgen haue ich noch zehn weitere Buchen um, habe also noch reichlich zu tun.

Ich könnte noxh so viel erzählen,  z.B. von den zwei lieben Omas in Ayr, jener kleinen Hafenstadt zuvor, die mir vier Pfund schenkten, oder Ned, der mich mitgenommen hatte bis zur Farm und meine Reisegeschichten mit fünf Euro belohnte…

Unglaublich, was für ein freundliches Land, dieses Schottland….

Schottland

Noch knapp vorm Dunkelwerden schaffte ich das Zelt im hohen Gras nahe dem Dorf, aufzubauen.
Auch beständiger Regen hatte angefangen und kräftiger Wind machte die Sache nicht leichter.
Doch meine erste Nacht im Zelt genoss ich in alter Routine;  der Wind des hohen Nordens blies vom Atlantik wild über die stark flatternde Zeltplane. Nicht gerade ruhig und beschaulich, aber auch gut, im erhin bin ich hier nicht im sonnigen Süden…
Das merkt man auch an der Mentalität der Leute hier; ganz wie in Irland sind die Schottländer sehr hilfsbereit.
Trampen scheint hier echt gut zu funktionieren,  und auch eine ordentliche Lebensmittelspende wurde mir zuteil: Kiloweise Obst schenkten mir zwei Einheimische noch bevor ich ins hohe Gras zur Küste verschwand.
Gut gesättigt von Bananen, Aprikosen und jeder Menge Erdbeeren, trampte ich noch das Stück bis Ayr, einer Kleinstadt wo ich heute mit Martin verabredet bin zum Couchsurfen.

Mann, die Füße sind kalt; hohes Gras und Regenwetter nässen nachhaltig das Schuhwerk…

Schottland

Jaaa, endlich ein Bier. Dashabe ich mir heute auch verdient.
Belfast und somit Irland habe ich heute verlassen und bin jetzt hier in einer Kneipe im Fischerdorf Dunure in Schottland.
Gestern konnte ich in Belfast noch einen Gastgeber finden wo ich mich wunderbar ausruhen konnte, und eigentlich wollte ich erst morgen nach Schottland übersetzen,  doch das graue, kalte Wetter trieb mich aus der Stadt aufs Meer.
Noch konnte ich mit meinem Budget die 30 Pfund für die Fähre berappen, und von Toms unglaublicher Geldspende ist auch noch was übrig;  somit leiste ich mir dieses frisch gezapfte “Tennent”, wie das örtliche Bier hier heißt.

Außerdem läuft das mit dem Trampen hier sehr gut. Kaum am Hafen angekommen, wurde ich auch schon von der Landstraße,  Richtung Norden aufgelesen.

Hier im beschaulichen Örtchen Dunure suche ich mir gleich eine schöne Wiese und baue das Zelt auf…
Muss mich beeilen, gleich wird’s schon dunkel….

Großbritannien – Nordirland

Was für ein Tag: Erst die Verabschiedung von Edmond und Paul, dann, nach einer langen Busfahrt,  verloren in Belfast; mein Gastgeber für diese Stadt hatte mich hängenlassen, ich konnte ihn dann nicht erreichen und irrte mit Sack und Pack durch die City.
Vielleicht würde ich im Park übernachten,  oder “Urban Camping” auf einer der vielen Brachflächen dieser maroden Stadt….
Aber gerade hier im schrulligen Belfast, mit seinen fragwürdigen Wohnvierteln ist das mit der Sicherheit so eine Sache.
Seltsame Gestalten streifen hier überall umher…

Doch nach einiger Zeit, mir schmerzt schon der Rücken vom schweren Rucksack,  kehre ich in einem Gemeindezentrum ein und treffe dort Tim dem ich – wie jedem, den ich anspreche, nach einer Idee frage, wo hier in der Stadt ein sicherer Schlafplatz sei.

Natürlich weist auch er mich ins nächste Hostel, doch das kann ich kir jetzt leider nicht mehr leisten. Die Zeiten ändern sich und Edmond ist fern.
So halte ich meine wenigen Moneten nur fürs Essen zurück.  Schlafen darf jetzt einfach nichts mehr kosten.

Tim war dermaßen von meinem Weltwandervorhaben angetan, dass er mir sogar die Nacht im Hostel bezahlte; 20 Pfund drückte mir der junge Mann in die Hand und wies seinem Freund Tom an, mich noch zu fahren.

Was für eine unglaubliche Hilfsbereitschaft.  Ich war ausnahmsweise mal völlig sprachlos.

Belfast: Das sind Tim und Tom, ein Hostel und bis jetzt eine wunderbare Zeit. Ein Guinness hat man mir gestern auch noch spendiert,  da mein Wanderleben schnell Anklang findet.
Zumindest hier in Belfast.
Hier in Nordirland.