Italien  -Region Trentino/Südtirol-  (18.09.2014)

Vegetarisch und gut ist es hier bei Serena und Fabri, in deren kleine Wohnung ich hier in Bozen auf der Couch (gleich links vom Tisch) nächtigen kann. Die beiden sind ein typisches Paar ihrer Welt; Viel am Arbeiten und Kinderlos. Dafür hegt und pflegt Serena ihre schwarze Katze um so mehr.
Die besucht mich manchmal nachts auf meiner Couch, oder wetzt ihre Krallen an meinen Rucksack…. sodass mein 700 Euro -Super-Schlafsack ganz schnell seinen Platz auf dem höchsten Schrank gefunden hat…. ganz oben in Sicherheit.

Italien  -Region Trentino/Südtirol-  (17.09.2014)

So, nördlicher geht nicht mehr, zumindest nicht auf meinem 4680 km langen Weltweg durch Italien…. ich bin in BOZEN (auf Deutsch) oder BOLZANO (in Italienisch) – 105.000 Einwohner –
Hier erwarten mich bereits Serena und Fabrizio, wiedermals ein Ergebnis meiner oft stundenlangen Online-Sitzungen in den WiFi Bars Landauf Landab, wo ich Wochen im Vorraus bei www.couchsurfing.com zig viele Profile anschreibe um eben nicht auf der Straße zu landen.
Bozen ist entgegen meiner Vorstellung wirklich viel Deutscher als ich dachte; jede Beschilderung ist Zweisprachig, das Stadtzentrum mit seinem Wahrzeichen, natürlich der Kathedrale heißt Walther Platz. Da wird’s durch die Romanisierung “Piazza Walther” auch nicht wirklich Italienischer.
Doch Serena und Fabrizio sind echte Landsleute: Serenas Eltern stammen aus Calabrien und Sizilien…. südlicher gehts nicht mehr, und Fabrizio ist aus Bologna, da wo die Bolognese herkommt.
Also bin ich noch in Italien, komme mir aber nicht ganz so vor als ob; ein Paulaner Brauhaus, Bierstuben und überhaupt sieht hier alles sehr “Österreichisch” aus….jaja, ist ja nicht Deutschland, aber eben Deutsch.

Hier bleibe ich erstmal zwei Tage. Muss noch einiges vorbereiten, meine Gastgeber für Trieste und Venedig organisieren, habe schon welche an der Angel, aber noch nicht sicher…. Verona, die  nächste Stadt steht sicher, da bin ich direkt am Gardasee eingeladen für zwei Nächte, aber Trieste und Venedig … oh je, warum können sich die Leute die mir zusagen nicht festlegen… es ist immer ein Krimi…

Genau das ist Hauptthema am Abendtisch in der kleinen Wohnung in der Bozener Innenstadt bei Serena. Gerade frisch Mitglied bei Couchsurfing.com, schlittern täglich zwischen drei und fünf Anfragen hinein. Anfragen von Touristen in der Adoleszenz die umsonst irgendwo schlafen wollen… so wie ich, ……aber ich bin im Gegensatz dazu darauf echt angewiesen…

Italien  -Region Trentino/Südtirol-  (17.09.2014)

Endlich mal ein Bild durch das Zugfenster, was gelungen ist. Oft sind die Scheiben so dreckig, dass es kaum klappt mit dem Schnappschuss ins Panorama.
Auf dem Weg nach Bozen sehe ich Apfelbäume ohne Ende, Berge und Dörfer die mehr und mehr Deutscher werden….
Ich komme ins Gebiet Südtirol, angrenzend am Österreichischen Tirol eine kulturell völlig andere Landschaft; tatsächlich komme ich hier mit Deutsch genauso gut weiter wie in Italienisch.
Selbst im Zug tobt der Kampf der Kulturen: Im gepflegten Deutsch erklärt mir der Schaffner, dass mein Italienisches Tiket völlig ungültig sei; ich kaufte es für 6,70€ und stieg laut Fahrplan in die Bahn von Trento nach Bozen um 16:05 ein. Da kann man ja nichts falsch machen, Trento hat wenige Gleise und alles war klar und übersichtlich. Nur dass der Zug ein Österreichischer ist und ich nun satte 18 € nachzahlen soll, also ein komplett neues Tiket berappen muss….   neeeee, net mit mir.
….Sagt auch der resignierte Schaffner und lässt Gnade walten, die Italiener machen was sie wollen, sagt er im lustig, Tiroler Akzent.  Puh, nochmal geschafft…. Im Trentino/Südtirol ist also noch einiges im argen…

Italien  -Region Trentino/Südtirol- (16.09.2914)

Für läppische 3,70 Euro fährt der Bus die 60 km in die Regionalhaupstadt. Trento ist schnell erkundet, mit Sack und Pack ziehe ich um dke Häuser der 120.000 Einwohnerstadt, dessen Zentrum sehr überschaubar keine große Mühe macht.
Trentos Wahrzeichen ist natürlich seine Kathedrale mit so einer Art Klosteranlage und Turm. Auch ein Stadtschloss gibt’s gegen Bares etwas abseits zu bewundern.
Ich esse gut und günstig in einem Pakistanischen Imbiss. Die scheinen in Italien wohl mein kulinarisches Zuhause zu werden, und um 18:00 treffe ich wie im Internet verabredet Dino am Bahnhof.

Wieder bin ich nur eine Nacht hier. Dino spricht wie so viele hier Deutsch und ich staune über seine riesengroße Wohnung, und seinen verfressenen Katzen. Die haben immer Hunger, sagt er. Immer.

Wieder erzähle ich vom Wanderleben, werde nicht müde und wundere mich selbst über meine Ausdauer ständig darüber zu berichten. Dino jedenfalls hat jede Menge Spaß daran, erzählt mir von seinen Plänen bald nach London auszuwandern. Ausgerechnet London, die “freundliche” Stadt (siehe Wanderleben Großbritannien) wo ich über 45 Couchsurfinganfragen brauchte, bis mich jemand aufgenommen hat. – und das bei einer 9 – Millionenstadt **immernoch grummel**

Italien  -Region Trentino/Südtirol – (17.09.2014)

So sieht es hier aus, Weinbau, Berge und viele Apfelbäume…. wobei es eine für Italien recht strenge Bauordnung gibt, expandiert die Region beständig; Trentino ist die wohlhabenste Gegend im Lande, was allerdings auch daran liegt das sich viele Ressourcen auf wenig Einwohner verteilen; 1.060.000 Menschen leben hier, gerade mal 1,5% der Italienischen Bevölkerungszahl, aber immernoch in sich sehr uneiniger Gemeinschaft; eigentlich aus zwei kulturell völlig eigenständigen Provinzen  besteht die Region, im Süden das Italienische Trentino, im Norden das Deutsche Süd-Tirol. Beide Bereiche plane ich einen Besuch abzustatten.
Heute reise ich die nächsten 60 km nach Trento, wo ich natürlich wieder verabredet bin.

Italien  -Region Trentino/Südtirol-  (16.09.2014)

Ja, eine neue Region, ein neues “Land”, wie ich es immer wieder gerne wiederhole.
Wie Valle d’Aosta (wo ich vor zwei Wochen schon war) ist Trentino/Südtirol eine reine Bergregion; weite, lange Täler umgeben von über 2000 Meter hohe, dunkelgrüne Berge auf denen Eichen und Robinien wachsen, prägen das Bild.
In den Tälern wachsen die Äpfel Italiens, die im ganzen Land meist als Tafelobst in die Läden kommen, überall weite Apfelplantagen, aber eben auch Wein der hier reichlich zu sehen ist.
Der Gardasee ist im Süden des Trentino ein Grenzgebiet zur Lombardei und dem Veneto, liegt also gleich in drei Regionen. Deshalb verweile ich auf meinem Weltweg durch den “Mini Kontinent” Italien, noch etwas länger in seiner nähe.
Doch ich ziehe erstmal weiter nach Norden, verlasse Giacomos exotisches Heim und reise weiter in die Regionalhaupstadt Trento.

(Bild: Der Gardasee bei Riva,  an seiner nördlichsten Stelle; hier wachsen Palmen und das Klima ist aufgrund der geschützen Berg-Tal Lage nahezu mediterran)

Italien  -Region Trentino/Südtirol-  (16.09.2014)

Jaaaa, er hat; Giacomo steht einfach da und ruft mich…. als ich etwas verloren nach ewig langer Busfahrt, einen Stadtplan entdecke, der als Schild mir ev. sagen kann, wo es lang gehen könnte, höre ich meinen Namen im stark Italienischen Akzent ertönen. Welch eine Wohltat im Gefühl des Verlorenseins.

Giacomo ist eher ein Hindu als rassiger Südländer von Gestalt, er meint Buddist zu sein, mag aber auch Ganesh, einen Elefantengott aus Indien.
Ebend auch sein faszinierendes Zuhause bestätigt seine Gesinnung in jegliche Spirituelle Welten; ein charmantes Chaos voller bunter Dekorationen und jede Menge Klamotten, hängend an der niedrigen Decke seiner Dachgeschosswohnung, die zusammen mit den Wohnungen seiner ganzen Familie in einem alten, schlichten Etagenhaus unterkommt.
Mein Gastgeber ist Kostümbildner und Macher; Stoffspulpturen, Gummilacken die verschwubbelt ineinander hängend seine Kreativität erregen sollen jnd darauf warten, Teil seiner skurrilen Kreationen zu werden.
Mit Erfolg wie es scheint; Stolz zeigt mir Giacomo Fotos von Festivals in Venedig und Verona, selbst in Afrika wurde er zur Kulturausstellung der Italienischen Botschaft in Angola eingeladen. Es gibt viel zu erzählen, – bei Indischen Gewürztee und Reis mit Tofu.

Riva de Garda ist zwar seine Haimat, aber so wirklich mag er den Ort nicht (mehr) …Zu viele Touristen nehmen dem alten Hafen, direkt an der Nordspitze des Gardasees gelegen, die Authentizität. Stimmt zwar, aber anderseits gehört gerade deshalb Riva de Garda (17.000 Einwohner) zu den wohlhabensten Orten Italiens. Und selbst die Mafia hat sich hier angeblich nie sehen lassen….

Italien  -Region Trentino-Südtirol- (15.09.2014)

Was für eine Hammer-Tour; ganze 10 Stunden mit insgesamt fünf Umstiegen war ich im Italienisch Öffentlichen Verkehrssytem ein Gefangener meines Zeitplanes.
Satte Wartezeiten beim Zugwechsel, elend lange Stehzeiten der “Bummelzüge” in jedem Dorfbahnhof längs der Strecke und eine wahre Hölle im Mega-Bahnhof von Milano. Bis ich erstmal den richtigen Zug finde, das Tiket dazu auch, und überhaupt vom Nord in den Südbahnhof komme…. ich könnge erzäääählen…aber nein, ich lass es lieber.
Besser mag ich davon berichten, dass Frenk mir bei all den “Full Sevice” (Gästezimmer, Reisekostenerstattung, Essenseinladungen) auch noch etwas Taschengeld gab. Somit kann ich die nächsten Tage wieder deftiger zuschlagen und mich bei der einen oder anderen Pizza schön über den Tisch ziehen lassen.
Ich ärgere mich ja immer dermaßen schwarz wenn’s halt die üblichen zwei, drei Euro mehr auf der Rechnung sind als zuvor ausgerechnet.

Nach einer unendlich erscheinenden Fahrerei in lärmenden, krachenden Zügen und halsbrecherischen Überlandbus, letztlich entlang des Gardasees, erreiche ich mit drei Stunden Verspätung das Tagesziel: Riva de Garda.
Hier hoffe ich noch meinen Gastgeber Giacomo zu treffen… ob er mich noch erwartet ???

(Bild: Im Touristenkaff Riva de Garda)

Schweiz -Region Südschweiz/Tessin-  (14.09.2014)

So sieht sie übrigens von außen aus, die Botta Kirche.
Eigentlich eher eine Kapelle, klein aber beeindruckend und endlich mal etwas in Zeiten sakralen Rückbaus, was innovativ und gegenwärtig modern erschaffen ist; 1998 wurde sie fertiggestellt.
Ein Ort den mir Frenk besonders gern zeigt bei meinem kurzen Blitzbesuch abseits meiner Reiseroute.
Es hat sich gelohnt, lieben Dank dafür..