Nun sitze ich hier und habe meine ersten 1000 Kilometer zu Fuß vollendet, hier in Pommiers, einem kleinen Ort ca. 80 km westlich von Lyon. Es ist (mal wieder) Zwangspause, mein permanenter, wenn auch unerwünschter Begleiter, der Regen, treibt mich auf diesen langweiligen Campingplatz tief in der französischen Provinz, und ich nutze die Zeit zum Schreiben – und zum Schlafen. Insgesamt geht es hier auf dem Jakobsweg in Frankreich besser als ich vorher gedacht hatte. Die Landschaft ist herrlich, die Gesundheit robust und vor allem, ja vor allem die Menschen hier sind unglaublich freundlich und hilfsbereit.
Nur mit der Natur des Landes sieht es ganz anders aus. Als ich kurz hinter der Grenze mein Lager aufschlug, um im Schutz des Waldes die Nacht zu verbringen, machte ich erstmals Bekanntschaft mit den überreichen Wildbeständen unseres schönen Nachbarlandes. Insgesamt viermal hatte ich hier in Frankreich im Wald gezeltet und jedes Mal richtig Ärger (nein nicht mit der Polizei – freies Zelten ist in Frankreich eigentlich verboten) mit Wildschweinen gehabt, bis sogar eines versuchte, in mein Zelt einzudringen und ich nur noch mit dem Pfefferspray Abhilfe fand. – Und das alles bei Regen um Mitternacht!