Italien -Region Umbria- (15.10.2014)

In der Nacht regenet es wieder wie aus Eimern, doch das laute Prasseln der schweren Regentropfen empfinde ich mittlerweile sogar als angenehm, total sicher vor den extremen Blutsaugern sowie vor der allgegenwärtigen Nässe des Italienischen Oktobers, räkel ich mich in meinen weichen Schlafsäcken, dessen Bettüberzüge (ja, ich schleppe noch Überzüge mit mir rum) nach Waschmittel duften… hatte diese ja in Florenz bei Marco durch die Waschmaschiene gejagt.

Heute verlasse ich die Toskana, einem der wohl reichsten Länder Italiens; wo ich noch überall gewesen wäre; Siena, Pisa oder Montalcino (die Weinstadt) kenne ich allerdings schon von früheren Reisen.
Ich ziehe weiter nach Umbrien, tief im Landesinnern des Stiefels gelegen, einer der eher unbekannteren Regionen Italiens.

Hier, in den Bergen der kleinen Region mit ihren vielen Dörfern und Kleinstädten die sich wie Urbane Klekse in die malerische Hügel-Berglandschaft zerstreuen, leben 890.000 Einwohner, dessen Zentrum die Haupstadt Perugia ist, hoch auf einem Berg gelegen mit seiner atemberaubenen Altstadt, während weiter unten sich die eher unschönen, modernen Wohngebiete der letzten Jahrzehnte erstrecken, weit auseinender gezogen zwischen den grünen Hügeln, kleben Hochhäuser an deren Hängen.

Dort quäle ich mich fürchterlich empor, schleppe mein verfluchtes Gepäck, im Akkord schwitzend hinauf… verkenne die Ausdehnung der Bergstadt Perugia und mache viele Pausen zwischendurch neben den wie üblich, tosenden Hauptverkehrstraßen.

Irgendwann zahlt sich (mehr oder weniger) mein Geiz aus, wieder nicht mit dem Bus ins Zentrum zu fahren, und komme in einer fantastischen Altstadt an, die meinen Schmerz der fast 25 Kilo Last vergessen lassen; verschlungene, über 500 Jahre alte Gewölbeartige Gassen, Tunnel und Gänge, verwirren und begeistern mich zugleich. Instinktiv finde ich nach und nach zum Zentrum, zur Touristen-Info um eine Übersicht des Ganzen zu finden.

Dort angekommen, völlig, aber völlig naßgeschwitzt (23 Grad !) stelle ich fest, dass “Bosko Perugia” weit außerhalb der Stadt liegt, der Ort meines hiesigen Gastgebers….. in einer weiteren Ochsentour finde ich irgendwie den Weg dorthin, zahle 1,50€ und frage mich auf Englisch hier im tiefsten Italien durch.
Letztlich erbamen mich zwei 15 Jährige Mädchen mit ihren Smartphones im wackeligen Schulenglisch und weisen mir den Weg in die “Via delle Serre”….. wo ich in drei Stunden mit Roberto verabredet bin…. mal sehen wie das jetzt klappt….

(Bild: Perugia, weit oben auf einem Berg gelegen ist über 2500 Jahre alt, und hat eine unglaublich gut erhaltene, Mittelalterliche Altstadt die ich so noch nie gesehen habe… )

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