Italien  -Region Umbria-  (15.10.2014)

Doch es klappt, Roberto ruft mich an und plappert mit einem Wust auf rudimentären Englisch drauf los… ich verstehe rein garnichts, versuche zu erklären dass ich fast vor seiner Tür stehe… nach längerem hin und her, steht er plötzlich am anderen ende der Straße und ich bin sowas von erleichtert.

Roberto ist der typische Gastgeber: Männlich, alleinstehend und interessiert an Leuten wie mich, die einem alternativen Lebenstil folgen. Doch diesmal unterscheidet ihm das nahezu völlige fehlen jeglicher Englischkentnisse. Portugisisch könne er perfekt, verstehe ich noch auf Italienisch, doch wir schaffen das auch so, immerhin will ich ja mal auch durch Afrika, da kann etwas “ohne Wörter-Verständigungs-Übung” nicht schaden.

Allerdings muss ich ihm jetzt auch noch klarmachen, dass ich das Gästezimmer auf keinen Fall beziehen kann; schon beim Gepäckablegen dort, höre ich es wieder: Das schwirren von aberdutzenden Moskitos, von denen sich die ersten wild auf mich im Sturzflug schmeißen; ich schaffe auf Anhieb fünf von ihnen zu killen….
Völlig davon unbeeindruckt bietet Roberto mir seine Gastlichkeit, hilft mir beim Einrichten wobei ich fast schon wehrhaft meinen Kram zusammenraufe, instinktiv erkunde ich schon durch’s Fenster den Hof draußen, in Absicht mein Zelt dort aufzubauen….

Während Robertos Schlafgemach von einem gewaltigen Moskitonetz gekrönt ist, bevölkern seine Räume ganze Legionen von Stechmücken die scharf darauf warten, jedem Warmblüter die Hölle zu bereiten, sobald dieser sich zur Ruhe bettet… lediglich die ebenfalls zahlreichen Spinnen in den Ecken und Winkeln, profitieren von der schwirrenden Überpopulation, und saugen sich satt und voll…..

Doch am Anfang dieser Nahrungskette will ich nicht stehen, baue das Zelt flott im Hofe auf, erkläre meinem Gastgeber mit Händen und Füßen dass ich allergisch gegen Insektenspray sei (was nicht stimmt) und bin froh nun bald hier draußen, aber in Sicherheit in meinem gewohnten, geliebten Zelt zu nächtigen.

Dick eingepackt, einigermaßen geschützt vor den wenigen Stichen der Moskitos die es schaffen der dicken, zum schneiden schweren Luft zu wiederstehen, (Roberto versprühte Literweise scharfes Gift in allen Räumen…) esse ich aber richtig gut fette Pizza mit echtem Parmaschinken, trinke Umbrischen Rotwein und stelle fest, dass Roberto noch immer nicht verstanden hat, weshalb ich diese Nacht draußen im Zelt schlafen will…..

Mit einem Giftkloß im Hals, verdaue ich das Insektengift in meinen Lungen, gut schlafend in meinem Zelt. Auch wenn dieses auf einem Hundehaufen aufgebaut nicht wirklich optimal plaziert ist….

Allerdings verzeihe ich das der kleinen “Celli”, einem wirklich lustigen kurzbeinigen Wutzelmann an Hund, der pausenlos während des Essens erfolgreich zu betteln wusste. 🙂

(Foto: Roberto und ich auf der Piazza IV Nobembre im Herzen von Perugia. -am 16.10. als er mir die Stadt zeigt)

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