Nur wenig später treffe ich in Leicester ein, das im deutschen wie “Lester” gesprochen wird.
Hier wird wieder klar, wie international dieses Land ist; Leicester, eine Stadt mit 340.000 Einwohner, ist der erste Ort dessen Nichtenglische Bevölkerung die Mehrheit bildet.
Vornehmlich aus Pakistan und Indien stammen die meisten hier, aber auch Afrikaner sieht man überall.
Die Zukunft dieses Landes – sowie von dwn meisten Teilen Europas, sieht so aus; Menschen aus Indien, China und Afrika werden auch in Zukunft massenweise kommen, da selbst in sogenannten “ Kriesenzeiten” hier, der Lebensstandard viel besser ist als in den Heimatländern.
Ich jedenfalls, erfreue mich an den vielen Dönerläden, Chinastores und indische Tante Emmaläden, mit ihrer typischen Betriebsamkeit.
So findet sich auch mitten drin ein Hare Krishna Zentrum, dessen bunte, umfangreiche Homepage ich schon vor Wochen bewundert hatte.
Welch imposanter Tempel möge dort in Leicester erstrahlen, dachte ich, und stehe nun vor einem winzigen Büroverschlag mit trüben Fenstern und defekter Klingel.
Na toll, das war nu meine große Hoffnung. Draußen vor der Stadt gäbe es ja noch eine Farm, ganz ähnlich wie jene in Lasmahagow, wo ich vor Wochen lange Zeit blieb.
Doch jetzt ist niemand hier umd eine Adresse für die Farm, gibt es selbst im Internet nicht zu finden…
Mein größtes Problem aber ist die permanente Müdigkeit. Jetzt noch irgendeinen von denen zu suchen, schaffe ich jetzt nicht mehr.
Immerhin würde ich bei den Hare Krishnas herzlich empfangen, man wisse um meine Verdienste von der Farm in Schottland, und bin ein “Freund Krishnas”.
Doch heute wohl eher nicht. Ich beschließe erstmal die Stadt zu verlassen, nehme den Bus nach Earl Shilton, einem Dorf zehn Kilometer außerhalb, wo ich einfach mein Zelt irgendwo dort aufbauen will um dann ewig zu schlafen.
Bor Ort dann, aber geht die Ochsentour immernoch weiter; nach langem umherziehen auf der suche nach einem Bauernhof, erfahre ich dort nur kalte Ablehnung. Auch eine gute Stunde später, nachdem ich einen weiteren Hof finde, schickt man mich ohne Mitleid in die Wüste.
Entweder ich habe heute einfach nur biel Pech, oder die Engländer sind fürchterlich Ungastlich. Ja selbst die Landschaft ist dermaßen dicht, dass ich keine Chance habe über die allgegenwärtigen Weißdornhecken aufs Acker zu springen, wo ich dann zelten könnte.
Doch auch die vielen Schilder mit blutrünstigen Hunden drauf, sprechen die klare Botschaft, hier nicht willkommen zi sein.
Ich bin am Ende.
Der Rücken schmerzt entsetzlich unter der Last meiner schweren Taschen… ich bin verschwitzt und fühle mich grauenhaft.
Weiter über elend lange Pfade, umgeben von korrekt gestutzten Dornenhecken, schleppe ich mich von diesem Gottverlassenen Landstrich zurück in den Ort Earl Shilton um nur noch den nächsten Bus in die Stadt zu nehmen….
Coventry ist groß, dort werde ich nun in ein Hotel gehen. Geld spielt keine Rolle, ich kann jetzt einfach nicht mehr….