Der Jakobsweg ist im Großen und Ganzen eine recht einsame Sache, die unendlichen Weiten, diese Stille auf Schritt und Tritt. Die eigenen Gedanken – als einzige Begleiter – vermitteln ein gewisses Gefühl von „einheitlicher Zweisamkeit“. Die Welt zieht in einer menschlichen Langsamkeit vorüber, die mir erst einmal klar macht, wie groß und weit diese ist. Eine Welt, die wir heute mir Autobahnen vernetzen und in Bonusmeilen hoch über den Wolken vermessen…
Hier fand ich nun, in meiner Welt von vier Stundenkilometern zu Fuß, meine künftigen Wegbegleiter, die im selben Tempo auch nach Santiago de Compostela wollen. Und so sind wir zu viert! Cis, eine hellblonde, kurzhaarige Holländerin, die aus Utrecht gestartet ist, Frank, ein Lebenskünstler und Weltreisender aus Köln, und Nico, der Vegetarier aus Freiburg, fanden sich alle schon vor mir auf dem Wanderpfad, und so schloss ich mich der Gruppe an, um das Abenteuer nun gemeinsam zu versuchen.
Wir zogen nach Süden, schafften die 35 km nach Montbrison, wo es für uns einen Pilgerempfang der dortigen Kirchengemeinde gab. Welch freundliche Leute hier! Es gab kräftigen Käse, Gesang und eine kostenlose Unterkunft im Gemeindesaal. Wir alle sind ja gut gerüstet mit Schlafsäcken, Liegematten und Zelten, so dass wir am nächsten Tag, an dem es 25 km weiter in den tiefen Wald ging, dort ein Camp aufschlugen.