Hier war ich schonmal, Straßburg die große Hauptstadt des Elsass, mit seiner sagenhaften Kathedrale.
Also komme ich nun zum zweiten mal in diese Stadt. Beim zweiten mal sieht man mehr, oder anders.
Jetzt allenfalls, sehe ich nur Regen und flüchte eher in Richtung Kneipe mit WiFi. Ganze drei Stunden, mit Blick auf die verregneten Straßen, halte ich mich an diese unverschämt teure Cola-Zero und lasse mir mal ordentlich Zeit fürs Internet, schaue die Nachrichten und lese Wikipedia Einträge zu Elsässischen Orten.
Im historischen Zentrum gibt’s noch reichlich zu sehen. Doch die fahle Grauheit, nasskalter, schlechter Aprillaune, vermasselt mir gründlich die Fotosafari, gerade hier an einem so wunderbaren Ort. Fachwerk vom Feinsten, hochgotisches Fassadenwerk, grandiose Parks…. nichts will heute einfach schön aussehen… das Leichentuch miesester Wetterlaune liegt starr über die Stadt.
Egal, mit 15 Kilo Gepäck auf den Schultern, schleppe ich mich durch die Gassen, kann deshalb noch nicht einmal daran denken, mal ins Europaviertel zu gehen, zu weitläufig sind die außerhalb gelegenen Stahlbetonbauten, jüngster Bauart des Europarates. Straßburg, ein wesentliches Element des berüchtigten “Europazirkus”, ist ja Sitz des Europarates, viele hundert Kilometer vom Europaparlament in Brüssel, sowie dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg entfernt, was natürlich alles andere als Zentralität und logistischer Effizienz entspricht. Europa halt…
Außerhalb von Straßburg befindet sich heute auch mein Ziel: Die andere Seite des Rheins, jene Grenze zwischen dem Elsass und Baden Württemberg, jaja, zu DEUTSCHLAND.
Ich bin wieder Daheim.
Nach über sieben Monaten durch Westeuropa betrete ich erstmals wieder mein Heimatland, wenn auch gut 550 Kilometer fern meines Zuhauses, im Grenzort Kehl.
Hier treffe ich den Domi, einem Gastronomen der mir einiges über die Franzosen im Grenzverkehr erzählen kann; Kehl, dicht an Straßburg gedrängt, ist Deutsch. Straßburg Französisch. Somit bietet Kehl, ein eher unscheinbarer Ort mit vielen Geschäften und Kneipen, eine wahre Wohltat geschröpfter Portemonnaies der armen Franzosen, die selbst den unverschämten Preisen ihrer Gastronomie überdrüssig sind. Auf ins gelobte Land….sage auch ich, und bereite mich schonmal vor auf den Endspurt bald, 550 Kilometer nach Norden….nach Hause.
Dort mache ich dann erstmal ein paar Wochen Sommerurlaub.
HEIMATURLAUB.