Italien -Region Lazio-  (30.10.2014)

ROM

So, jetzt aber mal schluss mit all den Kirchen und Päpsten. Bin ja nunmal in Rom, …. heilig bin ich allerdings nicht geworden, ganz im Gegenteil, Wein und viel Völlerei erinnern eher an Dekadenz weit älterer Tage in dieser Stadt.

Georg entschied sich für eine kleine Wohnung in Trastevere, im Randbereich der Innenstadt gelegen wo wir nun ganze sechs Tage zusammen verbrachten. Auch Besuch hatten wir: Stefan den ich damals in San Marino getroffen hatte, der Couchsurfer auf Stefanos Farm (Siehe San Marino) fand Zuflucht auf unserem Sofa, – für drei Tage Obdach im stressigen Rom…. wo es echt schwer ist jemanden zu finden der einen Reisenden aufnimmt.

Italien  -Region Lazio-  (28.10.2014)

Zwei Stunden in einer Kirche ?

Ja, und das sogar ohne Gottesdienst, – Gott sei dank – soweit muss es dann doch nicht kommen.
Auch der Kreuzgang beschäftigt mich, mit seinen wie in einem Museum augestellten Relikten und Steinarbeiten, die teils über 2000 Jahre alt sind.

St Paul vor den Toren, dann Santa Maria Maggiore, mitten in der Innenstadt gelegen, die Basilika mit Papst Pius IX auf Knien, in Stein verewigt in einer Krypta. Dann natürlich der Lateran, der vor dem 16 Jahrhundert sehr lange Zeit Sitz des Papstes war. (Lateranbasilika) jaaaaaa, und wer noch ?

Natürlich der Petersdom (heutiger Papstsitz)  der besser “Basilika Mayor Maximus” heißen sollte. Aber das darf ich wohl nicht entscheiden. Oder?

Die vier Großen von Rom, wer die nicht gesehen hat, war auch nicht in der Stadt.  – und das entscheide ich jetzt mal doch so … 🙂

(PS: Insgesamt gibt es sechs Basilika Mayor, davon lediglich zwei außerhalb Roms und zwar in Assisi …. da war ich ja schon (!?)  (Siehe “Region Umbria”))

Italien  -Region Lazio-  (28.10.2014)

Also Rom ist ganz klar eine Stadt, ja eine Metropole der Kirchen, was sich erstmal nicht besonders aufregend anhört. Aber mit nur wenig Verständniss für historische Dinge, sieht das schonwieder ganz anders aus.
Klar, Barcelona ist die Stadt der Partys, Berlin hat viel Geschichte der Neuzeit und von New Yor sind mir noch die tollen Wolkenkratzer in Erinnerung. Doch Rom als Zentrum der Christlichen Religion lässt auch einen Transhumanistischen Anhänger der Kryonik, wie ich es bin, nicht so “kalt”.

Georg, ein lebendiges Kunstwerk Christ-Historischem Verständnisses, vermag es mir in einer Fülle vermitteln, wie es besser nicht gehen kann. Selbstverständlich war er schon öfter in Rom und plant auch in Zukunft immer wieder diese Stadt zu besuchen.

Doch hier, in einer der Basilika Mayors, findet er sich nun seit fast fünfzig Jahren wieder ein; als Aachener Domknabe auf Bildungsreise war er mal hier,  bei St. Paul vor den Toren, eine Riesengroße Kirche die einst mal außerhalb Roms erbaut nun heute gerade mal vier Kilometer vom Stadtzentrum liegt, dennoch weiträumig frei von der umliegenden Neustadt ein Ort wie eine Oase im großen Rom.

St Paul, oder die Paulus Basilika, ist wie der Name schon sagt, dem Apostel Paulus geweiht und eine der großartigsten Kirchbauten die ich je sah: Wie in einer Galerie reihen sich im Innern die Portraits aller Päpste aneinander, kunstvoll wenn auch schlicht bis zum heutigen; Papst Franziskus, neu in kräftigen Farben vom Licht angestrahlt.

607 Päpste soll es schon seit Petrus (dem Apostel als “erster Papst)  gegeben haben, bis heute in nahezu ununterbrochener Reihenfolge. Alles zu sehen hier bei St Paul vor den Toren.

Italien -Region Lazio-  (28.10.2014)

Georg und ich wollten eigentlich nur die Via del Corso, eine heftig frequentierte Hauptstraße, hoch zur Pizza del Popolo entlang, fanden aber gleich am Anfang eine Basilika vor. Basiliken sind Kirchen von besonderer Bedeutung und als solche persönlich vom Papst geweiht, also nur wenige Gotteshäuser dieser Katholischen Besonderheit soll es geben; in den Großstädten Europas jeweils mal eine, auch mal zwei. Nicht so aber in Rom: Der Plan lautet, nie an einer Basilika achtlos vorrübergehen, da so einer Ehrwürdigen “Oberkirche” sich sowas würdigt. Hört sich eigentlich ganz machbar an, aber schnell geraten wir ins trudeln und unser Vorhaben entwickelt sich zum einzigen “Basilika Hopping” …. allein schon entlang des Corso….
Wenn man bedenkt, dass es in Rom ganz viele solcher “Basilika-Autobahnen” gibt, werd ich schwindelig; nach einiger Recherche finden wir heraus, dass allein 66 Basiliken allein in Rom stehen, – keine Chance die alle zu besuchen, selbst wenn sie längs unserer Wege durch die Stadt liegen; den Corso mit seinen ca fünf Basiliken auf einem Kilometer, haben wir noch durchgezogen; ganze zwei Stunden braucht man da schon. Die Piazza, eigentlich das Ziel, erreichen wir viel später als geplant.

Ok, so kann man es auch machen: Von den 66 Basiliken sind 62 Häuser im Stand einer “Basilika Minor” und vier “Basilika Mayor”, also vom Komperativ zum Superlativ und beschließen wenigstens die vier ganz großen zu sehen.

(Bild: Welche Basilika das nun wieder war, weiß ich jetzt auch nicht mehr. Nur diese Deckenmalerei aus dem 13 Jahrhundert, fällt mir auf: Ganz oben, diese Lichtgestalt, eigentlich nicht schwer zu erraten, ist Gott höchstpersönlich. – Recht selten su finden, ein Bild vom Oberboss.)

Italien  -Region Lazio- (28.10.2014)

Das alte Einfallstor zur ewigen Stadt: Die Piazza del Popolo, (Platz des Volkes) war noch vor der Erfindung der Eisenbahn jener Ort, den Besucher als erstes von Rom zu sehen bekamen.
Heute ist der weite, freundlich anmutende Platz ein Freiraum zur Erholung des höllenhaften Diktats einer Million Automobile…. gleich neben Roms “grüner Lunge” – wie es immer so schön heißt, gelegen, sehe ich vom Park weit über die Stadt bis zur Kuppel das Vatikans (Petersdom)

Italien  -Region Sardinien-  (02.11.2014)

Neee, das ist nicht wirklich Rom…..

Eine ZWISCHENMELDUNG zum Timing meines Tagebuches: Bin eigentlich schon viel weiter, momentan hier auf der sagenhaften Insel Sardinien, sitze nun in einer Bar am Hafen von Santa Teresa, südlich gegenüber von Korsika, wo ich heute übersetze, kann aber nie online gehen da mein Akku im Tablet schlapp macht.
Die letzten Tage verbrachte ich draußen, also weit abseits jeder Steckdose…. mal eben aufladen geht auch nicht, der Akku ist kaputt und lädt extrem langsam….hach, diese ständige Abhängigkeit von Energie kostet im Digitalen Zeitalter von heute jede menge Nerv…. aber ich bleibe drann und versuche nachzutragen.

Muss noch tonnenweise über Rom erzählen, bin aber schon so viel weiter….Abenteuer ohne ende…man, man, muss wohl bald zwei Tage “frei” machen und alles aufzeichnen….. *stöööööhhn*

Bild: Wie in der Karibik; Glasklares, warmes Wasser, Traumwetter, Traumhafte Landschaft. Das ist Sardinien – und das Anfang November !)

Italien  -Region Lazio-  (27.10.2014)

Und das sind sie: Die Leckerreien der Ewigen Stadt.
Hier, eher leichte Sachen die mehr als “Antipasti” gereicht, eine Vorspeise sind.
In Rom und ganz Italien gibt’s traitionell mehrere Gänge: Das Antipasti als Vorspeise, dann die “Primi Piatti”, eine weitere Art der Vorspeise die aber schon bereits (an)sättigen soll, oft bestehend aus Pasta (Nudelgerichte) oder Gemüse. Dann kommt die “Secondi Piatti” eine Art Hauptgang, meistens als Fleischgericht. Anschließend dann Nachtisch. (Süßspeisen, Eis) und natürlich ganz zum Schluss ein Grappa.

Sowas ist in Italien kein Luxus, kostet aber oft so viel, da jeder der drei Gänge locker zwischen 8 – 18 Euro “kosten” …. dazu noch eine Cola für durchschnittliche drei Euro, oder ein Bier (3,50€ auf 0,25l, oder 5€ auf 0,4l) sowie 0,7 l Wein, manchmal für schlappe 7€, je Glas aber schnell über fünf… lediglich der Kaffee ist hier günstig und “fair”: 1,50 ist schon viel. Ein Heiligtum eben in Italien.

(Bild: “Auslage-Essen” vor so manch Restaurants, nur zum gucken. Sieht ja toll aus, aber wird zum Tagesende weggeschmissen…. was man davon halten kann, soll jeder selbst entscheiden)

Italien  -Region Lazio-  (27.10.2014)

ROM

Spät gegen 19:00 Uhr haben wir so manch Säle im Kapitolischen Museum für uns ganz allein. Kurz vor der Schließung der heiligen Hallen großer (!) Römischer Geschichte, gibt es sie, die Ruhe ….  welche nötig ist um all das hier einigermaßen zu verstehen, zu erfühlen.
Ansonsten, drängeln sie sich hier: Massen fotografierender, laut tratschender Touristen.
– Die quetschen sich jetzt zu dieser Zeit alle in ihren Restaurants, und zahlen jeden Wucherpreis für ihre Pizzen ….