Italien -Region Lazio-  (27.10.2014)

Ein typisch “Römischer Effekt” : Ich habe vergessen welcher Kaiser das jetzt schonwieder war…. klar, ich könnte ja recherchieren im www, doch will ich weniger als Reiseführer, sondern das gelebte Wanderleben zeigen.
Dennoch ärgere ich mich jetzt etwas. Nach so einem zünftigen Rom – Aufenthalt, muss man sich schon gut sortieren….  jedenfalls ist alles hier im Kapitolischen Museum total echt, und somit wahnsinnig alt: 1800 Jahre gibt es dieses Bildniss bereits, das weiß ich wohl sicher.. außerdem sieht es auch wirklich sehr Römisch aus.

Italien  -Region Lazio-  (27.10.2014)

Krasse Sachen und das noch Originale gut 1500 Jahre alt, so wie dieses Werk dass eine typisch Römische Ästhetik beschreibt; der Kampf zweier Größen, ob Tier oder Mensch.
Im alten Rom fragte man sich einfach, was würde passieren wenn ein großer Bär auf einen starken Stier trifft, ein mächtiger Tiger auf ein Rudel Wölfe, oder eben ein stattliches Pferd auf dem ein hungriger Löwe gehetzt wird. All das ließen sich die Kaiser mal vorführen, meist in der Arena (Kolosseum) wo natürlich auch Menschen, ob im Zweikampf oder ganze Gruppen sich niedermetzeln sollen.
Ich hörte sogar, das ganze Seeschlachten simuliert wurden, wofür eigens das Kolosseum mit Wasser angefüllt eine See-Arena geboten hatte…

Das Ganze natürlich ganz offiziell für jedermann zugänglich; “Brot und Spiele für alle”, inklusive Todesschreie und Hektolitern frisches Blut… 

Zum Glück haben sich die Zeiten geändert…

Italien   -Region Lazio- (27.10.2014)

ROM

Da habe ich sie wieder, die Gründer Roms: Romulus und Remus, die man zwar suchen muss, aber gelegentlich auch findet, so wie hier auf dem Kapitolischen Hügel, am Museum.
Mit Georg habe ich nun endlich die Muße sowie die Möglichkeit, endlich mal “touristisch” unterwegs zu sein. Museen sind mir halt zu teuer, würde aber so gern auch daran teilhaben. Und das geht hier und heute in Rom, welch ein Glück 🙂

Italien  -Region Lazio-  (27.10.2014)

Ein Blick in alle Anfänge: Das Phanteon, der erste Kuppelbau, einst vor über 1800 Jahren errichtet, strahlt mich an durch seine Öffnung ganz oben, wobei ich mitten in der Halle stehe. Wenns regnet, sei’s drum. 1405 Jahre ist hier schon Kirchen-Betrieb und das Ding steht noch immer.

Erzählen könnte ich jetzt in meterlangen Texten, aber ich sage nur wie unglaublich es ist hier zu stehen, hier wo alles was unsere moderne Welt ausmacht ihren Anfang fand. Jaja, “modern” und “Jahrtausende” …. !?  Geht das?

Ganz klar ja.

Wer etwas Gefühl für die Zeit und Geschichte hat, wird merken wie final die Anwesenheit in dieser Stadt und speziell an so einem Ort ist. Auch wenn die Griechen schon voher “Hochkultur” waren, oder die Pyramiden in Ägypten nochmal 2000 Jahre älter sind, in China sich ganz andere Sachen ereigneten, so gibt es kaum einen anderen Ort auf der Welt, der so gegenwärtig, so umfangreich noch “Metropole der Antike” ist wie Rom.

(Bild: Ca 30 Meter (!) über mir die Kuppel mit “Himmelblick” des Phanteons. Zuvor mal Römischer Göttertempel heute einer der ersten katholischen Kirchen überhaupt.)

Italien  -Region Lazio-  (27.10.2014)

Den beiden haben wir diese Stadt zu verdanken. (Sagt zumindest die Legende)
Romulus und Remus, von einer Wölfin gesäugt, gründeten die Stadt auf sieben Hügeln vor jetzt genau 2766 Jahren.
Historisch dürften hier wohl schon vor 3200 Jahren einige Dörfer der Latiner hier existiert haben, den ersten Bewohnern auf denen sich nicht nur die Region Latium (Italienisch: Lazio) namentlich begründet, sondern auch das Latein, die alte Sprache der Römer die bis heute z.B. in Theologie und der Naturwissenschaft Bestand hat.

Somit baute sich vor 2500 Jahren die erste Großmacht der Menscheit aus, erbte von den alten Griechen die “Hochkultur”, zur übernahme einer Schrift, dominierten sie und war tausend Jahre rund ums Mittelmeer ein Reich von gewaltiger Größe.

Im Museum am Capitol, lädt Georg mich ein auf einen Streifzug durch die Jahrtausende….. 

Italien  -Region Lazio-  (27.10.2014)

Auf der Piazza Venezia geht die Post ab, einer der Hauptverkehrs-Punkte in Rom mit eben diesen typischen Ausblicken: Pinien, Kirchen und 1700 Jahre alte Mauern …. alles dicht an dicht.

Überfordert hole ich erstmal Luft, halte mich an Georg der hier etwas besser den Überblick hat…. doch er sagt nur: “Rom verlässt man meist mit dem Gedanken, was hier alles noch nicht gesehen wurde”. Kein reiner pessimismus, sondern Realität, und eigentlich auch das positive, hier öfter im Leben eine Zeit zu verbringen.

Rom in einer Woche ?

Das wäre reiner Pessimismus ….

Italien  -Region Lazio-  (25.10.2014)

So begrüßt mich erstmal die sagenhafte, ewige Stadt; Lärm und Wut liegt in der Luft, ein Streik blockiert mal wieder die Innenstadt um den Risenbahnhof Termini. Ich frage in der aufgebrachten Menge nach worum es geht, lesen kann ich leider kein Italienisch, verstehe aber dass alle hier mehr Geld wollen, so wie eben überall. Details? – da bin ich etwas überfordert….

Jaja, die eeeeewige Stadt, ein gewaltiges Ding voller Energie, voller Leben, Enge, und Chaos, eine Momentaufnahme des Jahres 2014 wo Rom noch nie so groß gewesen ist, wie heute.
Mit 2,9 Mio Einwohnern, arbeitet die Stadt an ihrer dritten Million; Zuwanderer aus Südasien und Afrika kommen in Scharen, aber überhaupt wollen immer mehr  junge Italiener in die Metropole leben, teilen sich den knappen Wohnraum und harren aus; in Rom ist es cool, modern und einfach unglaublich chick; Milano steht hoch im Norden zur Konkurrenz und mittlerweile verdienen die Römer von heute fast genauso viel wie im reichen Norden Italiens. Doch der Lebensstandard steigt,  – oder eben auch nicht, vielmehr die Ansprüche. Die Römer, einst Erfinder des Wohlstandes, ja der Dekadenz, wollen mehr, wollen teilhaben an einer Opulenz, die ohnehin schon geschichtliche Rekordwerte erreichen in unserer Konsumwelt heute, eine Materialschlacht die nur eine Richtung kennt: Mehr, mehr und nochmals mehr ….

Während Rom schon vor 1700 Jahren zur ersten Millionenstadt dieses Planeten wurde, bevölkern heute bereits eine Mio Autos die Metropole. Jeder will eines, am liebsten zwei …. manchmal glaube ich es seien alle komplett und gleichzeitig auf den baufälligen Straßen unterwegs, während im zwei Minuten Takt (!) ein neuer Jumbo andonnert, zugleich einer startet …. das Rom von heute, nicht unbedingt eine “Megastadt”, nicht wirklich so extrem wie Sao Paulo oder Shanghai, aber die Luft hier ist voll von Geschichte, im Lärm des tosenden Verkehrs und Polizeisirenen, stehen sie da in alter Gelassenheit; die Säulen, Tempel und Mauern des alten Roms.
Hier war immer schon Metropole gewesen ….

Vatikanstadt  (29.10.2014)

Ein neues Land ?
Hmm, offiziell schon, der Vatikan gilt tatsächlich als kleinster Staat der Welt, der mit 0,44 Quadratkilometer und 842 Einwohnern vielmehr ein Zwerg-Stadtstaat wäre, und eher im Politischen Sinne eine gewisse Souveränität besitzt; als Zentrum der Katholischen Kirche organisiert sich historisch und gegenwärtig eine völlig eigenständige “Macht” abseits jeder Abhängigkeit.
Wobei in praktischer Weise in allen Fällen von Italien die Versorgung läuft, kann dies auch so gut sein; zugleich stellt der Vatikan als Papstsitz mit all seinen Kunstschätzen, sowie den Petersdom das größte Heiligtum im gläubigen Italien, ist komplett von der Stadt Rom umgeben. Doch als “Staat im Staat” hat hier einzig der Papst das sagen. Somit ist dieser Vatikan, bestehend aus dem Komplex der gewaltigen Basilica Sancti Petri (Petersdom) mit seinen Gebäuden daneben (Verwaltung, Kapellen, Wohneinheiten) sowie eine Parkanlage dahinter, das kleinste “Land” der Welt.

“Einreisen” kann man hier natürlich ohne weiteres, lediglich zu den Eingängen in den Petersdom, der wohl die größte Kirche der Welt sein dürfte, wird nach Sprengstoffgürteln oder Panzerfäusten gesucht; einer von zehn Millionen würde sich wohl wirklich daneben benehmen, deshalb gehts für alle anderen 9.999.999 durch die Schleuse. Wie an jedem Flughafen eben auch….

Dennoch geben wir den Plan auf die gewaltigen Hallen des heiligen Stuhls zu betreten; abertausende stellen sich in die Schlange, eine oder zwei Stunden Wartezeit sind dann ganz normal, auch wenn die Superkirche ganze 20.000 Menschen fassen kann…. den heutigen Anstürmen der touristischen Gegenwart, sei wohl auch dieses Bauwerk der Superlative nicht gewachsen….
Wir “kehren nach Rom zurück”, der Stadt drumherum.

(Bild: Petersplatz/Piazza de Pietro mit der Papstwohnung im Hintergrund. Neben den Gemächern und Audienzsälen, lebten die Päpste für Gewöhnlich hier auch. Der heutige Papst (Franziskus) aber, zieht es vor im benachbarten Gästehaus zu wohnen, als Zeichen der persönlichen Zurückhaltung. Ganz oben, im vorletzten, rechten Fenster, steht er manchmal und grüßt die Menschenmengen mit einer Predigt)