Italien -Region Sizilien-  (13.12.2014)

Mitten drinn, mitten im Herz der größten Insel des Mittelmeers; Sizilien von innen mit seinen kahlen Hügeln, den Bergen in der Ferne und seinen Dörfen und Kleinstädten, entweder in den Hängen klebend, oder ganz oben drauf auf einem Berg in der Mitte der Weiten … so wie  Calascibetta (Bild) gegenüber von Enna, ebenfals hoch auf einem Berg errichtet.
So wie Enna, welches hoch oben final erhaben über die Landschaft trohnt, sind einige Orte for über zweitausend Jahren als Wehranlage hoch über die Ebenen gelegen, damals überlebeswichtig, da es gang und gäbe war sich ständig gegenseitig zu erobern oder zu zertören…. schlimme Zeiten damals.

Heute ist alles ein bischen friedlicher. Abgeshen von einem massiven Mafia Problem (wie in ganz Süditalien) die hier eben nur anders heißt (Cosa Nostra) und eine hohen Kriminalität, komme ich mir hier abseits der Großstädte wesentlich sicherer vor.

Enna mit seinen 28.000 Einwohnern verteilt sich vom Berg weit hinunter auf die neuzeitliche Unterstadt. Der Bus fährt gottseidank die langen Serpentienen bis ganz oben hinauf, so erspare ich mir den fürchterlichen Anstieg zu Fuß.
Oben zieht es mich sofort zum finalen Castelo di Lombardia, ganz am Ende des ansteigenden Bergrückens auf dem Ennas Altstadt liegt. Von dort haut mich die Aussicht um; halb Sizilien unter mir, bis zurück zum Ätna …..

Italien -Region Sizilien- (13.12.2014)

Doch noch geschafft, einigermaßen brauchbare Bilder durch’s Busfenster zu machen… die trüben Scheiben machen es da einem nicht wirklich leicht, so steige ich durch die Sitzreihen, und drängel die Kamera dicht an die Leute zum Fenster… was machen ansonsten?

So ist Sizilien: Orangenbäume und natürlich der Ätna der auf zig Kilometer überall den Hintergrund hier bildet.

Der Weg geht heute von Catania nach Enna, ca 100 km weit ins Herz Siziliens…. dennoch, der Ätna mit seinen über 3300 Metern, bleibt immer in Sichtweite. Unglaublich….

Italien -Region Sizilien-  (13.12.2014)

Drei volle Tage Catania, in der entspannten, wilden Stadt fühle ich mich seit Napoli mal wieder so richtig wohl, so sehr dass ich noch verlängert habe, gestern ins “Agora Hostel” umzog, für 11 Euro ein Bett bekam und das eben so wunderbare Hostel-Feeling. Tolle Gespräche diesmal mit chinesischen Studenten und einem Australier.
Giuseppe, mein Gastgeber war auch noch in der Hostelbar auf ein Bier dazu gekommen, hatte Besuch am Abend und wollte ihn somit entlasten.

Jaaaa, also mein Plan weist heute in Richtung Westen, tief ins Landesinnere der großen Insel zur Bergstadt Enna.
Dorthin startet der nächste Bus um 12:00, schaue mich dort etwas um und suche dann einen Nachtplatz fürs Zelt.

Weiterer Reiseverlauf:  Heute – Enna, morgen weiter nach Caltanisetta, dann am Montag auf nach PALERMO.

(Bild: Die Via Vittorio Emmanuelle, eine zwei Kilomter lange, schnurgerade Straße die vor 300 Jahren planmäßig zum Wiederaufbau Catanias nach dem großen Erdbeben mitten durch das Zentrum zieht. An ihr orientiere ich meine ausgedehnten Stadterkundungen zu Fuß)

Italien -Region Sizilien- (12.12.2014)

Mittlerweile aber hat sich der ehemals dicke Stamm soweit aufgelöst, dass als “Fundament” noch ein ringförmiger Wurzelkreis zurückbleibt, aus dem drei voneinander getrennte Triebe auswachsen. Diese sind jeder für sich knorrige, dicke Stämme die aber insgesamt einen Pflanzenkörper bilden.

Somit besteht der – eine – Baum heute, aus drei Bäumen.

Italien -Region Sizilien-  (12.12.2014)

Schon vor 300 Jahren hat er so gewaltig ausgesehen.
Der Name “Baum der hundert Pferde” entsprang im Laufe der Zeit der Volksphantasie; eine Königin auf Treibjagt mit 100 Rössern und Reitern wurde plötzlich von einem Unwetter überrascht, fand aber komplett mit ihrem Gefolge Schutz unter der Krone des mächtigen Baumes ….

(Bild: Alte Zeichnung der Kastanie aus dem 18ten Jahrhundert.)

Italien -Region Sizilien-  (12.12.2014)

Und dann noch die “Castagno dei Cento Cavalli"  –  die Kastanie der hundert Pferde: Hier reise ich umständlich über die Dörfer ganz nah am Fuße des Ätna an, muss es schaffen das komplizierte Busnetz zu verstehen, sogleich die sich gern wiedersprechenden Informationen von Anwohnern und Busfahrern.

Über Umwege schaffe ich es aber noch vor dem Dunkelwerden ins Kaff Sant’Alfio zu kommen, dort soll es ihn geben, eines der ältesten Bäume der Welt, älter als jedes antike Gebäude hier, älter als alles bei uns in Deutschland sowieso, und sogar älter als die ewige Stadt Rom; vor 3500 Jahren keimte mal ein zartes Blatt aus eine "Marone” wie bei uns die Eßkastanien heißen, und ahnte wohl kaum, noch bis heute als Baum zu überdauern.

Mir wird ganz schwindelig wenn ich an Rom zurück denke, all diese antiken Superlative, Pantheon, Thermen, Arenen und was weiß ich. Und plötzlich steht da diese Kastanie die schon zum Richtfest des Kolloseums bereits 1500 Jahre alt war… unfassbar.

(Bild: Anstrengende zwei Kilometer Bergauf am Ortsrand des Dorfes Sant’Alfio steht seit 3500 Jahren Italiens ältester Baum, mittlerweile vor “Öko-Vandalen” geschützt hinter einer stabilen Metallbarierre.)

Italien  -Region Sizilien-  (11.12.2014)

Gut und billig mampfe ich hier im “Chicken Spot” gegenüber vom Bahnhof in Catania.
Jaja, während ich umsonst ein tolles Bett bei Giuseppe habe, kann ich hier etwas Geld für warmes investieren; indisches Curry, Reis oder Dönerfleisch….alles mal garnicht italienisch. Aber hallo, ich bin schon vier Monate in diesem Land und indisches Fast Foot ist einfach gesünder als die ewigen Pizzas ….

….. Bei Facebook hatte ich es schon gepostet; mein schöner, einst straffer Bauch ähnelt während der Zeit in Bella Italia mehr und mehr einer Wirst; unförmig und immer wubbeliger…. das gefällt mir garnicht und muss unbedingt aufpassen.

Zum Heimaturlaub bald im Januar/Februar geht’s ab ins Fitnesscenter, Salat und Gesundes kommt öfter auf dem Tisch dann !!!!

…. Italien: Für Leute mit kleinem Geld  – Pizzaland only –

(Bild: Der “Chiken Spot” beim Bahnhof, eine Adresse wie ich sie mag: Billig, gut, und eben auch eine Möglichkeit für all die Afrikaner die hier viel Stimmung bringen, hier sich was warmes leisten können. ….Nervig: Dreimal wurde ich einmal beim Essen von Romamüttern, bewaffnet mit Baby, penetrant angebettelt.)

Italien -Region Sizilien-  (11.12.2014)

Beim Elefanten gegenüber auch die Kathedrale und Basilika von Catania.

Mehrmals vom wütenden Ausbrüchen des unweiten Ätna zerstört, fand die seit 1709 neuerbaute barocke Kirche seitdem Ruhe. Nur wenige Teile sind noch normannische Originale aus dem 11ten Jahrhundert, zu unruhig ist hier die Erde; Erdbeben gaben sich mit Vulkanausbrüchen die Klinke, über Jahrhunderte.
Die heilige Agatha, die Schutzpatronin Catanias, scheint es diesmal ja gut zu meinen.

Ärgerlich finde ich, dass über all die Tage die ich hier in Catania weile, das Innere der Kathedrale nicht zugänglich ist.

Italien -Region Sizilien-  (11.12.2014)

Das Wahrzeichen Catanias, der Elefantenbrunnen, heutzutage ohne Wasser das Zentrum des “Palazzo degli Elefante” zusammen mit der Piazza Duomo das Zentrum der großen Stadt.
Die Idee des schwarzen Elefanten aus Lavastein, geht noch auf’s alte Rom zurück, wo als Zeichen über die antike Herrschaft Nordafrikas der Elefant als auch die in Rom überall zu findenen, ägyptischen Obeliske stehen.

….Catania, die Elefantenstadt also ….

Italien -Region Sizilien-  (11.12.2014)

Typisch für Catania: An jeder Ecke stehen sie, alles Mögliche an mobile Schwarzhändler, die schnell kommen und genau so schnell wieder fort sind. Wobei hier auf Sizilien alles etwas gemächlicher geht; die Massen an Straßenhändler werden mittlerweile gedultet, die Polizei fährt vorbei und überall verkaufen sie entweder Obst, Gemüse, Socken oder Handykabel.  Wie soll es auch anders gehen in einer Region mit der höchsten Arbeitslosigkeit (neben Kalabrien) Italiens?
Kriminell geht’s hier sowieso schon zimlich heftig ab, da haben Polizia und Carabinieri – und wie die alle noch hier heißen, genug zu tun.

Nahe diesem Obststand (Bild) an der wilden Piazza Martiri staune ich noch über einen mobilen Verkaufstand mit Bonsais, das Stück zu fünf Euro (!) …. also mal schnell anhalten und Bonsai kaufen,  –  natürlich komplett Steuerfrei.
Sowas geht alles in Catania.