Italien -Region Sizilien-  (15.12.2014)

Nacht Nr. 2 hier im Schutze meiner über 500 Jahre alten Mauer hier bei Enna….

Wieder war die Nacht entsetzlich lang, gestern bin ich noch ganz besonders früh in die Haia, um 17:00 Uhr war schon zappenduster…. nahezu ausgeschlafen wachte ich um 22:00 Uhr auf, dachte es sei fast wieder morgens….   oh je…

So, Wetter wolkig, aber nicht sehr kalt. Wieder steige ich den Hang zwischen hohe Grasbüscheln hinauf zur kaputten Straße, ab zum Cafe Rosso, zwei Kilometer weiter: Cornetto Schkolade …. mmmmmhhhhhh…..

Mal sehen wie und ob es heute in die Ferne geht, um 12 soll ja ein Bus nach Caltanissetta gehen, danach würd ich es gern nach Palermo schaffen, aber bei TAGESLICHT.
Im Dunkeln auf Überlandreise gefällt mir garnicht, andernfalls übernachte ich dann in Caltanissetta, suche mir was für’s Zelt.

Soviel zu den aktuellen Plänen 🙂

Italien  -Region Sizilien-  (14.12.2014)

LOST IN ENNA ……

Im “faulsten Land der Welt” (mal wieder) aufgeschmissen; während in allen (wirklich allen!) über 45 Länder die ich besucht habe öfter auch mal ähnliche Situationen vorkamen, (tiefe Provinz Indien, Wüste in Ägypten, Nord-Norwegische Tundra) gibt’s in Bella Italia keine Gnade, – die Siesta (auch den halben Wochentag komplett lähmend) ist am Sonntag einer katholischen Ausgangssperre gleich. Fühlt sich zumindest so an; die ganze Innenstadt gleicht einem Geisterdorf; 28.000 Menschen in total-Lethargie, überall Gitterverschläge und auf dem ansonsten belebten Busbahnhof pfeift ein kalter Dezemberwind als einziger Begleiter dieses Tages über weite, leere Flächen ….. nur eine sich langweilende Polizistin gibt Auskunft, sagt mir dass es keine Chance gibt heute vom Berg runter zu kommen….  ich bin gefangen.

Trampen macht eh keinen Sinn; es fahren wenig Autos und die Ausfallstraße nach Caltanissetta liegt weit unten, einige Kilometer….
Ich trotte etwas ziellos durch den leeren Ort, die wenigen Leute hier sind so grantig wie nun auch das Wetter… graue, schwere Wolken unterstreichen einen schweren Tag.
In meinem Lokal dem Cafe Rosso schenkt mir die Bedienung lediglich finstere Blicke; meine Scherze ihr Land mit Afrika zu vergleichen kamen zuvor wohl garnicht gut an…. doch was machen? Draußen fing es noch an zu regenen an, es wird kaum wärmer (10 Grad) und der Wind pustet mich genauso kalt ins Gesicht wie die Gastlichkeit der Leute hier…. oh jeeee..
Naja, die Sizilianer mögen dieses Klima überhaupt nicht, wobei es hier im Landesinnern von November bis März sogar Frost oft Fröste gibt.

Jaja, so bleibt mir erstmal nichts anderes übrig als hier im Cafe Rosso zu schmoren. Der Akku vom Tablet ist mal wieder fast leer, also keine kurzweiligen Internetsitzungen. Hmmm, um 15:00 Uhr werde ich dann wohl wieder runtersteigen zum Panoramaplatz unterhalb des Castello di Lombardia, an der eingestürzten Straße, werde 14 Stunden der Nacht harren im Zelt und morgen,  – ja dann ist MONTAG 🙂  …. werde ich über Caltanissetta dann hoffentlich bis nach Palermo kommen ….

Bis dahin dürften das Land doch ausgeschlafen haben (!?)

Italien  -Region Sizilien-  (14.12.2014)

WIEDER EIN DICKES DANKESCHÖN an die lieben Spender; neben der Familie bekam ich auch von “Fans” und Freunden ein bischen zugesteckt auf’s Spendenkonto.
Somit kann ich mir eben sowas hier erlauben: Nach kalter Nacht und langem Bersteigen zurück in den Ort, gönne ich mir ein deftiges, italienisches Frühstück; zwei massige Cornetto und ein Cappucino.

Heute ziehe ich weiter in die 30 km entfernte Stadt Caltanissetta, noch eine Nacht dort im Freien hier in Zentral-Sizilien. 🙂

Italien  -Region Sizilien-  (14.12.2014)

Guten Morgen 🙂
Nach einer erbärmlich langen Nacht, schaue ich auf dieses Panorama: Weitblick bis zum (vernebelten) Ätna. Es ist kalt hier oben, gerade mal 10 Grad, doch das macht mir nix aus….
Nur: Diese elend langen Dunkel-Nächte im Zelt gehen einem schon ordentlich auf die Nerven…. Stunden lag ich wach, konnte kaum was machen. Die sinnliche Ruhe genießen, das Zelt, die Gemütlichkeit….jaja, gut und schön, das geht für ein, zwei Stunden…   aber für ethliche noch und nöcher….? !
Dazu kein Bier…. muss mich ja zurückhalten ….

So, aber irgendwann ist auch die längste Dezemberfinsterniss vorbei und ich krieche verspannt und verpennt aus dem taunassen Zelt. Ein neuer Tag, ein strenger Aufstieg mit leeren Magen zurück in die Stadt, eine schmerzhafte Entzündung der Handwurzelsehne…. (immer was neues; kürzlich bekam ich mein Leiden mit dem rechten Fuß, seit Sardinien endlich in den Griff)

(Bild: Zelt rechts unten in der Mulde; total Windsicher bei bester Aussicht…. jedenfalls jenseits der 14 Stunden winterlicher Finsterniss)

Italien -Region Sizilien- (13.12.2014)

Und hier ist schluss: Auf dem Weg von Enna hinab, bricht die Straße im besten Wortsinne plötzlich ab. 
Ich bin auf der Suche nach einem Nachtlager für mein Zelt. Unterhalb der Bergstadt sehe ich genug grünes, recht verlassenes Land und nur diese gesperrte, alte Serpentienstraße führt dahin.
Na, warum die zu ist, sehe ich nun ja. Doch hundert Meter zurück, klettere ich die Böschung hinab, auch wenn ein Ausrutscher meinen Rucksack 15 Meter selbstständig in die Tiefe riß…. ich konnte mich an einer Wurzel gerade noch halten.
Doch ohne schwere Tasche ging der Abstieg viel leichter, der Rucksack unten hat kaum Blessuren, ist lediglich aber total dreckig.

Ich taste mich vorsichtig weiter hinab, die Grashänge des steilen Berges sind rutschig und bald finde ich bei einem uralten Hirtenverschlag, eine Schutzmauer, perfekt für das Nachtlager.

Italien  -Region Sizilien-  (13.12.2014)

Na, den Ätna sieht man zwar nur im Dunst der Ferne, aber links der Bildmitte kann man ihn erkennen, was weiß ich wie viele Kilometer in diesem Land….

Sizilien ist Flächenmäßig die größte Region Italiens, allerdings mit über 25.000 Quadratkilometern nur ganz knapp größer als die Insel Sardinien (24.000 km2) oder der Nord-Region Lombardei, und noch nicht einmal so groß wie NRW (34.000 km2)  uuuund nur ein Drittel von der Ausdehnung Irlands, wenn auch mit mehr Einwohnern als die grüne Insel hoch im Norden; mit über fünf Millionen drängen sich hier viel zu viele Menschen, vornehmlich an den Küsten. Lediglich hier im tiefen Landesinneren gibt’s Luft zum atmen, freie, weite Flächen -wenn auch Äcker oder Viehweiden, die einstigen Kiefernwälder, die Sizilien mal vollständig bedeckten, sind komplett gerodet.

Soviel mal zur Übersicht der Größen die dieses “Land” hier tief unten im Süden ausmachen.
Ja, Sizilien bestätigt mal wieder vollmundig meine Theorie der Nationalen Vielfätigkeiten einiger großer Länder, dessen Regionen eben wie eigene kleine Länder zu verstehen sind.

Sizilien als 19 Region meines Weltweges,  führt wieder deutlich vor wie unterschiedlich dieses Land ist; auf dem “Mini Kontinent” Italien mit seinen 20 Regionen.

Italien  -Region Sizilien-  (13.12.2014)

Endlich bezahlbares gutes Essen: Pasta und Gemüse für acht Euro. Für die lange Nacht soll’s reichen, da ich mittlerweile auf “Diät” bin…. jajaja, hört sich albern an, wenn ein 65 Kilo Männchen von Diät quatscht, aber mit all diesen Unmengen von Bier, Pizza und billigen Süßkram von den Bahnhofskiosken ist Feierabend!
– Wie gesagt, will meine alte Athleten Form wiederhaben !!!

Geld habe ich zwar nicht sonderlich viel, aber in den letzten Tagen vor dem “Urlaub” mit Georg (der kommt in 7 Tagen) leiste ich mir einfach das was geht; Hostels, Busfahrten und besseres Essen, – vor allem letzeres…. alles nicht mehr so teuer hier im Hinterland wo es kaum Touristen gibt.

(Bild: Letzte und (fast) einzige Speisung im “Grande Cafe Rosso” in Enna, bevor es in die lange, lange, lange Nacht geht…)