Italien -Region Sizilien- (26.12.2014)

Weit unterhalb der antiken Bergstadt Segesta steht der dorische Säulentempel gut sichtbar, aber eben seltsam außerhalb dem Tal zugewandt. Die Elymer waren eine der ersten vorchristlichen Kulturen auf Sizilien, kopierten aber den alten Griechen so manches ab die bereits zur selben Zeit und wesentlich früher auf der Insel siedelten und eifrig bauten.
Überall auf der Landkarte finden sich solche und ähnliche Tempelanlagen, jeweils aber von verschiedenen Erbauern erschaffen. Die Elymer, einst fasziniert von den Hellenisten mit ihrer der Zeit weit vorrausschauenden Weltsicht, übernahmen zwar komplett deren Architektur, pflegten aber in deren Umriss weiterhin ihre eigenen archaischen Kulte, was ihenen etwas Kritik einbrachte, – von wegen sich ins gemachte Nest legen …

Wettermäßig allerdings hat der alte “Kopie-Tempel"  von Segesta wohl schon bessere Tage gesehen: Eisige 11 Grad und doof-graue Wolkensuppe…. soll’s auch auf Sizilien geben …

Italien -Region Sizilien- (26.12.2014)

Die Tage in Sesshaftigkeit verschaffen ein ausführlicheres Bild der Gegend für mich, zudem jetzt im Winter solche Sachen wie die Arena von SEGESTA, einer der  vielen antiken Nekropolen (tote oder verlassene Stadt) Siziliens, nun wirklich völlig verlassen sind; ansonsten wimmelt es wie auf einem Ameisenhaufen zur Sommerzeit hier vor Touristen.
Allein in der über 2000 jährigen Arena stehe ich hier, im einstigen kulturellem Zentrum Segestas, wo Schauspieler und Sportler bis zu 4000 Zuschauern (!) unterhielten. ….lang ist’s her, da schon im Frühmittelalter (vor 1600 Jahren) hier nahezu alles verlassen war; Römer übernahmen von der alten elymischen Kultur die Stadt, aber auch Muslime und Normannen wechselten hier am Ort über die Jarhunderte; so sehe ich noch die Fundamente einer Moschee, sowie jene einer finalen Nomannenfestung auf dem höchsten Berg, – natürlich auch damals völlig kurz und klein gemacht von weiteren Eroberern. Es war ein ständiger Kampf um Vorherrschaft, überall auf Sizilien… Mord und Todschlag wie wir es ja aus all den Monumentalfilmen kennen waren über Jahrtausende Realität.
Sizilien, die fruchtbare Insel hier weit unten im Süden war begehrt, bewandert von immer neuen Völkern die einst vom Land weit draußen im Meer hörten, bereits vor 3500 Jahren …

(Wo bin ich? ….4000 Leute sollten hier in der Arena von Segesta Platz gefunden haben. Der Blick vom Berg hier oben geht bis zum Meer hinunter nach Trappeto, wo wir “Urlaub” machen.)

Italien -Region Sizilien-  (24.12.2014)

WEIHNACHTEN:  – oder erstmal Heiligabend, zusammen mit Georg und Stefan, der Radreisende den ich mal in San Marino traf, später in Rom und nun hier, wo wir die Feiertage gemeinsam verbringen, bevor er wieder weiterzieht.

Jaja, Georg und der Wein…. das Beste was Sizillien hergibt steht nun hier auf dem Tisch…. reichlich, unglaublicher, üppiger…..aaach, opulenter Genuss ist angesagt. Promille nebenbei ohne Ende ….

(Hach Georg, warum guckst du eigentlich immer so streng auf unseren Bildern….?)

Italien -Region Sizilien-  (22.12.2014)

Und da kommt sie doch:  Die Regenwalze, langsam aber sicher kündigt sich mit steifer Briese das Unheil an…. mitten auf dem Pfad, Kilometerweit von der nächsten Siedlung müssen wir nun zusehen wie’s weitergeht.

Nass und total fertig klettern wir die letzten Meilen über die Höhe, immer in Bewegung bleibend, denn es zieht aufeinmal ganz gewaltig ……..

Italien -Region Sizilien-  (22.12.2014)

Klare Buchten an den Klippen des Zingaro-Parkes, die jetzt ganz verlassen viel Ruhe und Naturfeeling bieten. Im Sommer wird auch hier ganz deutlich wie überbevölkert die Welt ist, wimmeln wie Ameisen die Urlauber umher.
Jetzt horche ich oberhalb der glitzernden Bucht in den Wind, höre nur maritimes Rauschen, die sanften Wellen…. 

Hier wäre es perfekt zum übernachten, doch der lange Weg hierher mit viel Gepäck ist wieder eine andere Sache.

Italien  -Region Sizilien-  (22.12.2014)

Wetterwechsel und Sonnenschein. Im winterlichen Sizilien geht das immer schnell und diese Tage kommen einem spannend wie ein Krimi …. jederzeit kann es umschlagen und wir stehen da, hoch oben auf dem Berg ohne Wetterschutz.

12 km hoch und runter, 450 über’s blaue Meer, bis an seine Brandung durchziehen wir den Park. Es duftet nach wilden Blumen, Rosmarin oder was auch immer…. viele Pflanzen kenne ich garnicht, so anders ist die Natur hier unten tief im Süden ….

Italien  -Region Sizilien- (22.12.2014)

Die fette Zeit für die Natur: Im Zingaro, längs des Wanderpfades blühen jetzt sogar die Narzissen. Regenreich sind die Wintermonate bis zum März und die ansonsten in den fürchterlich heißen Sommermonaten darbende Natur, trinkt sich jetzt satt…. blüht und wächst.

Die nächsten 40 Grad kommen gewiss; Sizilien und sein Sommer….das ist Legende ….

Italien  -Region Sizilien-  (22.12.2014)

Auch ohne Sonnenschein stürze ich mich in die Fluten.
Sehr (!) frisch aber endlich dann drinnen, bleibt das Bad im wilden Meer am Zingaro-Park unvergessen…  selbstverständlich ganz nackt, was im Süditalienischen Gottesstaat unter Strafe verboten ist, bin ich hier fernab jeglichen Publikums ganz sicher ….

Schwimmen im Dezember, jaaaa sowas mus man mal erlebt haben 🙂

Italien -Region Sizilien- (22.12.2014)

Die Tage sind jetzt ganz im Zeichen der Erkundung Westsiziliens, wo der 20 km entfernte Zingaro Nationalpark sofort zum Wandern ruft…
Schmale Pfade schlängeln sich küstennah am Berghang, auf dem Zwergpalmen und Rosmarin im Kontrast zum sooo blauen Meer wachsen. Wettermäßig stellt sich nun mal graues Tageslicht ein; der Dezember aus Sizilien…. eben ganz anders als der Juni …

(Bild: Steil, menschenleer und mediterran schön erlebe ich den Zingaro)

Italien -Region Sizilien-  (20.12.2014)

Trappeto mit seinem kleinen aber authentischen Fischerhafen. Morgens, nachdem einige Boote über Nacht raus waren, kann man sich mit allerfrischsten Fisch eindecken.

Alt ist das Städtchen allerdings nicht; 1480 gegründet, also 530 Jahre alt, gehört Trappeto eher zu den “jungen” Orten auf Sizilien. Zu dieser Zeit hatte das Bevölkerungswachstum nach neuen Raum verlangt, die sehr reichen Fischbestände waren ein großes Füllhorn aus dem es sich zu bedienen galt.
Sowas ging dann lange gut, bis ein Phänomen namens Globalisierung alles ändert; Japanische und Chinesische Fabrikschiffe, weit draußen auf Hochsee, kehren das Meer restlos durch, um ihre extremen Bevölkerungen 12.000 km weit von hier weiterhin mit Fisch zu versorgen. Aber auch europäische Flotten wetteifern im internationalen abgrasen eifrig mit; Fangquoten aus Brüssel zum Trotz heiligt die Politik andernfalls die wenigen Arbeitsplätze der Fischer sowie die Frischfischversorgung meerferner Millionenstädte auf dem Kontinent. Tendenz: steigender Bedarf ….

In Trappeto scheint es aber noch zu laufen, noch kann der halbe Ort davon leben. Georg und ich überlegen ev. mal morgens am Hafen was zu kaufen, direkt vom Fischer eben.

Gleich oberhalb vom Hafen ist Giuseppes Bar onda del Mare, dort gibt’s immer den neuesten Tratsch zu erfahren.