Im Wald hinter Wuppertal

db_SAM_00875Es war noch eiskalt, aber sonnig…

Über Altenburg, mit seinem imposanten Dom, war ich gleich zum nächsten gekommen, dem Kölner Dom. In Köln verblieb ich dann zwei Tage zum Ausruhen, fand dort zwei Gastgeber, die mich aufnahmen und freute mich noch über den spontanen Besuch meiner Eltern, die mir meine alten, völlig ausgelatschten Wanderschuhe mitgebracht hatten, da sich meine Achillessehne am rechten Unterbein zu entzünden drohte; Alarmstufe „fast-rot“… aber ich konnte durch meine alten, weichen Schuhe nach wenigen Tagen  wieder schmerzfrei wandern.

Entlang der Ruhr nach Essen

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Als ich Recklinghausen zusammen mit meiner Mutter Richtung Herne verlassen habe, war Bochum mein erstes Tagesziel. Die Mama wollte noch mitkommen und die Abschiedsprozedur somit leichter machen. Wir sind 20 Kilometer miteinander gegangen und es funktionierte; die Stimmung wurde heiterer und der Weg, der Wanderwagen sowie meine erste Gastgeberin in Bochum-Süd sorgten für Ablenkung. Als Mama dann erkannte, wie gut es mir bei den „fremden“ Leuten, die ich im  Gastfreundschaftsnetzwerk „Couchsurfing“ gefunden hatte, erging, zerstreuten sich ihre Bedenken. Der Abschied von der Mutter war dann auch gar nicht mehr schlimm. Insgesamt habe ich den Jakobsweg von Recklinghausen nach Santiago de Compostela – und wieder zurück – in sieben Großetappen unterteilt. Über 5500 Kilometer in acht Monaten und die erste ist nun geschafft. Mann, das sind ja noch nicht einmal 10% des gesamten Weges, aber das ist auch gut so und freue mich über dieses Gefühl von Endlosigkeit. Von Bochum bin ich dann entlang der Ruhr über Essen-Süd nach Wuppertal gewandert. Schon hier gibt es eine etablierte Wanderroute des Jakobwegs, der  Westfälisch-Rheinischer Jakobsweg“ heißt und von Paderborn nach Aachen führt. Von Wuppertal führt der Weg durch wunderschöne Hügellandschaften mit Wäldern und Feldern – in meinem Fall immer begleitet von beständigem Sonnenschein des Vorfrühlings – über Remscheid nach Wermelskirchen, wo der Jakobsweg sogar markiert ist. (Das Zeichen der Jakobsmuschel.)

Jeder Weg hat einen Anfang…

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… vor meiner Heimatkirche in Recklinghausen-Süd…

Es ist der 18. März, jener Tag auf den ich schon so lange gewartet habe. Der Tag, an dem ich starte. Mein Wanderleben beginne. Das sind meine Erinnerungen, mittlerweile über vier Wochen zurückliegend und irgendwie noch so frisch als sei es von gestern, anderseits so fern wie vor drei Monaten… Viele Eindrücke wirken eben vielfach. So fühle ich mich jetzt, hier in der ältesten Stadt unseres schönen Landes. Hier in Trier an der Mosel, wo ich nun meine erste „Großetappe“ des Jakobwegs, nach 450 Kilometer in 21 Tagen gegangen bin. Hier bei einem guten Freund mache ich nun Pause und schaue zurück; keine Schmerzen (nur eine leichte Entzündung der Achillessehne) keine Blasen an den Füßen, keine sonstigen Beschwerden und ja, fast immer schönes Wetter unterwegs. Diese erste Etappe war sehr wichtig, weil hier sich zeigen sollte, ob ich und mein spezieller „Wanderwagen“ überhaupt so funktionieren, wie es nötig ist. Und das Resultat: Es klappte wunderbar.