
Als ich Recklinghausen zusammen mit meiner Mutter Richtung Herne verlassen habe, war Bochum mein erstes Tagesziel. Die Mama wollte noch mitkommen und die Abschiedsprozedur somit leichter machen. Wir sind 20 Kilometer miteinander gegangen und es funktionierte; die Stimmung wurde heiterer und der Weg, der Wanderwagen sowie meine erste Gastgeberin in Bochum-Süd sorgten für Ablenkung. Als Mama dann erkannte, wie gut es mir bei den „fremden“ Leuten, die ich im Gastfreundschaftsnetzwerk „Couchsurfing“ gefunden hatte, erging, zerstreuten sich ihre Bedenken. Der Abschied von der Mutter war dann auch gar nicht mehr schlimm. Insgesamt habe ich den Jakobsweg von Recklinghausen nach Santiago de Compostela – und wieder zurück – in sieben Großetappen unterteilt. Über 5500 Kilometer in acht Monaten und die erste ist nun geschafft. Mann, das sind ja noch nicht einmal 10% des gesamten Weges, aber das ist auch gut so und freue mich über dieses Gefühl von Endlosigkeit. Von Bochum bin ich dann entlang der Ruhr über Essen-Süd nach Wuppertal gewandert. Schon hier gibt es eine etablierte Wanderroute des Jakobwegs, der Westfälisch-Rheinischer Jakobsweg“ heißt und von Paderborn nach Aachen führt. Von Wuppertal führt der Weg durch wunderschöne Hügellandschaften mit Wäldern und Feldern – in meinem Fall immer begleitet von beständigem Sonnenschein des Vorfrühlings – über Remscheid nach Wermelskirchen, wo der Jakobsweg sogar markiert ist. (Das Zeichen der Jakobsmuschel.)