( Irland – Shannon )
Den ganzen Tag dümpelt mein Wanderleben durch solche Kanäle, mitten in der grünen Weite Irlands gelegen.
Autor: Jens Kwass
Irland (Shannon River)
Irland ist die zwanzigst größte Insel der Welt, drittgrößte Insel Europas und geteilt in der Republik Irland sowie Nordirland, das zu Großbritannien gehört.
Hier befinde ich mich nun schon drei Tage inmitten dieser großen, grünen Landmasse, im River Shannon System, einer Verflechtung von Kanälen und Seen entlang dieses längsten Flusses im Lande.
Mittlerweile fühle ich mich schon fast Zuhause in der permanenten Umgebung ohne festen Boden unter den Füßen. Auch die Nacht verbringen wir im Boot, das beschaulich in einem der vielen, kleinen Häfen dümpelnd, seinen Platz finden muss.
Doch das Leben auf dem Wasser hier ist einfach; es gibt so viel Platz, so viel Luft und Weite im flachen Herz dieser nordischen Insel. Dennoch ist das Wasser hier so wundervoll warm; seit Jahrzehnten gab es in Irland nicht einen so heißen Sommer wie heute.
Noch viele Tage verbringen wir zwischen Sümpfen und tosenden Wellen weiter Seen auf den Wasserstraßen, die teils als Wirtschaftswege kurz vor der Entdeckung der Eisenbahn in großer Erwartung gebaut wurden. Das war so vor 130 bis 180 Jahren, was besonders die vielen kleinen, alten Kanalschleusen bezeugen. Hier ist es immer ganz besonders brisant, mit einem noch völlig fremden Boot von acht Metern Länge, korrekt einzusetzen, zu wissen ob überhaupt die Schleuse in Betrieb ist.
Bisher immer mit Erfolg 🙂
…. Nur einmal schaffte ich es, unser Boot frontal gegen die Mauer einer Anlegestelle zu schmettern. Aber glücklicherweise halten diese Mietkreuzer einiges aus.
( Irland )
Im “privaten Irland" westlich von Dublin gelegen, sieht man nur selten aufs flache, weite Land hinaus, da hohe Hecken selbst die Sicht dorthin versperren.
Doch manchmal, so wie hier, erlauben die Gatter am Rande der Weidelandschaft einen Blick abseits der Straße.
Irland (leeres Viertel)
Nachdem wir Dublin verlassen hatten, jene Stadt die irgendwie unfotografierbar mangels markanter Sehenswürdigkeiten leider wenig Eindruck hinterließ, aber dennoch unvergessen bleibt; ich sage nur die Pub’s, die urigen Kneipen die im Dauerregen eines trüben Landes für unvergessliche Gemütlichkeit garantieren – sind wir weiter nach Westen, landeinwärts gefahren, Richtung Inselzentrum.
Doch dort gibt es Kilometer um Kilometer nur Hecken und Zäune längs der Straßen. Keine Chance mal auf einen Halt für ein Picknick, schließlich war der Hunger groß… doch hier ist bis auf die öffentlichen Straßen nahezu alles privat, selbst die Äcker und Weiden sind Sperrzone dank dichter Hecken oder konsequenter Zäune.
Hier befinde ich mich somit im “leeren Irland" einem Land der Privatheit…
Doch zum Glück bin ich nicht per Anhalter hier, oder schlimmer noch, mit dem Zelt unterwegs. Edmond findet schnell den Weg hinaus und erreicht das heutige Tagesziel: Ashlone, eine Kleinstadt mitten im Zentrum von Irland gelegen, in dessen Nähe das Boot zu finden ist, welches uns für die nächsten zwei Wochen den River Schannon, mit seinen vielen großen Seen und Kanälen zum Zuhause machen wird.
( Irland – Dublin )
Typischer Baustiel in Dublin. Schlichte Fassaden überall.
Irland. (Dublin)
Immernoch Sonne satt hier im ansonsten so verregneten Irland, wo mittlerweile sogar der akorate Rasen verdorrt; Rekordhitze seit drei Wochen lässt die eher kühlen Gemüter der grünen Insel staunen…
Mir soll’s recht sein. Wer weiß was die nächsten vier Wochen noch so bringen werden. Auch in kulinarischer Hinsicht…
Irland versucht sich seit je her – besonders vom ungeliebten Nachbarn England zu unterscheiden, mit mäßigen Erfolg; die Küche des Landes verliert sich eher in den Pizzaöfen, Dönerbuden oder gleich bei Mac Donalds ( zumindest ist hier der Name echt Irisch) – und erlaubt lediglich bei Fish & Ships etwas eigenständiges. Wenn auch dies noch aus England einst importiert wurde.
Doch eine Sache ist ganz klar Irisch. Ganz rein Irisch sogar: Die Pub’s. Die Dunkel – hölzernen Kneipen mit Livemusik und einem frisch gezapften Guinnes, jenem schweren, aber irgendwie hier sympathischen Schwarzbiertrunk, der eben nur hier wirklich gut schmeckt…
Soweit habe ich es schonmal gefunden, das unverkennbare Irland in seiner unverkennbaren, offenen Geselligkeit.
Morgen verlassen wir Dublin, die gemächliche Hauptstadt, die trotz gewaltiger Touristenmassen ihre Gemütlichkeit bewahren konnte.
Dublin, deren 1, 2 Millionen Einwohner man garnicht anmerkt, weil es gar provinziell anmutend seine Bescheidenheit vorführt.
Morgen aber suchen wir tief im Landesinnern weiter nach Irland. Dort suchen wir auf dem größten Fluss des Landes, dem River Shannon, nach einem anderen Irland.
Zwei Wochen auf einem Boot das wir bis zur Westküste lenken werden, sollen Einblick ins tiefste Irland erlauben…
( Irland – Dublin )
Das wohl prägenste Wahrzeichen von Dublin dürfte diese Supernadel nahe unseres Hotels sein; 120 Meter ragt sie aus dem Einkaufsviertel der eher einfachen Bürgerschaft empor.
Es ist eine tolle Zeit; Edmond lädt mich nahezu ein die nächsten fünf Wochen mit ihm in diesem tollen Land zu verbringen.
Erst danach werde ich ganz auf mich gestellt, und ohne Geld die Reise nach Schottland und England fortsetzen…
Wie gemalt. Zwei deftige Guinness vom Fass für 4, 50 € je Glass. Das ist Dublin. Das ist Irland.
( Irland )
Auf dem Weg nach Dublin.
Zugegeben, das Bild ist gestellt. Mein Freund Edmond machte das Foto von seinem Auto aus, womit ich schließlich auch den Weg nach Dublin fand.
Aber so werde ich schon bald meine Wege finden; per Anhalter am Straßenrand.
Irland.
Jaaa, hier war ich noch nie; weit am Nordwestrand Europas gelegen, wartet nun die Grüne Insel… sitze nun in einem kleinen Hotelzimmer und freue mich besonders über’s Wifi, was mich endlich hier bloggen lässt 🙂
Na, eigentlich habe ich mir diese Gegend viel nördlicher vorgestellt; weite, grüne Weiden, schroffe Landschaften und immer, ja immer Regen…. so kenne ich Irland ja aus dem Fernsehen…
Aber mitnichten; Sonnig und sogar etwas südlich erscheint das Landschaftsbild, zumindest im Süden der Insel.
Sogar Palmen gibt es hier stellenweise. Ja, Palmen die allerdings den einen oder anderen Schneefall vertragen.
Auch die legendären Pubs finde ich alle Nase lang hier vor. Kneipen sind den Iren tatsächlich heilig, und das merkt man hier auf Schritt & Tritt. Nur das es so verdammt teuer sein muss, ist mir noch ein Rätsel; ein Pint frisch gezapftes Guinnes z.B. gibt es erst ab satte vier Euro 🙁
Wenn ich da an meine Stammkneipe in Recklinghausen Süd denke, an Nicos Taverne, dann treibts mir die Tränen in die Augen. Dort bekomme ich meinen “Pint" schon für 2 €.





