Trampen nach Besançon…. (24.04.2014)

Uff, eben eine kleine Pause machen… bin schon lange unterwegs; am schlimmsten war heute morgen erstmal der Weg aus Lyon hinaus. .. unendlich lange Irrwege,  mit zwei Bussen, und zu Fuß,  bis ich endlich diese Ausfallstraße nach Nordosten, Richtung Besançon fand… ging noch ein, zwei Kilometer irgendwie über so eine doofe Autobahn und schaffte dann aber an einer Parkbucht jemanden aus dem tosenden Verkehrsstrom zu winken…
Jetzt bin ich in Bourg en Bresse, einer Kleinstadt ca 60 km von Lyon entfernt,  trinke gierig eine kalte Cola und nutze den WiFi Zugang der Bar…

Allerdings hat mich diesmal mein Gastgeber für die nächste Stadt einfach hängen gelassen; nachdem er zugesagt hat und ich somit wie gewohnt alles für erledigt wähnte,  meldet er sich einfach nicht mehr, antwortet nicht auf meine letzte Mail, da ich ja nun eine Adresse oder Treffpunkt brauche.Egal, ich habe  ja nicht umsonst das Tonnenschwere Gepäck dabei und kann überall das Zelt aufschlagen…

Soviel zum aktuellen Abenteuer.  Muss nun weiter.
Noch 170 Kilometer bis nach Besançon.

…. Auf zum Ortsende, dort halte ich wieder den Daumen zur Straße…..

Lyon, der 24.04.2014. (Bild: das Wahrzeichen ist heutzutage dieses Hochhaus was wie ein dicker Bleistift aussieht)

… Ein herrlicher Frühlingstag in der “Löwenstadt” was Lyon genauso wie “Leon”, jene Stadt auf meinem Jakobsweg in Spanien, übersetzt heißt.
Lyon gilt in Frankreich als die “Nummer zwei”, selbstverständlich -und wohl sicherlich für ewig hinter der Monstermetropole Paris, die mit gewaltigem Abstand die beiden miteinander konkurrierenden Städte Marseille & Lyon, selbst zusammengenommen,  wie ein Zwerg erscheinen lässt.
Lyon hat aber in Wirtschaft, sowie in der Einwohnerzahl, gegenüber Marseille die Nase vorn, und bei meiner Ankunft merke ich ein deutlich entspannteres Feeeling als jenes in Paris.  Lyon ist zwar echt groß,  aber eben auch recht übersichtlich.  Ich ziehe durch die Straßen,  frage mich durch bis in die Altstadt,  suche wie immer eine Touristeninfo um dort mehr über Lyon zu erfahren,  bekomme auch hier einen kostenlose Stadtplan und finde schnell die Metrostation “Valmy”, der vereinbarte Treffpunkt meines Gastgebers.
Nach Stunden, mittlerweile schmerzen die Schultern ganz dolle, schaue ich auf eine zufriedenstellende Runde durch Lyon zurück,  wenn auch wie ein Esel beladen voller Gepäck.  (Riesenrucksack am Rücken & kleiner Rucksack am Bauch) Habe erstmal ein Gefühl für die Stadt und verbringe den ganzen Abend bei Dominique, einem echt sympathischen Singel in meinem Alter. Dominique find ich schon bei Mike, während einer Internetsitzung bei Couchsurfing: Profile lesen – Anschreiben – Verabreden.
So klappt es. (meistens)

Uff, schon 11 Uhr durch jetzt. … Sitze allein in Dominiques Wohnung, schreibe meine Geschichten an Tablet-PC und muss aber jetzt endlich los: Lyon wartet, bei sonnigem Frühlingswetter plane ich heute eine 15 Kilometer Stadtwanderung. Abends kommt mein Gastgeber wieder zurück,  trinken hoffentlich nicht wieder zu viel Wein, damit ich morgen fit bin, dann versuche ich nämlich die 230 Kilometer nach Besançon zu Trampen, die Hauptstadt der nächsten Region, weiter in Richtung Norden, bin mal gespannt,  noch hat sich bei all den Online-Kontaktanfragen nichts konkretes ergeben; einer hatte schon zugesagt, gibt aber keine Adresse raus. Komisch…
Mal sehen wo ich morgen dann lande…

Lyon (24.04.2014)

In welchem “Land” bin ich jetzt ?
Ja, in der Rhone Alpes, Frankreichs zweitgrößten Region von der Einwohnerzahl aus betrachtet;  6, 4 Millionen leben hier, auf einer Fläche mal eben so groß wie die Niederlande (42.000 Quadratkilometer), allerdings in einer wesentlich abwechslungsreicheren Landschaft; riesige, schneebedeckte, teils über 4000 Meter hohe Berge, sowie liebliches Hügelland, weit, weit in die Ferne schweifend, ist der Blick mir sagend, wie groß Frankreich ist.
Wieder eine ganze Welt für sich, wieder ein ganzes Leben welches man ausschließlich hier verbringen könnte. ..

Doch anstatt hier zu verweilen und die einzigartige Gegend zu verinnerlichen,  ziehe ich wieder weiter nach Westen. Grenoble, eine Großstadt inmitten einer weiten Talsenke, umgeben von gigantischen Bergen, erreiche ich schon früh; Mike bringt mich noch ins nächste Dorf zum Bus, kann auch die teure Fahrt bezahlen; 130 Euro gab er mir für den Baumschnitt. Kost und wundervolle Logis inklusive.
– Mal wieder eine absolute Erfolgstory auf meiner “Via Terrstris”, dem Weltweg im Wanderleben…

Grenoble möchte ich nun zu Fuß erkunden, wobei sehr schwer beladen, trage ich die Last von 15 Kilo Gepäck komischerweise recht spielerisch durch die Gegend.
Ohne Wanderwagen zeigt sich der Nachteil deutlich auf eben diesen Fusswegen durch die Innenstädte,  wenngleich auch alle Lockale, Cafes, Treppen, oder sonstige Sachen, wo vorher mein Gepäckwagen nur hinderlich war, nun mir ohne weiteres offen stehen. Ich kämpfe mich hoch zur Panoramaseite eines Museums, hoch auf einem Berg, offen zur Stadt gelegen, und schaue auf Grenoble hinab, einer wachsenden über 300.000 Einwohner zählenden Agglomeration mit höchster Lebensqualität.  Alpenblick vom 20 Stock eines Wohnblocks im Futuristischen Baustil,  moderne, nagelneue High-Tech Gewerbeparks und viele Baustellen, beschreiben Grenoble als wachsenden Ort in einem wachsenden Land.
Im Kontrast dazu die überschaubare Altstadt. Kurz und bündig ziehe ich meine Runden und kehre zum Bahnhof zurück,  muss saftige 22 Euro zahlen für die läppischen 40 Minuten-Fahrt nach Lyon, wo ich heute Abend schonwieder verabredet bin.

Oh je, also trotz meiner finanziellen Lage, die momentan ja garnicht so schlecht ist, und überhaupt seit meinem Treffen mit Jens, meinem Sponsor aus Marbella, eine mittelfristig abgesicherte Sache ist, muss ich dennoch ganz schön aufpassen; in Frankreich,  einem Land wo der Euro kaum was wert ist, kann ich ganz fix, jede Menge meiner lieb ersparten Ressourcen verbrennen.
Restaurants sind unerschwinglich,  und das Fortkommen übers große Land nur für gut verdienende möglich.  Mein Gott, warum denn soooo viel Geld?
Die Durchschnittslöhne in Frankreich sind doch auch nicht höher als bei uns, wo vieles aber viel günstiger ist….
Nee, ich sehe zu bald wieder zu Trampen, in Lyon bleibe ich erstmal zwei Tage bis es dann weiter nach Besançon geht.

“Mitten in den Alpen”,  ca 40 km östlich von Grenoble, Frankreich   21.04.2014.

Endlich wieder zünftige Arbeit, jaaaa, hier oben auf 1500 Metern in diesem winzigen, Dorf in den Französischen Alpen gelegen, fand mich Mike in den Tiefen des Internets vin wo aus er mich ja nach hier eingeladen hatte.
Nun, nach einigem Theater noch zuvor im Italienischen Turin, bin ich somit wieder in Frankreich,  in der Region Rhone Alpes, die es nun zu erkunden gilt.

Nach Italien geht’s erst wieder im Juli oder August, da ich zuvor noch die letzten Regionen Frankreichs sehen mag, bevor auch dieses “Schwerpunktland” meines Wanderlebens abgeschlossen ist, und über den Juni mache ich ja Heimaturlaub bei der Familie.  – Im Sommer ist es doch Zuhause einfach am schönsten. ..

Jajaja, Italien, ….ich kann wieder erzählen. …
Also fast wäre ich gestern garnicht rausgekommen aus Turin, mein toller Gastgeber Pavel (ein Russe aus Novosibirsk, der aber schon 20 Jahre in Turin lebt) half mir mit großem Einsatz letztendlich den Bus nach Frankreich zu finden. Die Bahn war total überlastet,  ausgebucht und überhaupt,  bis zu dieser Information zum Kauf eines Tikets, brauchte ich schon Ewigkeiten und jede Menge Nerven… Bella Italia halt.. doch ich komme wieder!!!

Jetzt aber schaffe ich erstmal bei Mike, einem Engländer,  der hier seit 11 Jahren in Frankreich lebt, ein kleines Berghotel betreibt und außerhalb der Ski-Saison viel Platz hat; ein ganzes Zimmer nur für mich, lecker Essen, gute Gespräche (Mike war mal von Kairo bis nach Kapstadt durch Afrika gefahren) – alles natürlich kostenlos,  und sogar noch inklusive einer kleinen Spende, da ich hier endlich auch mal wieder Arbeit bekomme, die ich kann: Baumschnitt mit der Kettensäge.

„Urlaub“ zu ende… (19.04.2014)

Und wieder bin ich in Turin, genau da wo ich vor zwei Wochen unterbrochen hatte. Zwei Wochen war ich bei meinem Freund Edmond in Süditalien,  – abseits meines “Weltweges”, der Via Terrestris, wie ich mein Ewig-auf-Reise-Projekt nun gern nenne… in zweieinhalb Wochen bin ich ja auch wieder kurz in der Heimat zu Besuch, nicht nur um die Familie zu sehen, sondern auch um an mein Projekt zu arbeiten; die Via Terrestris, “der längste Weg der Welt”… wahrscheinlich eine halbe Million Kilometer lang.. naja, über 12.000 habe ich ja die letzten Jahre schon geschafft.
Aber jetzt schmolle ich erstmal und sitze in einer Pizzeria mit WiFi und warte & warte… es regnet ohne Ende, ist zudem kalt & trübe…
Gleich hole ich dann noch mein Zelt sowie einige Sachen ab. Vor zwei Wochen vermittelte mir meine Gastgeberfamilie hier in Turin einen Kiosk, dessen Betreiber meinen Kram zwischenlagerten, da Edmond ein Flugtiket gesponsert hatte und da nur begrenzt Gepäck draufgeht.

Aaaaach ja…. man, was mache ich jetzt bloß,  der Regen draußen wird immer schlimmer…

Ein Lichtblick: Heute um halb acht besuche ich Pavel, der mich über Couchsurfing zum Übernachten eingeladen hatte.
Eine Nacht bleibe ich noch in Turin, morgen gehts dann wieder weiter, zurück nach Frankreich um dort die nächsten Regionen zu erkunden: Rhone Alpes, Franche Compte und das Elsass.

In Grenoble, die nächste Station morgen (die Bahnfahrt zwischen Turin und Grenoble muss der Hammer sein, wegen der über 4000 Meter hohen Berge…) erwartet mich dann auch schon Mike, bei dem ich nicht nur drei Tage bleibe, sondern auch noch einen kleinen Job machen kann..

Hoffentlich scheint bald endlich wieder die Sonne…. *hoffnugsvoll guck*…

URLAUB… (Vom 05.04 – 19.04)
Ja, auch sowas gibt’s im Wanderleben; Urlaub vom ständigen Umhertingeln … wieder auf Einladung von meinem lieben Freund Georg, der sich diesmal den Salento, ganz, ganz tief unten im Süden von Italien ausgesucht hat.
Ausnahmsweise erlaube ich dafür auch den Luftweg; Flugreisen zur Familie nach Deutschland,  Zu meinem Freund in seinem Urlaub, sowie Dinge die mir auch “Beruflich” hilfreich sind, also schlicht Geld verdienen, sind solche Ausnahmen.  Allerdings immer hin & zurück zum jeweiligen Ort wo ich zuletzt unterbrochen habe, in aktuellen Falle also Turin in Norditalien, wo ich am 19.04. wieder bin und die “Via Terrestris” fortsetze.

Georg hat mich seit La Palma, die tolle Insel weit im Atlantik, nicht mehr gesehen, das war noch zur Weihnachtszeit.  Jetzt treffen wir uns wieder.
Auch ich brauche sowas, der Hammerstress mit dem leider völlig fehlgeplanten Wanderwagen, auf Wegen mit Bus & Bahn durch Spanien, Frankreich und Italien,  machte mir sehr zu schaffen, wahrscheinlich sogar dermaßen,  dass ich daran erkrankte;  schlimme Hustenatakken und überhaupt schlechtes Algemeinempfinden plagten mich noch bis gestern, auch wenn hier nun alles sooooo entspannt ist, – die “Villa Olivia”, unser Ferienhaus inmitten weiter Olivenbaum – Terrassen mit Meerblick in der Ferne, so wunderbar ein Heim ist….

(Bild: Ich an den Klippen zur Adria, etwas nördlich von Otranto, ganz unten an der “Ferse” des Italienischen Stiefels)

Tolle Gastgeber fand ich auch in Turin, (auf italienisch Torino) wo ich bei Daniele und Fabrizio ganze drei Tage verbrachte. Allerdings war es dermaßen trüb,  dass ich bis auf dieses, kaum Fotos von der Stadt machen konnte,  alles war einfach nur noch schrecklich grau, tiefste Winterfinsterniss Anfang April. Aber was solls, wie man sieht war “Turin inside” dafür um so schöner;  zu Gast bei einer echten Turiner Familie mit lecker Essen, viel Besuch und lauten Kindern…
Turin ist Italiens viertgrößte Stadt und mit 1, 2 Millionen Bewohnern dennoch eher recht unbekannt;  Milano, Rom oder Napoli (Neapel) hören sich da schon ganz anders an. Ein Grund mehr eben dieses Turin mal zu besuchen, auch weil es die Hauptstadt det Region Piemont ist die ich hiermit mal anfänglich erkunden mag.

Anfänglich halt, da von hier aus ein Flug, – ja, ein Flug nach Bari für mich gebucht wurde. Mein Freund Georg hat nun Urlaub und somit ist es wieder mal Zeit für ein treffen. Wobei ich ja ungern fliege und überhaupt mein “Weltweg”, die Via Terrestris ganz ohne die Fliegerei auskommen muss, gehört diese Aktion jetzt nicht zu meinem Projekt; lediglich “Urlaub” vom Wanderleben mache ich jetzt, zwei Wochen Süditalien mit Georg….

In zwei Wochen dann, gehts aber genau dort wieder zurück,  wo ich unterbrochen hatte: Nach Turin, – hoffentlich ist dann das Wetter schöner 🙂

…. Über den Dächern Genuas.
Guiseppes Terrasse mit all ihren Blumen lässt ahnen das mein Gastgeber Gärtner ist. Extra zwei Tage hat er sich für mich freigenommen.

Genua, darüber gibt es viel zu sagen: Italiens größter Hafen, eine riesengroße Alstadt wie ich sie noch nie gesehen hatte, viel Enge,  da die Stadt wegen der Berge Landeinwärts nicht wachsen konnte; fast 600.000 Menschen drängen sich hier, und überhaupt ist die ganze Küste Liguriens sehr, sehr überfüllt. 
Die Preise hier gleichen denen in Frankreich,  ein kleines Bier für vier Euro, ein Espresso für 1, 50 oder die traditionelle “Pasta Genovese” für 10.

Überhaupt,  wenn das Kleingeld,  und noch wichtiger,  das “große Geld” stimmt, kann man hier sowas von genial speisen, …. auch wenn die frechen Preise einem nach dem Mahl die Tränen in die Augen treiben.  Wer es sich leisten kann, hat hier eine sehr kalorienreiche Zeit…

Außerdem,  das Pesto Genovese dürfte auch bei uns recht bekannt sein, dank Barillas Fertigsoßen steht sie als grünes Pesto überall in den Regalen unserer Supermärkte.  Auf Basis von Olivenöl und Pinienkernen, sowie viel Basilikum (daher die Farbe) hat Genua sein Ligurisches Nationalgericht weltweit bekannt gemacht.

Genova (Genua) – Ligurien –

Bei all dem Theater lasse ich aber nicht die Gegend aus dem Blick,  Italien, ein weiteres “Schwerpunktland” auf meiner “Via Terrestris”, hat mit seinen 20 verschieden Regionen sehr viel zu bieten;  wieder eine Welt für sich in der ich nun einkehre.

Der Zug dümpelt entlang der Küste an der es keinen einzigen Meter unbebautes Land mehr zu geben scheint; Ligurien ist wie ein langer Landstreifen gut 200 km ausgestreckt,  jedoch kaum weit ins Inland reichend, was ich noch von damals kenne, als mich Georg nach Borgomaro einlud,  einem Bergdorf hinter Imperia und ich viel mit ihm in den Bergen auf Wanderschaft war.
Auch Genua kenne ich noch aus dieser Zeit und somit bin ich jetzt zum zweiten male hier, stämme den halb zerlegten Wanderwagen aus dem alten, engen Zug…

Mit Guiseppe treffe ich heute den Gastgeber für Genua, der mich im Kontaktnetzwerk “Planet Romeo” fand, spricht mich zum verabredeten Zeitpunkt am Hafen an und ich wende mich ab, ups.. habe ihn wohl nicht erkannt… “hey, ich bin’s doch, Guiseppe…”
Herjee, jaja, sorry… mittlerweile hatten mich schon vier Bettler angesprochen und echt genervt.
Guiseppe war erstaunt: “Sehe ich wie ein Bettler aus?”

– Durchaus nicht, längst sind nicht alle Bettler mehr zerlumpt, sondern betrieben ihren “Job”, -wie man es mittlerweile schon nennen kann,  recht professionell.  Besonders hier in den Hafenstädten längs der Europäischen Südküste explodierte die Anzahl der nach Almosen flehenden Gestalten, – zu oft aber eben auch von einer “Bettelmafia” organisiert und gezwungen.

Guiseppe, findet das witzig,  ganz gemäß seiner freundlich,  offenen Art, und führt uns durch das anschließende Gassengewirr von Europas größter Altstadt; Genua war schon immer der ganz große Hafen der Region und darüber hinaus. Mit einem großen Hinterland wo Millionenstädte wie Turin oder Milano liegen, dient Genua seit je her als Hafen, was der Stadt entsprechend Reichtum und Größe vermacht hatte.
Und noch heute ist der größte Hafen Italiens ein Einfallstor, allerdings für Einwanderer vor allem aus Afrika.  Oh mann, wie ähnlich doch das Bild mit Marseille ausschaut; Araber und Schwarzafrikaner überall….. ich lasse mich treiben in diesem internationalen Durcheinander durch so enge, verwinkelte Gassen, tief wie Canyons und voller Leben.
Eine davon ist die Via Maddalena, in der (dem Namen wohl ganz zufällig) total viele heftige Damen ihre offensichtlichen Dinste anbieten, ich bin etwas aufgeregt,  kann aber dann in einer der hölzerner Türen entschwinden, trage mein exorbitantes Gepäck satte fünf Stockwerke durch einen gerade mal einen Meter breiten (mittelalterlichen) Treppenhaus hinauf; wie alle Häuser sind die Gemäuer hier über 300 Jahre alt.
Ich stöhne unter der Last und erreiche eine tolle WG mit fantastischer Terrasse,  hoch über den Dächern dieser wunderbaren Stadt.

Ich bin wieder in Genua…

Leider verbringe ich den nächste Tag hauptsächlich mit der Organisation zur meiner Befreiung vom Wanderwagen, ich könnte jetzt hunderte von Zeilen schreiben über all das Gezeter und Unmöglichkeiten, von der Italienischen Bahn bis hin zur Post…
Doch zuletzt, – allerdings wieder einen Tag später,  habe ich ihn geschafft: Der Wagen ist endlich, endlich nach unglaublichen Prozedere auf dem Weg nach Recklinghausen,  meiner Heimat wo ich in einigen Wochen bald zum “Urlaub” eintreffe.
Jetzt bin ich frei, habe den großen Rucksack (den ich ja immer vollgepackt im Wanderwagen mitführte) total vollgestopft,  einige aber momentan nicht wichtige Dinge, wie mein “Polar-Schlafsack”, sowie die Daunenmatratze zum Aufpumpen und weiteres Kleinzeug im Wagen eingepackt und abgeschickt.

Schwerer Last auf den Schultern tragend, aber einfach frei, ziehe ich bald weiter, diesmal ins Landesinnere, nach Torino (Turin)…

Drei volle Tage werde ich dann dort bei Daniela und Fabrizio verbringen.