Lyon (24.04.2014)

In welchem “Land” bin ich jetzt ?
Ja, in der Rhone Alpes, Frankreichs zweitgrößten Region von der Einwohnerzahl aus betrachtet;  6, 4 Millionen leben hier, auf einer Fläche mal eben so groß wie die Niederlande (42.000 Quadratkilometer), allerdings in einer wesentlich abwechslungsreicheren Landschaft; riesige, schneebedeckte, teils über 4000 Meter hohe Berge, sowie liebliches Hügelland, weit, weit in die Ferne schweifend, ist der Blick mir sagend, wie groß Frankreich ist.
Wieder eine ganze Welt für sich, wieder ein ganzes Leben welches man ausschließlich hier verbringen könnte. ..

Doch anstatt hier zu verweilen und die einzigartige Gegend zu verinnerlichen,  ziehe ich wieder weiter nach Westen. Grenoble, eine Großstadt inmitten einer weiten Talsenke, umgeben von gigantischen Bergen, erreiche ich schon früh; Mike bringt mich noch ins nächste Dorf zum Bus, kann auch die teure Fahrt bezahlen; 130 Euro gab er mir für den Baumschnitt. Kost und wundervolle Logis inklusive.
– Mal wieder eine absolute Erfolgstory auf meiner “Via Terrstris”, dem Weltweg im Wanderleben…

Grenoble möchte ich nun zu Fuß erkunden, wobei sehr schwer beladen, trage ich die Last von 15 Kilo Gepäck komischerweise recht spielerisch durch die Gegend.
Ohne Wanderwagen zeigt sich der Nachteil deutlich auf eben diesen Fusswegen durch die Innenstädte,  wenngleich auch alle Lockale, Cafes, Treppen, oder sonstige Sachen, wo vorher mein Gepäckwagen nur hinderlich war, nun mir ohne weiteres offen stehen. Ich kämpfe mich hoch zur Panoramaseite eines Museums, hoch auf einem Berg, offen zur Stadt gelegen, und schaue auf Grenoble hinab, einer wachsenden über 300.000 Einwohner zählenden Agglomeration mit höchster Lebensqualität.  Alpenblick vom 20 Stock eines Wohnblocks im Futuristischen Baustil,  moderne, nagelneue High-Tech Gewerbeparks und viele Baustellen, beschreiben Grenoble als wachsenden Ort in einem wachsenden Land.
Im Kontrast dazu die überschaubare Altstadt. Kurz und bündig ziehe ich meine Runden und kehre zum Bahnhof zurück,  muss saftige 22 Euro zahlen für die läppischen 40 Minuten-Fahrt nach Lyon, wo ich heute Abend schonwieder verabredet bin.

Oh je, also trotz meiner finanziellen Lage, die momentan ja garnicht so schlecht ist, und überhaupt seit meinem Treffen mit Jens, meinem Sponsor aus Marbella, eine mittelfristig abgesicherte Sache ist, muss ich dennoch ganz schön aufpassen; in Frankreich,  einem Land wo der Euro kaum was wert ist, kann ich ganz fix, jede Menge meiner lieb ersparten Ressourcen verbrennen.
Restaurants sind unerschwinglich,  und das Fortkommen übers große Land nur für gut verdienende möglich.  Mein Gott, warum denn soooo viel Geld?
Die Durchschnittslöhne in Frankreich sind doch auch nicht höher als bei uns, wo vieles aber viel günstiger ist….
Nee, ich sehe zu bald wieder zu Trampen, in Lyon bleibe ich erstmal zwei Tage bis es dann weiter nach Besançon geht.

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