Frankreich  – Region Bretagne – (06.07.2014)

Dann doch noch: Ab in die Wellen…. zu verführerisch rauscht uns das Meer zu. Mit Unterhose mache ich mich auf ins sehr frische, aber dennoch nicht kalte, klare Wasser des Ozeans… 20 Minuten lang schwimme ich in den unglaublich, ja unglaublich frischen Wellen; es duftet so noch Salz, nach Meer…. wieder führt mich der Weg durch die Welt ans Meer….
22 Grad, aber satt strammer Wind. Da muss man(n) schon nicht zimperlich sein…
Das sind einfach geniale Momente. 🙂

Frankreich  – Region Bretagne – (06.07.2014)

Samtige Graspuschel überall hier an den Stränden. Salziger, milder Seewind macht fürchterlich Lust auf Leben…. wir ziehen entlang der Strände an der Spitze der Crozon-Halbinsel die wir heute erkunden. Zum Baden ist es mit 22 Grad gerade noch gut genug…wir wandern erst und sind noch unschlüssig…

Frankreich  – Region Bretagne –  (06.07.2014)

Und da sind sie: Die Helden der Bretagne; Jens im Wanderleben, Benoit und Daniel bei einer Pause an einem Hafenbecken am südlichen Ende der Bucht von Brest. Die beiden haben heute am Sonntag die Zeit mir ihre herrliche Heimat zu zeigen. Ein ganzer Tag voller toller Ziele ist angesagt……

Frankreich  – Region Bretagne – (06.07.2014)

So sieht ein traditionelles, Bretonisches Haus aus; die Dachverkleidung aus Schieferschindeln bestehend, zieht sich bis zum Untergeschoss an der Vorderfassade hinunter. Eine Bauweise die ich nur hier gesehen habe und auch recht auffällig ist.
Dieses Haus steht in La Faou und dürfte um die 350 Jahre alt sein.

Frankreich  -Region Bretagne- (06.07.2014)

Schnell ist der Himmel wieder blau und schön. Heute haben Beniel und Daniel den ganzen Tag vor, mir ihre herrliche Heimat zu zeigen, außerhalb von Brest ins Umland, wo es noch alte typisch Bretonische Kirchen gibt, die selten groß und wuchtig gebaut wurden, wie es noch in anderen Teilen Frankreichs üblich ist; eher klein mit eigensinnigen Türmen versehen, wirken sie hier nie dominant oder gar erdrückend. (wie jene Kathedrale von Nantes z.B. in ihrer Bollwerkhaften Schwere die sie aus der Nähe kaum Bildlich fassbar macht)

Bild: Kirche aus dem 12 Jahrhundert im Ort Le Faou, ca 35 km von Brest, direkt am Ende der Bucht von Brest gelegen.

Frankreich  – Region Bretagne – (05.07.2014)

Grau, trüb, und nass ist es gern und oft hier draußen am Ende der Bretonischen Halbinsel. Im Winter nahezu wie im garnicht fernen England schrecklich schmuddelig.
Auch jetzt im Juli…. doch so wie das schwere Grau kommt, geht es auch wieder; morgen soll es schön werden. Heute ist ein fauler Tag und bis auf einen kleinen Rundgang (Bild: das Wahrzeichen von Brest, die Brücke mit dem alten Wehrturm) durch die verregnete Stadt nichts angesagt. Ich ruhe mich aus, schlafe viel….

Frankreich  – Region Bretagne –  (04.07.2014)

Bei Benoit und Daniel zu Gast, hier ganz weit oben am letzten Landzipfel von Frankreich in Brest, 600 Kilometer weit hinter Paris, 1200 Kilometer von Recklinghausen entfernt. Drei Tage bleibe ich jetzt bei den beiden. Morgen fahren wir raus, (da soll auch das Wetter besser werden) und erkunden das Umland hier an der zerklüfteten Atlantikküste.
Heute regnete es pausenlos… und blieben viel im Haus.
Jetzt gibt’s Hänchen mit Kartoffeln, Italienischer Chianti und zum Nachtisch schwarze Kirschen.

Frankreich – Region Bretagne – (04.07.2014)

Angekommen: Brest ist erreicht, ein wichtiges Zwischenziel auf dem Weltweg durch Frankreich.
Brest liegt weit ab vom Schlag an der Spitze einer riesengroßen Halbinsel, hat 140.000 Einwohner und liegt in einer völlig anderen Klimazone; noch 100 Kilometer zurück, waren es satte 30 Grad, die Sonne schien, ich stand schwitzend am Straßenrand. Doch hier ist es plötzlich ganz trüb, am Regnen und viel frischer; wilkommen in der BRETAGNE, Frankreichs regenreichste Region.
Selbst jetzt im Juli ist es wieder am Plästern, ich kontaktiere Benoit in einer Bar über’s WiFi bei “Planet Romeo”, einem weiteren Kontaktnetztwerk, welchem ich mich bediene. Schnell ist er samt seinem Freund Daniel zur Stelle und freudig kommen wir beisammen; schon ein ganzes Jahr “kennen” wir uns schon über’s Chatten. Bei Planet Romeo kann ich Anzeigen setzen die in den Orten gelesen werden, die auf meinem Weg liegen, natürlich alles im Internet.

Mit der Bretagne habe ich nun die vorletzte Region in Frankreich erreicht, nur noch Korsika im fernen Mittelmeer fehlt noch, eine Insel die besser von Italien aus mit dem Schiff anzusteuern ist.
Kulturell ist die Bretagne in historischer sowie sprachlicher Hinsicht etwas anders als der Rest Frankreichs; der Bretonische Dialekt wird zwar nur noch von einer Minderheit täglich verwendet, doch so waren die Bretonen schon immer anders. Ursprünglich von keltischen Einwanderern von den Britischen Inseln geprägt, finden sich noch heute Spuren wie ein altes Dudelsackinstrument, oder Harfen in den Museen der Region, aber auch auf vielen Folksfesten.
Apfelwein ist der Stoff Bretonischer Rauschträume, der hier neben allen Französischen Weinen getrunken wird, die hier aber nicht angebaut werden. Am Klima liegt es weniger; die Winter sind hier zwar nasskalt und stürmisch, aber nie frostig kalt. Englisch ist es eben hier vom Wetter, so nah gelegen am wilden Atlantik zu Cornwall und Irland…

Mit 27.000 Quadratkilometer und 3,3 Millionen Einwohner erscheint das Land übersichtlich, zumindest auf der Landkarte. Viele Kleinstädte reien sich an den stark zerklüfteten Küsten, die aber selten steil ins Meer fallen; hügelig und grün wie auf Irland sieht es hier überall aus. Brest und Rennes, letzteres die Haupstadt mit 210.000 Einwohnern, im Innenland gelegen, sind die einzigen größeren Städte hier. Doch man sollte es nicht unterschätzen: über 500 Kilometer geht allein meine Route – der Weltweg – über Bretonisches Gebiet, einmal zur Spitze der Halbinsel, und wieder zurück im Norden….  Hier und jetzt in Brest habe ich auch die Gewissheit, ganz besonders freundliche Menschen gefunden zu haben; Benoit und Daniel sind ein tolles, aufgewecktes Männerpaar die schon 21 Jahre beisammen sind. Ihr Haus steht für “Couchsurfer” offen, Bretonische Gastfreundschaft sei was Besonderes, da hier (entgegen der in Frankreich eher gegenläufigen Meinung, -wohl aus historischen Gründen) die Menschen viel entspannter und freundlicher seien… bisweilen kann ich das nur bestätigen 🙂