Frankreich – Region Bretagne – (04.07.2014)

Angekommen: Brest ist erreicht, ein wichtiges Zwischenziel auf dem Weltweg durch Frankreich.
Brest liegt weit ab vom Schlag an der Spitze einer riesengroßen Halbinsel, hat 140.000 Einwohner und liegt in einer völlig anderen Klimazone; noch 100 Kilometer zurück, waren es satte 30 Grad, die Sonne schien, ich stand schwitzend am Straßenrand. Doch hier ist es plötzlich ganz trüb, am Regnen und viel frischer; wilkommen in der BRETAGNE, Frankreichs regenreichste Region.
Selbst jetzt im Juli ist es wieder am Plästern, ich kontaktiere Benoit in einer Bar über’s WiFi bei “Planet Romeo”, einem weiteren Kontaktnetztwerk, welchem ich mich bediene. Schnell ist er samt seinem Freund Daniel zur Stelle und freudig kommen wir beisammen; schon ein ganzes Jahr “kennen” wir uns schon über’s Chatten. Bei Planet Romeo kann ich Anzeigen setzen die in den Orten gelesen werden, die auf meinem Weg liegen, natürlich alles im Internet.

Mit der Bretagne habe ich nun die vorletzte Region in Frankreich erreicht, nur noch Korsika im fernen Mittelmeer fehlt noch, eine Insel die besser von Italien aus mit dem Schiff anzusteuern ist.
Kulturell ist die Bretagne in historischer sowie sprachlicher Hinsicht etwas anders als der Rest Frankreichs; der Bretonische Dialekt wird zwar nur noch von einer Minderheit täglich verwendet, doch so waren die Bretonen schon immer anders. Ursprünglich von keltischen Einwanderern von den Britischen Inseln geprägt, finden sich noch heute Spuren wie ein altes Dudelsackinstrument, oder Harfen in den Museen der Region, aber auch auf vielen Folksfesten.
Apfelwein ist der Stoff Bretonischer Rauschträume, der hier neben allen Französischen Weinen getrunken wird, die hier aber nicht angebaut werden. Am Klima liegt es weniger; die Winter sind hier zwar nasskalt und stürmisch, aber nie frostig kalt. Englisch ist es eben hier vom Wetter, so nah gelegen am wilden Atlantik zu Cornwall und Irland…

Mit 27.000 Quadratkilometer und 3,3 Millionen Einwohner erscheint das Land übersichtlich, zumindest auf der Landkarte. Viele Kleinstädte reien sich an den stark zerklüfteten Küsten, die aber selten steil ins Meer fallen; hügelig und grün wie auf Irland sieht es hier überall aus. Brest und Rennes, letzteres die Haupstadt mit 210.000 Einwohnern, im Innenland gelegen, sind die einzigen größeren Städte hier. Doch man sollte es nicht unterschätzen: über 500 Kilometer geht allein meine Route – der Weltweg – über Bretonisches Gebiet, einmal zur Spitze der Halbinsel, und wieder zurück im Norden….  Hier und jetzt in Brest habe ich auch die Gewissheit, ganz besonders freundliche Menschen gefunden zu haben; Benoit und Daniel sind ein tolles, aufgewecktes Männerpaar die schon 21 Jahre beisammen sind. Ihr Haus steht für “Couchsurfer” offen, Bretonische Gastfreundschaft sei was Besonderes, da hier (entgegen der in Frankreich eher gegenläufigen Meinung, -wohl aus historischen Gründen) die Menschen viel entspannter und freundlicher seien… bisweilen kann ich das nur bestätigen 🙂

Kommentar verfassen