Frankreich  – Region Bretagne – (11.06.2014)

Ich laufe aus St. Malo hinaus, verlasse die  historische Innenstadt (die im zweiten Weltkrieg völlig zerstört, aber originalgetreu wieder aufgebaut wurde) und schaue zurück. Mit dem Dom als Wahrzeichen bleibt mir dieser freundliche Ort sicher in Erinnerung.
Nun kommen reichlich Kilometer zurück nach Le Minihic das 15 km weit entfernt liegt.
Zuerst durch den großen Hafen der Stadt, dann weiter über eine Brücke über die Rance, einem Fluss der auch als Meeresarm 35 km weit ins Land reicht.

Frankreich  – Region Bretagne – (11.07.2014)

Mit schmerzenden Abzess am Bein, humpele ich durch St. Malo und entdecke dieses “Gezeitenschwimmbad”. St. Malo und die Umgebung haben den höchsten Tiedenhub weltweit (irgendwo in Kanada soll es ein Kaff geben mit wenigen Zentimetern mehr….)
Ganze 14 Meter beträgt der Unterschied, was zu weiten Watt-Flächen über Tag führt. Die größten der Welt….
Auch dieses Becken in St. Malo verschwindet vollständig, nur das Sprungbrett lugt kaum einen Meter aus der Flut. Doch während der Ebbe wirkt alles so wunderbar friedlich und das Becken hat immer frisches Meerwasser.
Ich ärgere mich, dass momentan kein Bad möglich ist, wegen dieser doofen Entzündung… doch allein schon der Anblick ist toll 🙂

Frankreich  – Region Bretagne –  (11.06.2014)

In ST.MALO, einer sehr lebendigen Touristenstadt mit 45.000 Einwohnern war ich vorgestern ja noch im Krankenhaus, wegen dieses verdammten Fibroms, was sich böööööse Entzündet hat. Mittlerweile stehe ich nun doch unter Antibiotika, was ich mir jetzt auch leisten kann, da ich zum Glück diese Hecke schneiden durfte und somit mehr Geld in den Händen habe… 48 Euro zahlte ich vorraus, bekomme das aber von meiner Krankenkasse in Deutschland zurückerstattet (glaube ich zumindest) – ich bin freiwillig gesetzlich versichert, (160 € im Monat) und somit nicht verloren im Ernstfall.
Nach dem Arztbesuch, nutze ich die Zeit um St. Malo zu erkunden. Der Schmerz am Bein ist auszuhalten und ich kann mir voller Begeisterung die tolle Stadt ansehen.
Lange Strände mit diesen großen Baumstämmen fallen mir am meisten auf. Diese dürften wohl als Wellenbrecher fungieren, da vor allem im Winter hier der Atlantik total ausflippen kann… da geht die Post ab, erzählt man mir hier…

Frankreich  – Region Bretagne –  (11.06.2014)

Dinard und St. Malo liegen in einem einzigartigen Klimaabschnitt, der im Winter mild und im Sommer herrlich frisch aber warm, ein ganz besonders Gesundes “Mikroklima” besitzen. Dieses bedingt sich durch den milden Golfstrom, einer mächtigen Meeresströmung durch den Atlantischen Ozean, der noch aus der Karibik kommend die Gewässer um die Bretagne und Südengland warm hält. Komischerweise hier bei Dinard in der Ostbretagne, bis hin zu den “Channel – Islands” (den Kanalinseln) und dem Englischen Cornwall auf der anderen Seite der Meerenge die ja bekanntlich “Der Kanal” genannt wird, ist alles ganz besonders warm und mild.

Frankreich  – Region Bretagne – (11.07.2014)

Dinard am Ärmelkanal, das “Nizza des Nordens” wo schon vor 190 Jahren die Engländer hinüber kamen und die ersten Villen an der damals kaum bewohnten & erschlossenen Küste bauten.
In England wurde sozusagen der Tourismus zur dieser Zeit erfunden; im milden Cornwall, Irland und letztlich auch Nordfrankreich expandierte dieser neue Trend des organisierten Reisens erstmal für die Oberschicht. In Dinard, damals ein völlig armes, Bretonisches Fischerdorf, fing alles an…   billig war das Bauland sowie der hier reichlich vorkommende Granit aus dem die großen Villen bis ende des 19 Jahrhunderts hier erbaut wurden. Auch gleich einige “Grande Hotels” entstanden und schnell erkannte man auch in Paris seinerzeit die Zeichen eines neuen Lifestyles, baute Herrenhäuser, Hotels und der Toristentroubel war geboren….
Heute ist es allerdings nicht mehr so günstig hier wie noch um 1850….  Portemonaies so schwer wie Zementsäcke sind hier von nöten um hier Urlaub zu machen… Dinard und all die ganzen, mondänen Ferienorte hier, entlang der Bretonischen Küste, sind sehr, sehr teuer…. Frankreich eben…

Frankreich  – Region Bretagne – (10.07.2014)

Endlich wieder Arbeit… hier in Le Minihic nahe St. Malo, hat die greise Nachbarin Bedarf; ihre Hecke hat schon seit vielen Jahren keinen Schnitt mehr erlebt. Das hole ich jetzt nach und freue mich somit die teuren Tikets zu den Inseln Jersey und Guernsey somit rauszuholen, die ich in einigen Tagen besuchen möchte.
Noch immer und bis Samstag bleibe ich hier bei Michel, Reiner und Marita im idyllischen Dorf.
Doch ein Haar in der Suppe gibt es schon: Seit zwei Tagen kämpfe ich mit einer schlimmen Entzündung am linken Oberschenkel/hinten, ein “Fibrom” -oder so… etwa Erbsengroß, habe ich schon seit ein Jahr und macht keine Schwierigkeiten, doch seit vorgestern  ist das fürchterlich entzündet; sitzen ist eine Qual…
Heute war ich deshalb sogar nach St. Malo ins Krankenhaus gefahren worden; Antibiotika sind angesagt, doch das alles für 85 Euro… keine Chance, denke ich mir und versuche die Sache auszusitzen….

Frankreich  – Region Bretagne –  (09.07.2014)

Sehr Bretonisch: Die Crepes aus Buchweißen, dem einzigen Getreide was in der Bretagne früher angebaut wurde, da ansonsten nichts anderes hier wuchs. Gefüllt wurden und werden diese paraktischen Kraftpackete mit allem möglichen; ob Wurst, Käse oder wie hier, mit Ei und Schinken, abwechslungsreich soll die Kost sein die traditionell dem Bauern draußen auf dem Felde von der Frau gereicht wurde.
Selbstverständlich mit reichlich Sidre, dem leichten und sehr erfrischenden Apfelwein….

Frankreich – Region Bretagne – (08.07.2014)

Abendessen mit Michel und Marita. Reiner, Michels Freund hat das Foto gemacht. Hier in ihrem über 270 Jahre alten Haus im Dorf Le Minihic (Gesprochen: Leminic) gibt’s reichlich Platz für alle; auch hier wurde ich zuvor in einem Kontaktnetzwerk im Internet fündig; so standen Michel und ich schon seit Monaten zuvor in Kontakt und nun bin ich endlich da.
Bis Samstag werde ich bleiben in dieser tollen Gegend.
St. Malo, einer der wichtigsten, historischen Häfen Frankreichs, liegt nur 10 km weit….