Wieder ist der Tag fast vorbei, ich laufe und laufe hier durch eine Landschaft wo jeder Quadratmeter Boden verbaut oder bearbeitet ist, schließlich bin ich hier in einer der fruchtbarsten Gebiete des Landes.
Ewige Kilometer steht hier ein Haus neben dem anderen, nur unterbrochen von Gemüseäckern und natürlich den allgegenwärtigen Zitronenplantagen. Ja, ich bin jetzt im Zitronenland, in der Region Murcia angekommen, laufe durch die Stadt Beniel die sich endlos ins zersiedelte Land einfügt, so dass es unmöglich scheint, hier irgendwo zu zelten.
Selbstverständlich versuche ich es in einer der vielen Bars oder Restaurants, die hier wohl für die vielen Arbeiter der umliegenden Fabriken sind, scheitere aber an der Sprachbarierre. Keine Chance hier irgendjemanden für mein Anliegen zu erweichen. Müde aber flott suche ich die Nähe der Berge, die ständig im fernen Hintergrund liegen um dort Platz zu finden.
Schon färben sich die wenigen Wolken (das Wetter ist inzwischen wieder herrlich schön) rosa in der tiefligenden Sonne, ein Zeichen dass ich jetzt rasch was finden muss. In der Dunkelheit habe ich nämlich keine Chance…
Kartoffelfabriken, Silos und graue Gewerbehallen, Zäune und jede Menge Müll, Zitronenplantagen, überall geparkte Autos sowie dröhnenden LKWs lassen mich immer schneller und sehnsüchtiger die Nähe der Berge suchen.
Ich hetze vorbei an einfachen Wohnhäuser die teilweise leerstehend als zweit oder Drittwohnungen so schön jetzt ein Heim für mich armen Wandersmann wären, doch dann schaffe ich es in den letzten Sonnenstrahlen auf einen Berg. Die Landschaft wird karger, ist kaum besiedelt und tief in den schroffen Geröllabgängen, wurschtel ich mich mit dem Wanderwagen durchs kratzige Gestrüpp.
Hier ist er nun, mein Ort für diese Nacht. Sicht und Windgeschützt danke ich Paul, meinem Plüschkissen für das Glück.