Spanien / La Linea / Gibraltar

Den Wanderwagen verstaue ich schnell und gekonnt unter den ungläubigen Blicken der Alsa-Angestellten,  der Überland Busgesellschaft hier im Lande.  Glücklicherweise sind die Laderäume wirklich groß, und einen saftigen Zuschlag,  weil der Wanderwagen auch mal als Fahrrad durchgehen kann, musste ich seit Barcelona nie mehr zahlen. (Dort entschied die Willkür eines äußerst schlecht gelaunten Busfahrers zum einzigen male anders)
… Fahrräder kosten nämlich noch zusätzlich einiges.

Ratzfatz bin ich nahe Gibraltar,  der berühmten, Britischen Kolonie ganz unten im tiefsten Süden Spaniens.
Doch ich mache Halt zuvor in La Linea, der Satelitenstadt vor der Grenze.  Hier sehe ich schnell zu aus dem Ort hinaus zu kommen, sehe die Hügel weit hinter der Stadt, lasse den markanten Felsen von Gibraltar hinter mir und gehe wieder Landeinwärts.
Ich bin müde,  gestern war ich lange wach,  weshalb ich mich auf ein Abenteuer in Gibraltar heute nicht einlassen will.
Noch immer hat sich keiner auf meine Anfragen bei Couchsurfing gemeldet,  somit habe ich in Gibraltar keine kostenlose Unterkunft.
Egal, hier oben weit hinter La Linea habe ich nach langer Suche entlich diesen Vorsprung auf einem Hügel nahe der allgegenwärtigen Neubausünden der vergangenen Boomzeit gefunden.
Überall,  ja überall wurden die trockenen, Dornbusch bewachsenen Hügel der Gegend zubetoniert. Häuser,  Häuser und nochmals Häuser.  Oft halbfertig und immernoch mit hohem Baukran daneben, zeigt es, wie abrupt einst dieser Wahn sein Ende fand.
Die Amok – Banken waren pleite.
Die meisten Baufirmen auch, und ließen ihre Kräne einfach stehen.

Hier oben genieße ich nun den tollen Ausblick nach Westen, sehe im Sonnenuntergang den Fels von Gibraltar und trinke einen jungen Roten dazu.
Wenns wieder nicht so kalt wäre jetzt…. ich rolle mir den Schlafsack um, ziehe die Stoffhandschuhe an die mir Eduardo schenkte (Eduardo war unglaublich Kälteempfindlich und konnte nicht glauben das ich hier draußen Überleben kann …) und halte dem eisigen Hauch einer beginnenden Dezembernacht noch etwas stand.
Nirgendwo in Europa ist das so (einigermaßen) einfach wie hier.

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