Keiner will mich aufnehmen in Gibraltar. Klar bei den Touristenmengen hier haben die wenigen Gastgeber einfach keine Lust mehr.
Komischerweise aber drängen sich 90% der Tagesbesucher lediglich in dieser langen Einkaufsstraße. Die ist zwar schön, aber eigentlich nixht schöner als jene in Marbella, Algeciras oder sonstwo.
Auch nicht billiger ist es hier. Ich weiß nicht warum alle nur Shoppen wollen um anschließend bei Mac Donalds die erstandenen Konsumartikel zu feiern, anstatt mal auf diesen unglaublichen Stadtberg zu klettern.
Der ist nämlich das absolute Wahrzeichen Gibraltars.
Hier oben kämpfe ich mich Meter um Meter hinauf, steige also aus dem rauschenden Getöse der Stadt in die Höhe, sehe über die große Bucht von Gibraltar mit ihren vielen Schiffen und Industrieanlagen an ihren Ufern.
Ja, hier oben bin ich aufeinmal allein. Hätte ich nicht gedacht, da schon unten die Touristeninformationstafeln überall den Felsberg preisen….
Naja, aollen die da unten doch den ganzen Tag Essen und Shoppen. Somit genieße ich absolut mein ganz eigenes Gibraltar, schaue hinunter und versuche das wohl lausigste Hostel was ich je geshen habe zu finden.
Dort bin ich nämlich untergebracht, für freche 22 Euro (18 Gibraltar-Pfund) lediglich ein Bett mit dünner, sehr kratziger Filzdecke, keine Küchenbenutzung, kein Alkohol erlaubt (hatte mich so auf den Abend mit Rotwein gefreut) und dazu noch Superunfreundlich der “Service”.
Aber egal, der Gang über den Berg macht alles wieder gut.
Gibraltar ist eigentlich wie ein eigenes Land, eher ein Stadtsaat, sehr überschaubar, 30.000 Einwohner gros (oder klein) und noch ein “Fremdkörper” am “Spanischen Leib” wie ich einmal gelesen habe.
Spanien möchte eigentlich sein ehemaliges Gebiet zurückhaben, doch England denkt natürlich nicht mal daran…. feiert sogar regelmäßig seine Triumphe aus alten Kolonialtagen.
…. Armens, armes Spanien, so geschmäht und so gepeinigt, steht es aber ganz aufeinmal dermaßen ohne Mitgefühl da, wenn es um die eigenen Exklaven geht: Den zwei “Dornen im Fleische Marokkos” wie es mal aus Marokko geheißen hat.
Gemeint sind hiermit Ceuta und Melilla, zwei Spanische Städte auf Marokkanischen Boden, ehemals militärisch Besetzt und heute nie und nimmer bereit diese aufzugeben.
Das ist heute Abend bei einem Glas Wasser im kalten Merbettzimmer unser Gesprächsthema, was soll ich auch schon machen sonst. Mein offener Wein liegt ungenutzt im Gepäckraum und was zu Essen muss ich draußen.
Ich unterdrücke meinen Hunger und versuche schon um acht zu schlafen; Hostel-karges-Verließ will es so…