….Bin soeben aufgewacht, im eigenem Zimmer bei einem netten Bewohner von Aberdeen. Habe also doch noch einen Schlafplatz gefunden.
Mit dem Zelten ist das ja mittlerweile so eine Sache; zehn Grad kalt wird es in der Nacht, da brauche ich schon zusätzlich eine Decke zum Schlafsack.
Dehalb bin ich jetzt künftig auf Gärten angewiesen, um bei dessen Besitzer den nötigen Zusatz an wärmenden Decken zu bekommen. Wildes Campen im Wald oder sonstwo, dürfte somit etwas schwieriger werden. Der Winter kommt halt ins Geschehen, die Nächte zumindest, werden schon erheblich frischer….
Aber ich arbeite daran; heute versuche ich weiter nach Süden zu kommen und trampe erstmals über eine Autobahn bis nach Edinburgh, der Hauptstadt Schottlands.
Mal sehen ob ich das schaffe; schon aus Aberdeen rauszukommen ist die erste Nummer, da ich eine gute Stelle an der Verkehrsreichen Ausfallstraße finden muss. Da ist erstmal reichlich Kilometermachen zu Fuß angesagt…
Aberdeen ist eine seltsame Stadt mit viel eigenen Charakter. Die “Granit City” wie sie auch genannt wird, erscheint fast völlig im Grau des Granitgesteins, aus dem sie geschaffen ist; alle Gebäude erstrahlen in einem besonderen Grau, was irgendwie nicht trist oder langweilig daherkommt, sondern eine eher natürliche, ja mineralische Frische ausstrahlt.
Somit ist diese große 220.000 Einwohnerstadt schon was Besonderes.
… Auch im preislicher Hinsicht; als ich gestern bei einem Couchaurfingmeeting versetzt wurde, und somit ernsthaft überlegte in ein Hostel zu nächtigen, bekam ich dort fast einen Schock: 22 Pfund (27 Euro) kostet hier ein Bett im Mehrbetzimmer, mit insgesamt 10 Betten im stickigen Raum und dem Klo auf dem Flur draußen….
Man sagte mir, diws sei ja die “City of Oil”, da ja tatsächlich der Hauptwirtschaftszweig der Stadt auf die Bohrinseln draußen in der Nordsee beruht. Da verdient man ja bekanntlich nicht schlecht, doch als wenn die Backpacker ebenfalls frisch von den Ölplatformen kämen, verlangt man hier Wucherpreise wie fast schon in London…