… Salamanca, immernoch ganz, ganz tief drinnen…
Ganz weit im Hinterland und doch mittendrin im Herzen der Nation; Salamanca eines der kulturellen Schwergewichte des großen Landes welches ich schon so lange und so ausführlich bereise, ist momentan der Ort meines Verweilens.
Wieder zu Gast in einer Studenten-WG, kämpfe ich gegen die ständige Gefahr des abendlichen Versumpfens in den so vielen und so unglaublichen gemütlich, geselligen Tapa Bars, die hier dermaßen Bestandteil der Kultur sind, wie bei uns die Tagesschau am Abend. Außerdem ist auch hier alles so billig und erschwinglich; selbst ich mit meinem Mikro-Budget komme gut und lecker über die Runden, ganz besonders wenn noch Idris (mein Gastgeber) seine Geheimtipps verrät, wo es mehr schmeckt und noch billiger ist; unglaublich dieser “Spanish Way of Life”…. an dem man sich schon gewöhnen kann, wenn auch nicht an allem: Diese kollektive Schlaflosigkeit unter der diese Kultur teilweiser leidet, ist und wird nie mein Ding, bekanntlich kommt bei mir schon gegen neun das Sandmännchen, in Spanien eine lächerliche Zeit den Tag zu beschließen.
Naja, wobei ich noch hier ganz hinten, weit im Land bin, geht’s bald doch ganz schnell. Noch zweieinhalb Wochen und ich bin in Frankreich, irgendwie ein erfrischender Gedanke, irgendwie aber auch etwas beängstigend; ich habe mich schon so gewöhnt an viele Sachen hier… jaja, Gedanken, Gedanken. .. aber noch bin ich ja hier.
150.000 Einwohner sind hier in Salamanca Zuhause, davon fast 40.000 Studenten was diese Stadt schon anders macht. Die vielen jungen Leute lassen die Stadt nicht so überaltert erscheinen wie es sonst in den Spanischen Provinznestern übliche ist.
Historisch macht der Ort auch einiges her: Eine wuchtige Kathedrale und viele überhauptnicht langweilige Zeugnisse einer ganz besonderen Geschichte machen Salamanca unvergesslich.
Besonders dieses “Muschelhaus”, ein 500 Jähriger Adelspalast erinnert mich mit seinen 300 großen, steinernen Muscheln außen an den Fassaden, wieder an den Jakobsweg, dem diese auch gewidmet sind. Hier verläuft dieser “Silberweg” eine alte Römische Handelsstraße von Süden nach Norden dem ich schon vor Wochen in den ländlichen Weiten der Extremadura begegnet bin.
Ach jaaa, einen ganzen Tag heute in Salamanca nur zum klüngeln, und dabei ist sogar das Wetter klasse, endlich seit Wochen sowas wie Frühling; Sonnenschein und 16 Grad.
Dennoch wachsen hier in Salamanca keine (oder kaum) Palmen, wie sonst üblich in ganz Spanien. Zu kalt ist es hier im Winter, da die Stadt 800 Meter auf dem riesengroßen Plateau der Mittelspanischen “Meseta” liegt. Morgen geht’s weiter nach Avila, einer ebenfalls sehr historischen Ortschaft, die sogar über 1100 Meter über den Meeresspiegel noch frischer sein mag… doch egal, die Sonne soll bleiben hatte ich gehört, dann kanns ja gern wieder weitergehen 🙂
