Italien -Region Veneto- (24.09.2014)

Na wo bin ich denn hier ?

Na, eins nach dem anderen, eigentlich müsste ich noch über Gianni schreiben, aber wir hatten es verpasst ein Foto von uns zu machen… ärgerlich, aber was soll’s, ich vergesse niemanden und zum Glück gibt’s ja Facebook, da verliert man sich nie aus dem Blick.
Ich verabschiede mich und schaue gradeaus: Mein Angstziel liegt vor mir: VENEZIA  (zu Deutsch: Venedig) der wohl heißeste Hotspot der “Tourismusindustrie”….
Dort habe ich zwar jemanden (natürlich wie immer übers Internet) gefunden, bin aber nicht sicher ob das wirklich klappt. Der Kontakt läuft über “Planet Romeo”, einer Dating Website wo die eine oder andere Einladung nicht immer wirklich zuverlässig ist. Und “lost in  Venezia” bedeutet ein schlimmes Los….

Erstmal komme ich nach anderhalb Stunden Bahnfahrt (für 13 Euro) in der Lagunenstadt an, die zuerst alles andere als so aussieht, wie von den Postkarten bekannt; in Mestre, der Vorstadt am Festland gegenüber den Inseln die Venedig so einzigartig machen, leben schonmal 180.000 Menschen, Industrie und ein gewaltiger Hafen sind ebenfalls Teil eines Venedigs, was kaum einer der angeblich 30 Millionen Touristen wahrnimmt, die jährlich hier eintreffen.

Weiter über eine lange Brücke rattert der Zug nun auf das Historische Zentrum zu. Ich bin aufgeregt und verirre mich im erwartungsgemäßen Chaos aus Rollkoffern, Schulklassen und riesigen Menschenschlangen vor den Info und Tiketständen. Finde aber in gewohnter Gelassenheit erstmal eine Touristeninfo um wie überall einen Stadtplan zu ergattern.
Der kostet hier gleich aber schonmal 2,50€, ganz anders als in jeder Italienischen Stadt…  ich versuche es woanders; schlicht und eher wie eine Behörde wirkt die winzig kleine,  städtische Touristeninfo, mit lediglich einer knochenharten Dame die nur das allernötigste beantwortet. Auf meine Frage wo ich einen kostenlosen Stadtplan fände, reagiert sie fast schon giftig. Wieder erfolglos flüchte ich zu den Menschenschlangen am Tiketschalter der Bahn. Dort frage ich die Abreisenden und bekomme promt einen ihrer alten Stadtpläne umsonst in die Hand.
Yep, der erste Streich … jetzt muss ich noch herausfinden wie ich zu meinem Gastgeber komme, der wohnt nämlich weit da draußen auf einer der vielen Laguneninseln, auf der sich Groß – Venedig verteilt.
Erwartungsgemäß versuchen mich auf Anfrage, die Tiketverkäufer sofort abzuzocken; 25 Euro für eine Fahrt nach “Torcello”, die Insel wo’s mich hinzieht…. das kann ich nicht glauben, auch nebenan stinken die 20 Euro dermaßen nach Nepp, dass ich wild mich umherfragend (ich habe noch nie so viele Touristen gesehen) nach einer offiziellen Fähre erkunde.
Die soll es auf der anderen Seite der Stadt-Insel geben…
Doch fast schon besoffen von den sagenhaften Eindrücken die Venedig mit seinem absolut einzigartigen Stadtbild liefert, zieht es mich nahezu magnetisch in dessen Epizentrum: Der Piazza San Marco …. dem legendären Markusplatz.

Mit Sack und Pack schleppe ich mich durch all die proppenvollen Gassen, über kleine Brücken die vor Touristen fast zusammenbrechen, bekomme Ellenbogen zu spüren, es wird geschupst und gedrängelt…. überall Souveniers die in ihrem Kitsch meine Sinne vernebeln…. ich kämpfe mich aber durch, und stehe nun da….

Somit habe ich es nun auch geschafft: Meine Via Terrestris führt mich hierher, ins Herz von VENEZIA…..

(Bild: Mit Rucksack auf dem Markusplatz, das muss schon sein…)

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