Italien -Region Sizilien- (29.12.2014)
Begegnungen auf sizilianischen Straßen…
Weideland, aber vor allem Äcker wegen der fruchtbaren, braunen Erde prägen vor allem das Innere der großen Insel. Sizilien war schon vor 2500 Jahren heiß umkämpft; alle wollten das fruchtbare, mediterrane Land mit den sanften, aber bestimmenden Bergen – so weit das Auge recht, für sich haben.
Natürlich waren es die Römer die hier am längsten herrschten, ganz viel später dann die italienische Einigung 1870, die Sizilien Teil dieses großen Landes macht, mit weiter Eigenbestimmtheit, auch wenn hier und da mal die Zentralgewalt aus Rom den einen oder anderen Mafia-Bürgermeister oder Stadtrat aushebeln musste.
Wäre Sizilien heute noch ein eigener Staat (halb so Einwohnerreich wie Griechenland) hätte aber die EU einen echten Problemstaat mehr: Mit fast 30% Arbeitlosigkeit steht es Griechenland in nichts nach. Auch Investitionen ins eigentlich herrliche Land sind wegen der katastrophalen Mentalität kein Vergnügen; sofort über den Tisch gezogen wurden schon damals in den 60ern alle die z.B. aus dem industriell entwickelten Norditalien hier was aufbauen wollten, woran sich bis heute nicht viel geändert hat. Die algegenwärtige Mafia wurde wirklich weit zurückgedrängt, doch Geschäfte mit einem Sizilianer oder Kalabresen, sind oft als Spiegel der Wirtschaft zu vertehen (oder umgekehrt) …. erst mal wenigstens Versuchen den Partner über’s Ohr zu hauen… ob mit oder ohne Mafia …
Siziliens Stärke, seine Land und Fischwirtschaft reichen allerdings kaum aus um flächendeckend den Leuten Arbeit zu bringen; keine Region Italiens holt mehr Fisch aus dem Meer als Sizilien, hier wachsen die meisten Zitronen und Orangen, sowie der meiste Weizen Süditaliens, Gemüse und überhaupt alles nur erdenkliche was billig und in super Qualität auf den bunten Märkten kommt zeugt eigentlich von einem reichen Land.
Aber wie so oft auf der Welt sind die Menschen nicht wenige; 5 Millionen drängeln sich auf der Insel, mehr noch als das viel größere Irland. 90% aller Bauern müssen sich 10% des Ackerlandes teilen, während gerade mal drei Großgrundbesitzer über 50% allen Landes besitzt ….
