Italien  -Region Marken-  (19.10.2014)

Mein Gott, was für eine laute Nacht; links dröhnt alle 20 Minuten ein Zug und rechts tobt der Italienische Straßenwahnsinn, und das gleich jeweils keine fünf Meter entfernt.
Dennoch einigermaßen Ausgeschlafen, bade ich noch im milden Wasser des Adriatischen Meeres, dusche mich noch frisch ab und bin bereit für den Tag. Hmmmm, nicht einfach, der Akku vom Tablet-PC ist schonwieder auf 30% ….   gestern hatte ich noch mein erstes Video damit gemacht und werkel mit dem Zuschnitt und Format herum, alles echt schwer mit der Technik, uff….
Nur woher eine Steckdose? Und das für viele Stunden; der Akku taugt nicht mehr viel, ladet unglaublich langsam, so sechs Stunden ungefähr bis der voll ist.
Mal sehen, einen Gastgeber habe ich ja in Sicht, heute in Pescara, einer Großstadt hat sich jemand angekündigt, mich aufzunehmen.

Doch erstmal von hier weg kommen…. dürfte eigentlich nicht schwer sein, aber mitnichten; nach ewigen hin und her am winzigen Bahnhof von Cupra, der verlassen ohne irgendwelche Infos in der Italienischen Service-Wüste darsteht, suche ich nach Leuten die mir wenigstens sagen wie ich hier weiterkomme.

“Grnicht” heißt es, schließlich ist heute Sonntag und der ist noch wirklich heilig in Italien.

Also soll ich den ganzen Tag bis morgen hier warten?

Naja, es fährt ja ein Zug in vier Stunden nach Pescara…. sogar zwei Busse in den nächsten zwei Stunden, (ich atme auf)  …. doch es gibt keine Möglichkeit dafür ein Ticket zu kaufen, alles ist zu, nix hat offen… “chiuso” ließt sich alle paar Meter in Cupra längs der Geschäftsstraße.

Mein Gott….ja, eben “Gott”… dem hab ich das ganze Theater zu verdanken jetzt, tatsächlich sitze ich hier komplett fest, nicht weil nichts fährt, nein….ich kann nirgends ein blödes Ticket kaufen… unglaublich, selbst in Afrika oder Indien konnte ich immer in jeder Wüste den Fahrschein im Bus bekommen.

Nicht so in Bella Italia !

Meine verzweifelten, leeren Blicke dürfen wohl der Grund sein, weshalb einer der herumstehenden, alten Männer im Cafe, welches weit und breit die einzige Informationsquelle darstellt, mich tatsächlich die 12 Kilometer nach San Benedetto fährt. Ohne Gegenleistung.

Dort angekommen, finde ich eine unglaublich lebendige Kleinstadt vor, voller Familien in den “Gelaterias” den Eisdielen, genauso heiligim Lande wie die Kirche die hier noch wirklich das sagen hat….

In San Benedetto wiederum gibt’s sogar einen geöffneten Supermarkt, -ich verstehe die (Italienische)Welt nicht mehr, esse wie ein Wahlfisch Brot und Barilla-Tomaten-Sugo (mein Standard-“Gericht”) und nehme mir die Zeit, hier noch etwas -wenn wieder so schwer bepackt, das viele mich anglotzen wie einen Außerirdischen, um durch das echt herrlich mediterrane San Bernadetto zu ziehen….

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