Italien  -Region Marken-  (18.10.2014)

Von einem Strand zum nächsten; den Weg zurück nach Ancona trampe ich, da hier schon morgens viele Besucher aus der Stadt unterwegs sind, nach drei Anfragen auf dem Parkplatz klappt es auch schon mit dem Lift; Ancona ist ca fünf Kilometer weit, viel zu viel für 23 Kilo Last auf den Schultern.

Dort freunde ich mich schnell noch mit einer Chinesischen Barbesitzerin an (jaja, die Chinesen übernehmen hier einfach alles) da ich auf Anhieb ihre Heimatstadt kenne, nachdem wir ein flüchtiges Gespräch über die Bühne brachten, und ab geht die Post weiter nach Süden.

Auf der Landkarte zieht sich die gemalte Linie der “Via Terrestris” kreuz und quer über den Italienischen Stiefel, ich beschließe heute nach San Benedetto zu reisen, dem südlichsten Küstenort der Region Marken. Dort will ich wieder irgendwo am Strand übernachten…

Wenig später, ich warte wieder lang am Bahnsteig, dümpelt der Regionalzug für wieder echt billige sechs Euro die 50 km direkt am Meer entlang. Wie an einer Perlenkette reihen sich hier die Kleinstädte aneinander, kaum ein Fleck bleibt mal frei, mit Ausnahme einiger weniger Streifen, die wohl der mafiösen Bauwut wiederstanden haben und ein kleines Zeichen einer nationalen Durchsetzungsfähigkeit zum Landschaftsschutz setzen.

Kurz vor San Benedetto aber, steige ich spontan aus, hier ist es wirklich schön; wenig Bebauung und weite, freie Strände…. das muss ich nutzen.

Im Straßendorf Cupra Marittima finde ich somit mein kleines Paradies, suche lang und aufwändig erstmal den obligatorischen Supermarkt, um meinen ewig nach tonnenweise Nahrung schreienden Magen zu bedienen…. man, man, das nervt, immer muss ich essen, ständig denke ich nur an das eine: PIZZA, PASTA, SCHOKOLADE, PESTO, BARILLA-TOMATENSOßE, FETTES BROT, BIIIIIIER……  *stööööööhhn*

Viel, viel später und saftige 12 Euro leichter, dafür aber mit zusätzlichen fünf Kilo Nahrung (70% davon in flüssiger Form) schleppe, ja quäle ich mich ans exakt andere ende der langgezogenen Ortschaft, folge einem Tipp eines Anwohners, der mir erklärte dort gut und versteckt zelten zu können.
Gefunden, nach langen gestöber im Schilf rechts der lauten Straße, außerhalb des Ortes, und erfolgloser Suche in den wilden Grünstreifen, die allerdings allerseits von den Autofahrern als Toilette benutzt, unmöglich als Nachtlager taugen, finde ich genau zwischen Bahntrasse und Haupstraße ein kleinen Schilfwald, gerade dicht genug um das Zelt zu verbergen.
50 Meter daneben dann der Strand; total vollgeschwitzt, alles schmerzt, falle ich in den Sand, verstecke das Portemonaie im riesigen Rucksack, pelle mir die nassgeschwitzen Klamotten runter und sofort ab die Post in die Adria……

MEIN GOTT, DAS ZISCHT…..

Genauso wie anschließend das “Birra Moretti”…. noch naß vom Meer, setze ich das noch etwas kühle Bier an; FEIERABEND.

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