Italien -Region Emilia Romagna- (04.10.2014)
Die Nacht in den Hügeln vor Bologna war wild, und das im wahrsten Wortsinn: Wieder machten mir Schweinische Besucher ordentlich zu schaffen; kurz vor der Dämmerung knisterte es gewaltig im Unterholz, ungestüm brechen Äste, ich dachte eher an einen Menschen, was sehe ich schon im dunklen Zelt? Doch das grunzen verrät schnell wer hier meine Nachtruhe zerreißt; ein Wildschwein “riecht den Braten” wohl…. all die Kekse, Brote und diversen Leckereien liegen noch vertstreut im Zelt umher…. schnell klaube ich alles zusammen, packe es in eine Plastiktüte, fluche laut (Wildschweine müssen mich hören, dann ergreifen sie für gewöhnlich die Flucht) und hopere nackt durch den rabenschwarzen Wald, hänge die Tüte an einem Ast, zwei Meter über dem Boden, 40 m vom Zelt weg. In der anderen Hand: Mein Pfefferspray.
Die Nacht blieb ruhig, und Bologna hat mich wieder.
Nicht wieder will ich hier zurück, auch das ganze Gepäck will ich los werden.
Also auf die Suche…. irgendwo muss ich heute unterkommen….
(Bild: Die schiefen Türme von Bologna. Im Mittelalter einst erbaut -vor 600 bis 800 Jahren- standen mal über hundert solcher “Geschlechtertürme” in der Stadt, ein unglaubliches Bild muss das mal gewesen sein…. Geschlechterturm heißt soviel wie Familienturm und symbolisierte die Macht des jeweiligen Clans. Leider wurden nach und nach die Türme abgetragen, und nur eben dieser eine “Torre Asinelli” steht noch komplett. 96 Meter hoch und ein ganz bischen schief beeindruckt das Ding schon gewaltig….)
