Italien -Region Abruzzo- (19.10.2014)
Die Regionen wechseln wie meine Unterwäsche, – oder eher weniger, da ich nur drei Unterhosen besitze und die letzte noch kürzlich im Meer gewaschen habe. Pescara, eine Großstadt wäre jetzt ein tolles Ziel, wenn da nicht wieder jemand mich hängen lässt; normalerweise wäre ich über Couchsurfing hier eingeladen, stelle aber fest, dass diese wieder hinfällig ist. Hier und jetzt, während ich mitten in der Großstadt das kommunale WiFi nutze und das Dilemma erfahre.
“ Ich hätte mich ja nicht mehr gemeldet” heißt es im wackeligen Englisch. Klar, nachdem wir uns fest mit Zeit & Ort verabredeten, vergingen eben ganze vier Tage in denen ich selten im Internet kam. Aber heute laufen die Zahnräder der Redlichkeit halt anders; die “chattikette” verlangt es meistens jeden Tag, am besten mehrmals online zu plaudern; “hallo, how are you” , hey, how it’s weather now?“ oder ” tell me where are you now?“ sind völlig normal und verstopfen ständig meinen Postkasten. Doch künftige Gastgeber, die nicht permanent "gepflegt” werden, und während meiner wertvollen, da kurzen Zeit im WiFi, nicht ihren plauder – dauer – Chatt bekommen, vergrämen sich dann recht fix und sagen irgendwann beleidigt ab…. Absprache und späteres Treffen, ohne ewiges, ja ewiges blablablabla, ist in Zeiten permanenter Onlinepresänz dank obligatorischer Smartphones, vor allem bei jüngeren Leuten völlig unüblich.
Solche Kommunikationsextreme (eben mit gleich mehreren künftigen/potentiellen Gastgebern) schaffe ich beim besten Willen nicht. Oder ich wäre täglich volle acht Stunden vor dem Computer…..
So auch hier in Pescara jetzt, ich lese die Absage und verliere mich in der Großstadt, scype mit Mama und überlege wo ich heute lande…. Pescara, eine 235.000 Einwohner Großstadt, mit überraschend wenig historischem Kern, lässt es mir leichtfallen wieder zu gehen. Viel zu sehen gibt es hier eher nicht, die Stadt wurde einst von Mussolini stark ausgebaut, im Krieg allerdings viel zerstört sodass heute das Stadtbild Pescaras von modernen aber eintönigen Wohnhochhäusern geprägt ist. Wobei das modernistische, frei und weitläufige Stadtzentrum recht angenehm ankommt, der Strand nicht weit liegt und ein Bummel lediglich daran scheitert, weil ich 22 Kilo auf den Schultern stemme, setze ich mich flott in den Zug und fahre für 2,80€ die 25 km weiter nach Süden. Dort liegt das Städtchen Ortona wo ich hoffe schnell einen Schlafplatz am Strand zu finden.
