… Eine Zwischenbilanz …

Nun sind ja mittlerweile einige Tage vergangen,  ja schon einige Monate -oder Jahre, wenn  man so will,  die ich schon im Wanderleben verbringe.
Über drei Jahre ist es nun her als ich Beruf, Wohnung, und festen Wohnsitz aufgab und bin jetzt lang genug dabei um mal zu bilanzieren;

Ja, eigentlich läuft alles gut, tatsächlich komme ich ganz nach meinen Vorstellungen voran,  habe täglich genug zu Essen,  schlafe (fast) immer gut und genug, ob im Zelt oder beim Couchsurfen, sowie die Gesundheitsversorgung klappt; zwischendurch noch diese Schilddrüsen-OP…. gut dass mich mein Freund krankenversichert… dafür danke ich ihm sehr.

Aber auch ein lieben Dank an alle, die mir ab und zu mit einer Spende geholfen haben, ohne die ich sicher ganz anders durchs Wanderleben hier draußen gekommen wäre.  Ich lebe sehr bescheiden,  nur so ist es überhaupt möglich sowas zu schaffen, denn ein “Lotterleben” ist es entgegen vieler Meinungen,  ganz gewiss nicht; ein Leben auf Wanderschaft mit kleinem Geld, ist halt nur ein besseres Leben auf der Straße das unbedingt gut organisiert werden will: So muss ich täglich schauen, wo es Internet gibt, einen Wi-Fi Anschluss, der mir die Online-Kommunikation ermöglicht,  um in den Städten bei “Cochsurfing” oder “Planet Romeo” kostenlose Schlafplätze zu finden. Sowas ist ein ständiges hin und her, mal meldet sich der eine nicht mehr, mal kommt plötzlich eine Einladung rein – manchmal aber zur falschen Zeit, oder im falschen Ort und muss meinen Plan ändern….
Dann aber funktioniert das Wi-Fi plötzlich nicht mehr, meine Mail -oder noch schlimmer,  ein ganzer Text hier im Reisetagebuch stürzt ab. Alles für die Katz.
Dann noch eben Scypen, mit Mama und Edmond, meinem Freund… doch mal eben ist gut, oft und gern dauert sowas eine halbe Stunde und länger.  Nach zwei Stunden Onlinesitzung müsste ich dann noch z.B. weitere Infos im Netz suchen über die nächste Stadt, welche Couchsurfingprofile gibts dort?
Zudem war ich schon lange nicht mehr bei Facebook,  wo ich versuche regelmäßig neue Bilder zu posten, möglichst mit Beschreibung usw… das schaffen ich nicht mehr, es geht weiter weil noch ein Einkauf ansteht,  doch der günstige Supermarkt liegt wohl am anderen Ende der Stadt,  also los und quer durch, zwischendurch noch schnell in irgendeinem Hotel, die haben immer Stadtpläne,  und weiter…
Der Einkauf dauert dann seine Zeit, einigermaßen sicher steht der Wanderwagen nahe der Kassen abgestellt,  alle Wertsachen packe ich um und schleppe diese mit. Uff, draußen dann ziehe ich mich noch um, es ist warm und wühle zehn Minuten im Wust meines Gepäcks,  suche dann noch nach einem einigermaßen schönen Platz fürs Essen, finde weitere 40 Minuten Stadtauswärts einen Park und brauche gut eine Stunde fürs Menü a lá Wanderleben: Kaltes Küche aus allerlei Konserven. Ich lasse mir aber unbedingt Zeit, weil mein Essen -und ist es noch so einfach, ist mir einfach Heilig.

So, Sehenswürdigkeiten muss ich leider links liegen lassen, gehe geschwind durch die Straßen einer schönen Stadt, sehe noch in der Weite über dwn Dächer die Türme einer alten Kathedrale,  mann, dann eben doch, wende mich vom Weg ab und gehe dorthin, schiebe dwn Wanderwagen 20 Minuten später über historisches Pflaster und bin kurz mal hier….. ja, nur kurz, denn es ist schonwieder, ja schonwieder spät,  16 Uhr, und es wird in zwei Stunden dunkel. Spätestens dann soll das Zelt aufgebaut sein, sichtgeschützt, da ich ja nicht auf teure Campingplätze gehen kann, sollte es diese überhaupt in der Nähe geben.
Ich beeile mich wieder, mein Schatten wird länger und länger,  doch nirgends finde ich was zum Zelten, überall ist alles verbaut, die Straße ist verkehrsreich und ich fresse Kilometer um Kilometer, immer eifrig umherschauend wo es möglich sei unbemerkt zu Zelten, ja unbemerkt,  da ich auf keinen Fall von der Polizei aufgeweckt werden sollte,  sowas kostet unmenschlich viel an “Strafen”….

Kurz vorm Dunkelwerden steht dann das Lager, irgendwo im Nirgendwo,  bin müde,  esse schnell und sehe nun die Hand vkr Augen nicht mehr; ein anstrengender, aber kurzer Tag im Wanderleben ist vorüber.
Jetzt muss ich 13 Stunden im Zelt bleiben, solange bleibt es ja dunkel in dieser Jahreszeit.

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