Soooo, jetzt bin ich schonwieder ganz woanders, vorher noch im schönen Porto, wo ich eigentlich länger bleiben wollte, gestern noch in Villa Real, 100 Kilometer weiter im Landesinneren, heute nun im hintersten Zipfel, hoch im Nordosten Portugals, in Bragança, dem letzten Ort vor der Spanischen Grenze.
Aber ertmal zu meinem ersten Desaster: In Porto hatte ich gestern noch eine Couch aufgetrieben, chekte aus dem Hostel aus und wollte anschließend zu meinem Gastgeber, dem aber ganz plötzlich einfiel, dass ja sein kleiner Bruder Geburtstag hatte, und unbedingt, ganz schnell zu ihm in die Provinz muss. Somit stand ich auf der Straße.
Einfach zurück ins Hostel war aber auch nicht mehr drin; nicht schonwieder kann und mag ich bezahlen für die Nacht, zu oft, seit Lissabon berappte ich die zwar billigen, aber halt nicht kostenlosen Übernachtungsmöglichkeiten finanziell.
Damit ist Schluss jetzt, also …. ab aufs Land jetzt, Porto wäre zwar noch allemal interessant für ganze zwei weitere Tage, doch so sollte es eben sein.
Ich fuhr nach Vila Real, einer Kleinstadt 100 km weiter östlich, nur 100 Kilometer, da ich nie stundenlang fahren mag, und eventuell mehr vom Land sehe.
Vila Real aber bot kaum fototaugliche Szenen, zu verstopft mit tausenden von Autos war die geschäftige Kleinstadt, die trotz ihrer niedrigen Einwohnerzahl voller Hochhäuser ist, was dem Bild, vor allem wegen dieser permanenten Karossen wirklich schadet.
Auch hier habe ich keine Adresse zum Übernachten finden können, Portugal scheint in Sachen Gastfreundschaft und Couchsurfing nicht wirklich überzeugen. So schlug ich mich wieder in die umliegenden Berge, zeltete im Wald und schlief im wie aus Eimern schüttenden Regenguss, somit zum zweiten Desaster; bis um 9:00 Uhr ging das so weiter, ich harrte im trockenen Zelt gut geschützt aus, bloß nicht raus jetzt… bis es endlich aufhörte.
Das nasse Zelt wieder im Gepäck und auf ging es zurück nach Vila Real, vier Kilometer zum Busbahnhof und weiter nach Bragança, wo ich jetzt bin.
Bragança, man wollte meinen es sei ein weltvergessener Ort sowas von ganz hinten in der letzten Ecke Portugals, doch weit gefehlt, die Stadt wirkt sehr modern, viel Granit und jede Menge junge Leute dank einer landesweit bekannten Universität. Doch auch hier gingen ganze fünf Anfragen bei Couchsurfing ins Leere…. warum eigentlich? So allmählich kann das doch kein Pech mehr sein, bei insgesamt acht Städte die ich in Portugal auf Couchsurfing.org untersucht hatte…. naja, egal, ich bin ja nur noch bis morgen im Land und dann wieder in Spanien.
…. Ja, in Spanien wo ich bei unglaublich klaren Himmel und gleißenden Sonnenschein ( ja, es ist wie ein Wunder) schon die strahlend weißen Schneegipfel der Sierra Cabrera Baja sehen kann, in 40 Km Entfernung. Dort laufe ich noch heute hin, zumindest mache ich mich auf dem Weg und zelte nun die nächsten 2-3 Tage im einsamen Hochland, südlich meines so geliebten “Caminos” ( dem Jakobsweg) den ich schon zweimal ging…. jetzt bin ich ich ihm wieder so nah… mein Herz leuchtet.
Noch ordentlich Proviant besorgen und ab geht die Post. …
Good bye, Portugal….