Heimaturlaub (14.03.2015) Auch Zuhause immer unterwegs: Mondlandschaften in der Mongolei? Neeee; Garzweiler im Rheinland nahe Mönchengladbach lindert mein Fernweh, weil es hier so unglaublich anders aussieht. Doch weltweit sind solche kolossalen Eingriffe nichts Besonderes. Unser schönes Land hat mit großem Erfolg sein Klima killendes Modell exportiert; in China gibt es dutzende Garzweiler, von denen viele in den letzten Jahrzehnten mit deutschem Know how erbaut, den Klimawandel fröhlich in den Kollaps katapultieren, während hierzulande sogar die Schow noch munterer weitergeht; weitere 1,3 Mrd Tonnen Braunkohle sollen im “Garzweiler zwei Projekt” abgebaut und bis 2045 in die Luft gepustet werden. Trotz der faszinierenden Kulisse und beeindruckender Technik, stimmt mich das Szenario unheimlich; ein grenzenloser, globaler Energiehunger der erst noch am Anfang steht kann nicht weiter aus brennender Kurzsichtigkeit, fossiler Resourcen gestillt werden. “Energiemix” hin oder her, die Zukunft muss ohne Öl & Kohle auskommen. Hoffnung gibt es aber schon; die Vernunft wächst selbst neben der Grube Garzweiler (rechts oben im Bild) – zart in der Silhouette, aber bestimmend prangen die Windräder diese Zeiten an….

Ein Plan für’s Leben ?

Heimaturlaub (14.03.2015)

Oft stellt sich die Frage wie ich das mit der Rente zu machen gedenke. Gute Frage, ob als Angestellter in meiner alten Firma als Baumfäller oder eben im Wanderleben; der Unterschied ist fast keiner.
Vor einger Zeit schrieb mir die Rentenversicherung die frohe Botschaft einer stolzen Anwartschaft von 89 Euro. Nach ganzen 11 Jahren Arbeitsleben in Vollzeit, bei 800 bis maximal 1100 Euro netto Gehalt im Monat.
Sollte ich aber erwartungsgemäß bis zum 67 Lebensjahrs ehrlich und strebsam dem Beruf ergeben bleiben, erweist mir das System eine Belohnung von 680 Euro Rente, jaaaa, da kommt richtig Freude auf.
Also dann macht es rein rechnerisch keinen Unterschied ob ich weiterhin täglich acht bis zwölf Stunden schufte (Stundenlohn: 9,60€ bei ca 30% Abzug der Sozialversicherung) oder eben garnichts mache; die Sozialrente liegt bei über 400 € Taschengeld + Mietkostenübernahme sowie weiteren Beihilfen auf fast dem gleichen Niveau wie das was ich für 46 Jahre harter Arbeit bekommen würde. Und was ist die Moral an der Geschicht?
Das eine bedingt das andere, während für all die Jahre auf dem Bau Altersarmut als Lohn wartet, können viele gleich von Anfang an in die Sozialhilfe; warum auch fleißig sein wenn’s so oder so am Ende dermaßen mager wird.
Dennoch bin ich nie zum Amt gegangen, konnte bisher immer den Mindestbeitrag der freiwillig, rechtlichen Krankenversicherung von 158€ aufbringen, alles andere ist für’s Essen. Und die Rente?
Weiß ich nicht. Entweder kommt irgendwann wirklich die Sozialkasse dafür auf, oder ich schaffe es und mache mit dem Projekt Wanderleben genug Geld um davon auch im Alter zu leben. Schreibe Bücher, mache Filme und halte Vorträge, die von allen Ländern dieser Welt handeln.
Jedenfalls so sicher und unsicher wie jedes andere Vorhaben, ob ein normales Arbeitsleben als Angestellter mit all seinen Risiken und Unsicherheiten, oder die eigene Pommesbude, die eigene Firma wo Glückwünsche nur zu gut verheißen wie unsicher die wirtschaftliche Zukunft ist.
Das Wanderleben ist da nicht wirklich anders. Ja, es ist schon sehr speziell, aber nur eben exotisch, da keine zehntausend auf der Welt sowas treiben.

Moralisch wäre es korrekt, da ich dem System nicht auf der Tasche liege, wobei eben dieses Wirtschaftssystem mir so deutlich zeigte, wie sehr es mich nicht braucht; der Arbeitslohn in meinem gelernten Beruf als Baumfäller/Baumpfleger bestätigt dieses grobe Unverhältniss von Leistung und Gegenleistung nur zu gut.

Heimaturlaub (07.03.2015)
Endlich Arbeit gefunden, wenn auch nur für’s Taschengeld daheim; im Rheinischen Grevenbroich, nahe Düsseldorf kann ich bei Freund Peter die Loorbeersträucher stutzen, Laub vom Vohrjahr aus den Beeten kehren und darauf hoffen nicht ganz von der Hand im Mund zu leben, wenn das Wanderleben im Mai wieder losgeht.

Der Weltweg nach Asien: Griechenland – Türkei (ca 3-4 Monate auf 5000 km in allen sieben Regionen der Türkei) dazwischen Nord & Südzypern, Georgien (incl. Adscharien & Abchasien) Armenien und Aserbaidschan (incl. Naxçivan & Bergkarabach) – Südrussland/Nordkaukasus: Dagestan – Tschetschenien – Inguschetien – Nord Ossetien – Karbadino Balkarien – Adygien. Dann weiter zur Kalmükische Republick entlang der Volga bis zum Uralfluss an der äußersten Ost Grenze Europas…. bis hinein ins riesige Kasachstan; 4500 km durch Zentralasien mit dem Fernziel China…

(Copyright: Kunth Verlag München)

Reiseroute April – Mai – Juni – Juli – 2015: Rückflug ins Wanderleben nach Sizilien (Trapani) dann nach Malta, wieder zurück nach Sizilien (mit dem Schiff) um bei Messina ans Festland zu kommen; Region Kalabrien, Region Basilikata, und zuletzt Apulien. …..Überfahrt nach Albanien (Hafen Durrës) – dort in Richtung Norden ins junge Land Kosovo, wo ich einmal rund durch alle Städte ziehe. Weiterhin zurück nach Albanien wo der Weltweg nach Süden bis Griechenland führt. Dort führt der Weg in Bus & Bahn hinunter in den Pelopones bis nach Kreta mit dem Schiff; Europas südlichster Punkt. Weiterhin über viele Inseln (Santorin, Mykonos, Naxos) nach Athen, dann ins Hinterland bis Thessaloniki, wo ich nun konkret nach Osten die letzten Kilometer in Europa, mit Blick auf Istanbul reise …. nach ca. sechs Wochen Griechenland im Sommer … weiterhin stehen gut 5000 km durch alle Regionen der Türkei auf dem Plan, für mindestens drei Monate!

(Karte – Copyright: Kunth Verlag, München)

Wo war ich schon gewesen? Der Weltweg, zuerst in Europa, führte bereits 2012 über den Jakobsweg über Frankreich nach Spanien. Danach weiter durch alle Regionen dieser großen Länder im Westen Europas, aber auch Irland, England oder Schottland. Zuletzt Italien. Die rote Linie zeigt den Reiseverlauf, – immer über Land und Wasser, nie mit dem Flieger…. nur für die Heimat muss ich ins Flugzeug, komme aber genau dorthin zurück wo ich unterbrochen hatte.

(Copyright: Kunth Verlag, München)

Heimaturlaub (26.02.2015)

Wie sehr doch wieder die Ferne ruft … da wo ich auch Zuhause bin, so wie hier in Recklinghausen, im Kreise meiner Lieben die mich am liebsten garnicht mehr ziehen lassen wollen.
Doch der Tag steht; am 29.04 werde ich wieder weitermachen wo es im Januar unterbrochen wurde; nach Trapani fliege ich zurück um dort weiter nach Süden und Osten zu ziehen.
Soviel zu den Träumen heute.

Draußen schweife ich im Garten umher, sehne mich nach den kühlen Nächten im Freien, finde dann doch die ersten Anzeichen blumiger Verheißung, ein Zeichen des Lebens im neuen Jahr….
Doch jetzt im schäbigen Februar ist das alles noch so fern, die feuchte Kälte tröstet mein Fernweh und nur die zarten Blüten im matten Winterbeet flüstern von bunten Tagen voller Wärme ….